7. Europäischer Gartenpreis des EGHN geht an vier Gewinner aus Deutschland, England und Irland

(lifePR) (Jüchen, ) Vier weitere Auszeichnungen gehen nach Schottland, Spanien, Schweden und Deutschland. Die Verleihung erfolgte in Schloss Dyck unter Teilnahme des Innenministers der Republik Österreich, Wolfgang Sobotka, und des nordrhein-westfälischen Ministers für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien und Chefs der Staatskanzlei Franz-Josef Lersch-Mense.

Die siebte Verleihung des Europäischen Gartenpreises der Stiftung Schloss Dyck und des Europäischen Gartennetzwerkes EGHN fand am Nachmittag des 9. September 2016 mit rund 120 geladenen Gästen im großen Festsaal von Schloss Dyck statt.

Insgesamt 57 Nominierungen lagen der internationalen Jury vor. Mit ihrer Auswahl der drei Preisträger in der Kategorie „Historische Parks“ werden Aufwand und Kreativität deutlich, die notwendig sind, ungewünschte Nutzungsspuren zu beseitigen und so die ursprüngliche Ästhetik und Vielfalt wieder erlebbar zu machen sowie neue Qualitäten und Nutzungen nachhaltig zu integrieren.

Die drei Preisträger in der Kategorie „Zeitgenössische Anlagen“ schaffen neue Aufenthaltsqualitäten und Wegeverbindungen, ermöglichen die erstmalige Nutzung eines Geländes oder machen historische Nutzungen und die Geschichte eines Ortes erlebbar. Der Gewinner der Kategorie „großräumige Grünkonzepte“ zeigt, verhelfen sie einer Stadt oder Region zu einem besseren Image und Wachstumspotenzialen.

Für den Sonderpreis der Stiftung Schloss Dyck richtete die inter-nationale Fachjury ihr Augenmerk in diesem Jahr ganz besonders auf herausragende und innovative Küchengärten.

Auch in diesem Jahr unterstützt die Baumschule Lorenz von Ehren (Hamburg) wieder den Europäischen Gartenpreis. Damit verfolgt sie ebenfalls das Ziel, den Wert und die Einzigartigkeit gestalterischer Ideen, Pläne und Lösungen auszuzeichnen, bei deren sicherer und eindrucksvoller Umsetzung das „Produkt Grün" immer eine große Bedeutung hat.

„Jedes Jahr sind wir wieder begeistert von den vielen tollen Parks und Gärten, die für den Europäischen Gartenpreis nominiert werden. Wir merken aber auch, dass viele nicht die Beachtung und Würdigung finden, die sie verdient haben. Es gab mal eine Fernsehserie über Nobelpreisträger „Die stillen Stars“. So sehe ich auch viele der nominierten bzw. ausgezeichneten Parks und Gärten. Immer mehr gelingt es uns, hier mit dem Gartenpreis - wie auch mit dem Europäischen Gartennetzwerk insgesamt - etwas gegenzusteuern und öffentliches Interesse zu steigern“, erläutert Christian Grüßen, Projektkoordinator des Europäischen Gartennetzwerkes EGHN.

Wichtig ist auch die Kommunikation untereinander. Somit passte es, dass nach der Vorstellung der vier ersten Preise und der vier zweiten Preise aus Deutschland, Großbritannien, Irland, Schweden und Spanien deren Repräsentanten beim anschließenden Empfang und Rundgang über die illumina Schloss Dyck Gelegenheit hatten, miteinander und mit anderen Gästen ins Gespräch zu kommen.

