Kraftfahrzeuggewerbe klagt über Steuerstreit und hohe Spritpreise

(lifePR) (Bad Windsheim, ) Die Hängepartie bei der Reform der Kfz-Steuer und die ständig steigenden Kraftstoffpreise belasten den deutschen Automarkt, sagte der für drei Jahre wiedergewählte Präsident des deutschen Kraftfahrzeuggewerbes (ZDK), Robert Rademacher (68), am Dienstag in Berlin. Am gleichen Tag meldete das Kraftfahrt Bundesamt (KBA) 6,2 Prozent weniger Neuzulassungen im Mai im Vergleich zum Vorjahresmonat. Rademacher forderte denn auch von der Politik die Wiederaufnahme der Kfz-Steuer in das Klimapaket, über das die Bundesregierung am 18. Juni entscheiden will. Andernfalls müsse sie eingestehen, dass die umweltpolitisch und wirtschaftlich sinnvolle Steuerreform zwischen den Mühlsteinen des Vorwahlkampfes zerrieben wurde. Nach einer vom ZDK in Auftrag gegebenen Forsa-Umfrage vom Mai führte der Streit um eine CO2-basierte Steuer zur Verunsicherung der Autofahrer. Nur noch zwölf Prozent der Befragten planen in diesem oder im nächsten Jahr einen Privatautokauf. (zum Vergleich: 2007 waren es 16 Prozent, im Jahr 2000 sogar 24 Prozent).

Aus Kostengründen schieben 14 Prozent den vorgesehenen Autokauf auf. Nach dem Spritpreissprung auf über 1,50 Euro sei der Auftragseingang bei den 39 500 Autohäusern und Werkstätten im Verband spürbar zurückgegangen, erklärte Rademacher. Jeder vierte Dieselfahrer überlege sich wegen der hohen Dieselkosten beim nächsten Kauf den Umstieg auf ein Benzin-Modell. Die Präferenz für einen Diesel mit Partikelfilter ging von 30 Prozent im Jahr 2007 auf aktuell 19 Prozent zurück. Nachdem die Servicepreise bereits in den ersten vier Monaten 2008 um drei Prozent auf durchschnittlich 65 Euro pro Werkstattstunde gestiegen sind, schloss Rademacher weitere Erhöhungen bei der Mehrzahl der Betriebe für dieses Jahr nicht aus. Die Spanne für die Werkstattstunde betrage je nach Standort und Marke zwischen 45 und 120 Euro. Fahrzeuge ab einem Alter von acht Jahren würden wieder zunehmend außerhalb der Branche gewartet und repariert. Der Anteil von "Do it yourself" und Schwarzarbeit in diesem Segment liege bei etwa 15 Prozent. Dies entspreche einem Volumen von 4,7 Millionen Aufträgen (2006: 3,2 Millionen). Das Gebrauchtwagengeschäft werde zunehmend von den Fahrverboten in den Umweltzonen bestimmt, sagte Rademacher voraus. Von den befragten Verbandsmitgliedern wollen rund 70 Prozent künftig nur noch Gebrauchte mit grüner Umweltplakette zukaufen. Der ZDK vertritt 39 750 Betriebe mit insgesamt 468 000 Mitarbeitern.

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