Gemeinsam gegen den plötzlichen Herztod: Herzstiftung im Nationalen Aktionsbündnis Wiederbelebung (NAWIB)

Deutsche Herzstiftung: Laien-Reanimation bei Herz-Kreislauf-Stillstand muss in der Bevölkerung selbstverständlich werden
(lifePR) (Frankfurt a. M./Berlin, ) In Deutschland sterben außerhalb eines Krankenhauses jährlich über 60.000 Menschen am plötzlichen Herztod, weil Laien als Ersthelfer vor Ort häufig nur unzureichend reanimieren oder aus Angst vor Fehlern gar nichts machen. Dabei ist die Herzdruckmassage als Sofortmaßnahme, ohne die der Betroffene kaum Überlebenschancen hat, kinderleicht zu erlernen (www.herzstiftung.de/...). Mit dem Ziel, diese extrem geringe Reanimationsbereitschaft in Deutschland signifikant zu erhöhen, haben sich Fachgesellschaften und Hilfsorganisationen zum „Nationalen Aktionsbündnis Wiederbelebung (NAWIB)“ zusammengeschlossen, darunter die Deutsche Herzstiftung und die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK). „Nur mit Hilfe flächendeckender Kurzschulungen in Laien-Reanimation können wir die Herzdruckmassage als lebensrettende Notfallmaßnahme etablieren, die dann von der Bevölkerung in Familie, Schule, Arbeit sowie im Sport- und Freizeitbereich wie selbstverständlich beherrscht wird“, betonen die Herzspezialisten Prof. Dr. med. Dietrich Andresen (Berlin), als Repräsentant der Deutschen Herzstiftung und Prof. Dr. med. Wolfgang Schöls als Vertreter der DGK im NAWIB, beim Start des Aktionsbündnisses. Mit dem offiziellen Auftakt des NAWIB unter der Schirmherrschaft von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe in Kooperation mit der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) erfolgt zur Woche der Wiederbelebung der Start einer gemeinsamen Informations- und Aufklärungskampagne.

Die Herzstiftung bietet zu diesem Anlass ein kostenfreies Herznotfall-Set unter www.herzstiftung.de/... an, das genau erläutert, was im Notfall zu tun ist und wie die Herzdruckmassage durchgeführt wird. Diese Informationen sind wichtig, denn nur etwa 30 bis 35 Prozent der Zeugen eines Herzkreislaufstillstandes führen eine Herzdruckmassage durch. „Jeder kann aber lernen, Leben zu retten“, weiß der Duisburger Herzspezialist Prof. Schöls. „Die Niederlande und die skandinavischen Länder machen es mit Ersthelferquoten vor, die bei über 70 Prozent deutlich höher liegen. Entsprechend höher ist dann auch die Überlebensrate bei den Patienten. Für Deutschland sehen wir daher enormen Nachholbedarf.“

Ein kostenloses Herznotfall-Infopaket der Deutschen Herzstiftung unter www.herzstiftung.de/... kann auch angefordert werden bei: Deutsche Herzstiftung, Bockenheimer Landstr. 94-96, 60323 Frankfurt, Tel. 069 955128-400.

Der Experten-Beitrag „Was tun im Notfall?“ kann unter www.herzstiftung.de/... kostenfrei angefordert werden.

Zusätzliches Material für Redaktionen:

Der plötzliche Herzstillstand – was der Ersthelfer macht

Jederzeit kann es passieren: Jemand bricht plötzlich infolge eines Herzkreislaufstillstandes zusammen, liegt bewusstlos am Boden und atmet nicht mehr oder nur noch in Schnappatmung. Was ist zu tun?

Sofort muss nach Prüfung der Bewusstlosigkeit/Atmung der Person der Rettungsdienst alarmiert werden (Notruf 112). Danach beginnt man sofort mit einer Herzdruckmassage. Der Helfer kniet dazu seitlich neben dem auf dem Rücken liegenden Betroffenen und legt bei durchgestreckten Armen beide Handballen übereinander auf die Mitte des Brustbeins (dort, wo eine gedachte Linie zwischen den Brustwarzen das Brustbein kreuzt). Dann drückt man den Brustkorb schnell (mindestens 100- bis 120-mal pro Minute) und kräftig (mindestens fünf bis maximal sechs Zentimeter tief) in Richtung Wirbelsäule ein. Nach jedem Drücken des Brustbeins vollständig entlasten, ohne den Kontakt zwischen Hand und Brustbein zu verlieren.

Gedrückt wird so lange, bis der Rettungsdienst/Notarzt eintrifft. Sind weitere Helfer vor Ort, kann man sich abwechseln. Dazu darf die Herzdruckmassage aber nur ganz kurz unterbrochen werden („fliegender Wechsel“). Durch die Herzdruckmassage wird ein künstlicher Blutkreislauf erzeugt, über den der Körper und vor allem das Gehirn des Betroffenen mit Sauerstoff versorgt wird. Auf eine Mund-zu-Mund- oder Mund-zu-Nase-Beatmung ist zu verzichten, um die Herzdruckmassage nicht zu unterbrechen (auch nach Herzkreislaufstillstand befindet sich im Blut für mehrere Minuten ausreichend Sauerstoff). 

Erscheint noch vor dem Eintreffen des Notarztes ein anderer Helfer mit einem Defibrillator („AED“ für Automatisierter Externer Defibrillator) – ein Gerät, das durch einen kräftigen Stromstoß das Herz wieder „zum Schlagen bringt“ –, dann kann der AED eingesetzt werden. Eine automatische Stimme führt durch das Programm. Ganz wichtig: Beim Anschließen des AED darf die Herzdruckmassage möglichst nicht und wenn, nur kurz unterbrochen werden. Auch hier gilt: Fehlende Versorgung des Gehirns mit Sauerstoff lässt tausende Gehirnzellen untergehen.
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