Vier Kategorien – acht prämierte Parks und Gärten

Der Europäische Gartenpreis wurde auch in diesem Jahr wieder in vier Kategorien verliehen: 
  • In der Kategorie „Beste Weiterentwicklung eines historischen Parks oder Gartens“ wurde in diesem Jahr mit HESTERCOMBE GARDENS erneut eine Anlage in Großbritannien mit dem 1. Preis in dieser Kategorie ausgezeichnet. Während die formalen Gärten bereits in den 1970er Jahren restauriert wurden - eines der ersten Gartenrestaurierungs-projekte in Großbritannien -, verdankt der famose Landschaftspark mit seinen zahlreichen Tempeln, Wasserfall etc. seine Wiedergeburt vor allem dem Engagement eines Mannes: Philip White. Heute ist Hestercombe Gardens auch Ort zahlreicher Kunstaustellungen und Events. Mit je einem 2. Preis wurden der Schlosspark LUDWIGSLUST in Mecklenburg-Vorpommern für die vorbildliche Restaurierung des Parks und seiner Bauten sowie der ROYAL BOTANIC GARDEN EDINBURGH für die Qualität seiner Sammlungen, für sein pädagogisches und soziales Engagement und die „Rückführung“ einer traditionsreichen Gebäudes ausgezeichnet.
  • Aus dem Finale in der Kategorie „Zeitgenössischer Park oder Garten“ sind neben dem Gewinner des 1. Preises, den Anlagen am KLOSTER LORSCH, mit denen in der UNESCO-Welterbestätte frühere Nutzungen wiedererlebbar und Beziehungen zur umgebenden Kulturlandschaft deutlich werden, als 2. Preise auch der Stadtpark Skellefteå (Schweden), der alte und moderne Elemente verbindet und so eine attraktive Verbindung zwischen dem Stadtzentrum und dem angrenzenden Flussufer schafft sowie der Atlantic Park im spanischen Santander hervorgegangen, der auf mehreren Ebenen Raum für verschiedenste Nutzungen und die Natur bietet und Kern einer geordneten Stadterweiterung ist.
  • Der „Sonderpreis der Stiftung Schloss Dyck“ zum Thema Küchengärten ging an die Ballymaloe Cookery School in Irland. Die Jury war nicht nur von der Vielfalt der Obst-, Gemüse und Kräutergärten begeistert, die ökologisch bewirtschaftet werden und viele alte Sorten beherbergen, sondern auch von deren Einbindung in viele andere attraktive Gartenräume und insbesondre von der unmittelbaren Nutzung der Ernte in der Kochschule, die mit ihren ganzheitlichen Kursangeboten zunehmend internationales Interesse findet.
  • Der 1. Preis für „Großräumige grüne Netze und Entwicklungskonzepte“ ging - nach den ersten beiden Preisträgern aus Skandinavien - in diesem Jahr nach Nordrhein-Westfalen. Nach Ansicht der Jury ist es eindeutig dem Emscher Landschaftspark zu verdanken, dass die Emscherregion bzw. sogar das ganze Ruhrgebiet seit Ende der 1980er Jahre einen so erfolgreichen, strukturellen Wandel vollzogen haben. Der Emscher Landschaftspark ist heute ein Park für 5,3 Millionen Einwohner, Erlebnisort internationaler Kultur, bietet neue Gärten in urbaner Landschaft und wilde Schönheit der Industrienatur sowie Sport und Spiel auf rund 450 qkm. Er ist viel studierter Musterfall für ähnliche Entwicklungsprozesse in ganz Europa.
„Es ist gut zu sehen, dass die Auszeichnungen von vielen Gärten intensiv im Rahmen ihrer Marketingmaßnahmen genutzt werden und auch dabei helfen, die notwendige Unterstützung für die Weiterentwicklung eines Parks oder für neue Projekte in einem Garten zu bekommen. Aus dem letzten Jahr sind dafür die Herrnhäuser Gärten als Gewinner und der Park Sigurtà als zweiter Preisträger beste Beweise. Zuvor haben aber auch Egeskov in Dänemark, Monserrate in Portugal und Trentham Gardens in England ihre Auszeichnung sehr intensiv und nachhaltig genutzt“, bringt Jens Spanjer, Vorstand der Stiftung Schloss Dyck und Jurymitglied, einen wichtigen Effekt des Gartenpreises auf den Punkt.

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