Freudiges Wiedersehen mit Tod geweihtem Adria-Delfin

"Es ist ein Wunder, dass dieser Adria-Delfin bis heute überlebt hat", freut sich die Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD)
Adria-Delfin (lifePR) (München, ) Das Tier wurde erstmals im September 2013 in der Nähe der Hafenstadt Zadar gelegenen Insel Pašman entdeckt. Es war schwer verletzt und krank.

Tief ins Fleisch eingewachsene Reste eines Fischernetzes hatten sich entzündet und an Maul, Rücken und Brust heftige Wucherungen verursacht. Beim Schwimmen wurde er durch seine beschädigte Schwanzfluke stark behindert. Mit Unterstützung der GRD starteten Meeressäuger-Spezialisten von der Universität Zagreb eine Rettungsaktion. Mehrere Tage lang wurde versucht, den auf den Namen Košara getauften Delfin einzufangen, um ihn veterinärmedizinisch behandeln zu können.

Die Aktion schlug fehl, der Tümmler wurde noch einmal kurz im Jahr 2014 gesehen, dann verlor sich seine Spur. Nach Ansicht von Experten hatte er keine Überlebenschance.

Manchmal geschehen Wunder
Bei der Datenanalyse der im Rahmen des GRD-Projekts "Rettung der letzten Adria-Delfine" regelmäßig stattfindenden Feldarbeit machte die kroatische Projektleiterin, Tierärztin Dr. Martina Đuras, ein völlig unerwartete, freudige Entdeckung: "Wir haben den Delfin Košara wieder gesichtet", berichtet sie.

Er wurde im Sommer bei der vor Šibenik gelegenen Insel Žirje entdeckt, grob 45 km weiter südlich als bei seiner letzten Sichtung vor drei Jahren.

"Auf den Fotos sieht man nicht genau, ob er noch Netzreste in der Wunde hat. Es könnte sein, dass er sie losgeworden ist. Die Wunde ist nicht größer geworden und sieht besser aus als vor drei Jahren", freut sich die Expertin. Die Wucherungen am Rücken sind auch jetzt noch sehr deutlich zu erkennen. "Trotzdem, wir sind sehr froh, ihn lebend zu sehen", fügt sie hinzu.

Reste von Fischernetzen: Tödliche Gefahr für Delfine
Sogenannte Geisternetze, Reste zerstörter, von Fischern nicht wiedergefundener oder weggeworfener Netze, werden zu einer immer größeren Gefahr. Meerestiere wie Delfine oder auch Wale verheddern sich, sterben langsam und qualvoll. Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) und die UNEP warnten bereits 2009 vor der von Geisternetzen ausgehenden Gefahr für das Meeresökosystem und sahen dringenden Handlungsbedarf, sich des Problems auf internationaler Ebene anzunehmen. Geschehen ist seitdem wenig.

Schwieriges Unterfangen: Delfin-Rettung auf dem Meer
Um einem verletzten oder in einem Netz verfangenen Delfin im Meer zu helfen, muss er kurzfristig festgehalten und unter Umständen auch aus dem Wasser genommen werden, um ihn tierärztlich behandeln und von den Netzresten befreien zu können.

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Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V.
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Ulrike Kirsch
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