TÜV SÜD-Verkehrspsychologen geben Pendlern Tipps

Sicher unterwegs auf bekannten Straßen
(lifePR) (München, ) Rund 30 Millionen Pendler sind täglich auf den deutschen Straßen unterwegs - zwei Drittel davon mit dem Auto. Morgens ins Büro und am Abend wieder zurück: Viele glauben, ihre Strecke im Schlaf zu beherrschen. Doch gerade bei bekannten Wegen lässt die Aufmerksamkeit extrem nach und Veränderungen, beispielsweise eine schärfere Geschwindigkeitsbegrenzung oder eine neu eröffnete Baustelle, werden weniger bemerkt. Im schlimmsten Fall bleibt es dann nicht bei einem Strafzettel, sondern die Fahrt zur oder von der Arbeitsstelle endet mit einem Unfall. TÜV SÜD-Verkehrspsychologen kennen die Gefahren bei bekannten Strecken und geben Tipps, um die Ablenkung möglichst gering zu halten.

Im Jahr 2006 sind laut dem Hauptverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften (HVBG)

158.769 Wegeunfälle, also Unfälle auf dem unmittelbaren Weg zwischen Wohnung und Arbeitsstelle, gemeldet worden - 475 davon endeten tödlich. Während Arbeitsunfälle seit Jahren kontinuierlich sinken, verharrt die Anzahl von Wegeunfällen fast unverändert auf hohem Niveau. Rund 55 Prozent dieser Unfälle ereigneten sich dabei mit dem PKW. Das zeigt, wie gefährlich auch bekannte Straßen sein können. Thomas Wagenpfeil, Verkehrspsychologe von TÜV SÜD Life Service weiß: "Pendler sind meist ausgesprochene Vielfahrer und daher auch besonders routinierte Fahrer. Dies ist einerseits ein Vorteil. Andererseits führen gerade die Routine und die bekannte Strecke dazu, dass das Autofahren häufig fast zur Nebensache wird: Essen, Trinken, Rauchen, Telefonieren, die Tagesordnung des bestehenden Meetings überfliegen - klar, dass das die Aufmerksamkeit extrem herab setzt."

Immer wieder werden deswegen Maßnahmen gefordert: Dazu gehören beispielsweise eine Verbesserung von Verkehrsinformationen wie Beschilderung, Staumeldungen im Radio und Navigationssystemen oder gar eine komplette Trennung von Personen- und Lastkraftverkehr.

TÜV SÜD-Verkehrspsychologe Thomas Wagenpfeil gibt Tipps, wie jeder selbst etwas für seine Sicherheit tun kann: Auf folgende Dinge sollten Vielfahrer/Pendler achten, um möglichst konzentriert unterwegs zu sein:

- Reduzieren Sie möglichst alle Reize im Auto, das heißt Handy aus und Frühstückssemmel vor der Fahrt oder erst im Büro essen.
- Drehen Sie das Radio auf keinen Fall zu laut auf und vermeiden Sie aufmerksamkeitsraubendes "Beiwerk" wie Hörspiele. Erwiesenermaßen aufmerksamkeitssteigernd ist leise klassische Musik.
- Bereiten Sie den Arbeitstag nicht im Auto vor: also keinen Terminkalender checken oder wichtige Unterlagen durchlesen.
- Bilden Sie Fahrgemeinschaften und wechseln Sie sich beim Fahren ab. Vermeiden Sie dabei aber Belehrungen des Fahrers.
- Fahrsicherheitstrainings können die Fahrfertigkeiten verbessern, TÜV SÜD-Experten empfehlen insbesondere spezielle Kurse zur Stressreduktion beim Autofahren.
- Außerdem gilt: Fahren Sie rechtzeitig los und planen Sie Geschwindigkeitspuffer ein, vor allem bei besonderen "Rahmenbedingungen" wie beispielsweise schlechtes Wetter, Ferienbeginn, Baustellen oder Streiks.

Thomas Wagenpfeil rät: "Führen Sie sich immer wieder vor Augen, dass Sie im Auto unterwegs sind und auf Ihre Umwelt reagieren müssen. Selbst wenn Sie sicher fahren, kann ein anderer Verkehrsteilnehmer mal einen Fehler machen, der Sie trifft."

Weitere Fachinformationen rund um den Führerschein und Hilfe bei Führerscheinproblemen gibt es im Internet unter: www.tuev-sued.de/mpi.

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Heidi Hagenreiner
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