Betreiber von Windenergieanlagen profitieren von digitalisierter Prüfung

TÜV SÜD verbindet mobile Datenerfassung mit RDS-PP® und ZEUS
Auszug aus dem Prüfbericht einer Windenergie-Anlage mit der Beschreibung des Bauteils im Abkürzungsformat des Industriestandards RDS-PP (lifePR) (München / Hamburg, ) Eine intelligente Lösung für die Prüfung von Windenergieanlagen und die systematische Auswertung der Prüfergebnisse stellt TÜV SÜD erstmals auf der WindEnergy in Hamburg vor. Die Prüfergebnisse werden mit Hilfe von mobilen Geräten vor Ort erfasst und auf Basis des Industriestandards RDS-PP® strukturiert in einer Datenbank hinterlegt. Anlagenbetreiber profitieren von effizienten Prüfabläufen, einer transparenten Dokumentation und der Möglichkeit zur systematischen Auswertung von Anlagenzuständen. Das intelligente Prüfsystem von TÜV SÜD lässt sich sowohl für Windenergieanlagen an Land, als auch für Offshore-Anlagen einsetzen. (Halle A1, Stand A1.335)

In Deutschland gibt es mehr als 25.000 Windenergieanlagen an Land, die prüfpflichtig sind und in regelmäßigen Abständen hinsichtlich der Stand- und Betriebssicherheit geprüft werden müssen. Hinzu kommen die Anlagen der neuen Offshore-Windparks in der Nord- und Ostsee. TÜV SÜD hat eine datenbankgestützte IT-Lösung entwickelt, die einen Entwicklungssprung bei der Prüfung von Windenergieanlagen und der Auswertung von Prüfergeb­nissen darstellt und ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Industrie 4.0 in der Windbranche ist. „Das klassische Klemmbrett des Prüfers aus früheren Zeiten hat ausgedient“, sagt Dr. Martin Webhofer, Leiter Windenergie der TÜV SÜD Industrie Service GmbH. „Unsere durchgängig digitalisierte Prüfung der Windenergieanlagen kombiniert hoch effiziente Prüfabläufe mit einer strukturierten Datenerfassung im Abkürzungsformat des Industriestandards RDS-PP®, einer Weiterentwicklung des international bewährten Kraftwerk-Kennzeichen-Systems KKS.“

Eine wesentliche Voraussetzung für die digitale Prüfung war die Übertragung von RDS-PP® auf Windenergieanlagen, wodurch die Bauteile einer Anlage nach Einbauort und Funktion durch einen Abkürzungscode eindeutig beschrieben und zugeordnet werden können. „So lassen sich unterschiedliche Bezeichnungen derselben Bau­teile je nach Sprachgebrauch von Prüfern oder Servicepersonal bzw. Herstellerangaben ver­meiden, die eine systematische Auswertung des Anlagenzustands und somit optimierte Instandhaltung erheblich erschweren“, erklärt Dr. Webhofer. Das gleiche gilt für die standar­disierte Klassifizierung des festgestellten Zustandes eines Bauteils mit Hilfe des Zustands-Ereignis-Ursachen-Schlüssels (ZEUS) nach der Technischen Richtlinie für Erzeugungseinheiten, Teil 7: Instandhaltung von Kraftwerken für Erneuerbare Energien der Fördergesellschaft Windenergie und andere Erneuerbare Energien (FGW). Eine Freitextbeschreibung eines fest­gestellten Mangels wird es in Zukunft nur noch in Ausnahmefällen geben.

Bei ihren Prüfungen erfassen die TÜV SÜD-Experten die Daten vor Ort mit mobilen Geräten wie Smartphone oder Tablet PC und einer speziellen App. Die Prüfergebnisse werden strukturiert klassifiziert und automatisch in ein revisionssicheres Archivsystem und eine Datenbank übertragen. Dafür hat TÜV SÜD sein seit über zehn Jahren bewährtes elektronisches Prüfbuch netDocX für Windenergieanlagen erweitert. „Von der ganzen komplexen Technologie im Hintergrund bekommen die Anwender nichts mit“, erklärt Dr. Webhofer. „Unsere Sachverständigen können sich geführt von einer benutzerfreundlichen App auf das Wesentliche – die Inspektion und Prüfung der Anlagen – konzentrieren und die Daten über den Touchscreen des Gerätes eingeben.“ So lässt sich beispielsweise durch einfaches Antippen ein Foto vom Zustand einer defekten Ölleitung machen und dem fehlerhaften Bauteil zuordnen. Ein nachträgliches, manuelles Kopieren der Foto-Daten und Einbinden in einen Prüfbericht ist überflüssig.

Datenbasis für zustandsorientierte Instandhaltungsstrategien

Der Prüfbericht mit allen Informationen wird automatisch generiert und unmittelbar nach der Eingabe der Daten im elektronischen Prüfbuch netDocX abgelegt, auf das Anlagenbetreiber über das Internet oder die App direkt zugreifen können. „Die systematische Erfassung und Ablage aller Prüfdaten bringt eine ganze Reihe von Vorteilen“, betont Dr. Webhofer. Diese reichen von der automatisierten und zeitnahen Bereitstellung der Prüfberichte bis zu einer Vereinfachung des gesamten Datenmanagements, weil die Anlagenbetreiber zentral auf alle Prüfdaten und alle Prüfberichte ihrer Anlagen zugreifen können. Dadurch lassen sich vor allem bei größeren Anlagenbeständen erhebliche Synergien heben und aussagekräftige Statistiken erstellen – beispielsweise über die häufigsten Mängel oder über Mängel nach Herstellern oder Regionen – sowie Instandhaltungskonzepte entsprechend anpassen. „Mit den gewonnenen Daten können die Betreiber nicht nur ihre Instandhaltungskosten senken, sondern vor allem die Verfügbarkeit und damit den Ertrag ihrer Anlagen optimieren“, so Dr. Webhofer. Eine Basisversion der App steht Kunden von TÜV SÜD bereits heute kostenlos zur Verfügung, so dass die Vorteile dieser durchgängig digitalen Lösung von TÜV SÜD auch von Betreibern und Wartungsfirmen bei ihren routinemäßigen Inspektionen genutzt werden können.

Windenergieleistungen von TÜV SÜD

TÜV SÜD verfügt über langjährige Erfahrungen bei der Zertifizierung von Windparks, Windenergie­anlagen und Komponenten im Onshore- und Offshore-Bereich. Der internationale Prüf- und Zertifizierungsdienstleister unterstützt Planer, Hersteller, Errichter, Investoren und Betreiber zudem bei Risikoanalysen, Arbeitsschutzkonzepten und beim baubegleitenden Qualitätscontrolling. Weitere Schwerpunkte sind die Qualitätssicherung bei der Komponentenfertigung sowie wiederkehrende Prüfungen der Windenergieanlagen während der gesamten Betriebszeit.

www.tuev-sued.de/windenergie.

Kontakt

TÜV SÜD AG
Westendstraße 199
D-80686 München
Dr. Thomas Oberst
TÜV SÜD AG
Unternehmenskommunikation INDUSTRIE

Bilder

Social Media