Warum die Ulmen fast verschwunden waren und nun als ein Stadtbaum der Zukunft gelten

Bei den 34. Osnabrücker Baumpflegetagen kommen mehr als 200 Expertinnen, Experten und Interessierte des "grünen Fachs" an der Hochschule Osnabrück zusammen. In Vorträgen und Workshops geht es unter anderem um das Potenzial der Ulme als Stadtbaum
Sie freuten sich über die große Resonanz bei den 34. Osnabrücker Baumpflegetagen auf dem Campus Haste der Hochschule Osnabrück: (von links) Philipp Schickl, Leiter der Professional School an der Hochschule Osnabrück, der Osnabrücker Bürgermeister Burkhard Jasper, Prof. Dr. Andreas Bertram, Präsident der Hochschule, die deutsche Baumkönigin Lil Wendeler und Tagungsleiter Prof. Dr. Jürgen Bouillon (lifePR) (Osnabrück, ) „Ulmen – (zu) lange vernachlässigte Straßenbäume“: Mit diesem Vortrag begannen die 34. Osnabrücker Baumpflegetage. Matthias Eisele zeigte dabei eindrucksvoll auf, warum die Ulme ein europäisches Kulturgut ist und für die moderne Stadtplanung eine wichtige Rolle spielen kann. Die Eisele GmbH & Co. KG hat sich auf die Vermehrung, Anzucht und die Auswahl von Ulmensorten spezialisiert.

Das Holz der Ulme, sogenanntes Rüsterholz, ist als Möbel und Furnierholz gefragt. Als Nahrungsquelle für Tiere hatte das Ulmenlaub lange Zeit eine wichtige Funktion, in manchen Regionen der Welt ist das noch heute der Fall. Und auch als Bauholz besitzt die Ulme einen großen Wert. Für die Fundamente der im 15. Jahrhundert erbauten Rialtobrücke in Venedig wurden 12.000 Ulmenpfähle in den Grund getrieben, die die Brücke bis heute tragen.

Zu Beginn des vorigen Jahrhunderts führte die Ulmenkrankheit zum millionenfachen Absterben der heimischen Bäume. Ulmen verschwanden weitgehend aus Wald und Landschaft und wurden kaum noch als Stadtbaum angepflanzt. Forschungsarbeiten an verschiedenen internationalen Standorten befassten sich daraufhin mit Neuzüchtungen, um unter anderem robuste, resistente und auch als Stadtbäume geeignete Ulmen zu erhalten. Heutzutage sind viele Stadtbilder, zum Beispiel das von Amsterdam, von Ulmen geprägt.

„Die Ulme bewährt sich seit mehr als 50 Jahren mit geringen Standortansprüchen, einem geringen Pflegeaufwand und einer Resistenz gegen die alltäglichen Einwirkungen in einer Stadt“, führte Eisele aus. In seinem Beitrag im Tagungsband heißt es im Blick auf Stadtbäume: „Begrenzter Wurzelraum, verdichteter Boden, Nährstoffmangel, Staunässe oder Wassermangel, Abgase und Streusalz gehören unter anderem zu den erschwerenden Faktoren. Diesen Herausforderungen sind Ulmen überdurchschnittlich gut gewachsen.“

Nach den Fachvorträgen am ersten Tag der Veranstaltung arbeiteten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am zweiten Tag in Workshops zu den Themen Grünflächenmanagement, Baumdiagnose, Baumpflege und Artenschutz. Prof. Dr. Andreas Bertram, Präsident der Hochschule Osnabrück, Tagungsleiter Prof. Dr. Jürgen Bouillon, der Osnabrücker Bürgermeister Burkhard Jasper und die deutsche Baumkönigin Lil Wendeler hatten die Tagung eröffnet. „Das Bewusstsein für Bäume muss gestärkt werden, denn sie werden auch noch in 50 bis 100 Jahren das städtische Bild prägen“, betonte Bertram.

Parallel zur Tagung fand eine Fachmesse statt. Hier präsentierten kleine und mittelständische Unternehmen aus dem Gartenbau, Grünflächenmanagement und der Baumpflege ihre Produkte und Dienstleistungen. „Das Ziel der Osnabrücker Baumpflegetage ist es, die Teilnehmenden über aktuelle Themen in der Baumpflege zu informieren und einen Austausch anzuregen. Ich freue mich über die große Resonanz“, erklärte Tagungsleiter Jürgen Bouillon.

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Albrechtstraße. 30
D-49076 Osnabrück
Prof. Dr. Jürgen Bouillon

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