Rekordbeteiligung beim Landesverbandstag 2016 der Berliner Dachdecker

(lifePR) (Berlin, ) Am Mittwoch, 14. September 2016, trafen sich die Berliner Dachdecker zu ihrem Landesverbandstag im neuen CityCube auf dem Berliner Messegelände, wo die Veranstaltung auch schon in den Vorjahren erfolgreich stattgefunden hatte.

Im Foyer vor dem Saal hatten 20 Gastmitglieder aus Industrie und Handel Infostände aufgebaut und informierten die Verbandstagsbesucher vor Beginn der Veranstaltung über ihre neuesten Produkte. Aufgrund der hohen Anzahl der Aussteller wurde hier die ganze Bandbreite des Dachdeckerhandwerks präsentiert.

Bei der Eröffnung zeigte sich Landesinnungsmeister Jörg-Dieter Mann hoch erfreut über die hohe Zahl der Anwesenden: Über 170 Teilnehmer waren gekommen. So wurde es sogar erforderlich, zusätzliche Stühle in den Versammlungssaal zu schaffen. Mann bedankte sich herzlich bei allen Anwesenden für ihr Kommen, das für ihn ein Beweis für die Geschlossenheit des Berliner Dachdeckerhandwerks sei. Als prominentester Gast konnte ZVDH-Präsident Karl-Heinz Schneider begrüßt werden.

In seinem kurzen Jahresrückblick ging LIM Mann auf die Nachwuchsproblematik ein und konnte berichten, dass nach aktuellem Stand die Zahl der neuen Lehrlinge deutlich steigt. Dies führte er im Wesentlichen auf die Nachwuchswerbekampagne vom Frühjahr 2016 zurück und zeigte sich sehr erfreut über diesen Erfolg.

Mit der wirtschaftlichen Situation in der Hauptstadt zeigte sich Mann insgesamt zufrieden. Auch das Dachdeckerhandwerk profitiere von der überaus guten Baukonjunktur. Großes Hemmnis sei in Berlin nach wie vor die überbordende Bürokratie, die mit zahlreichen Hemmnissen den Betrieben das Leben schwer macht. So müssten bei der Beantragung von Baustelleneinrichtungen oft wochenlange Wartezeiten in Kauf genommen werden. Nachdem die Versammlung der verstorbenen Innungskollegen Hans-Josef Meyer, Helmut Bohne und Frank Schröder gedacht hatte, berichtete Karl-Heinz Schneider über Aktuelles aus der Bundesorganisation.

Dabei ging er insbesondere auf die aktuellen Tarifverhandlungen ein und kündigte an, dass es zu einer Vermittlungsrunde kommen werde. Der ZVDH sei nicht gewillt, den Tarifforderungen der IG Bau nachzukommen, da dies die wirtschaftliche Situation nicht zulasse. Entgegen der landläufigen Meinung profitiere das Dachdeckerhandwerk nur unzureichend vom aktuellen Bauboom, da es sich überwiegend um Geschossneubauten handle, wo die Dachfläche nur einen geringen Anteil habe.

Nachdem Schatzmeister Matthias Dölle die Haushaltspläne 2017 vorgetragen hatte, wurden von LIM Mann verdiente Ehrenamtsträger und Geschäftspartner am Ende ihrer beruflichen Laufbahn verabschiedet:

Zunächst Karl-Heinz Kulke, der bereits vor der Wende zahlreiche wichtige Ehrenämter in der Ostberliner Handwerksorganisation innehatte. Er war es auch, der im Jahr 1990 die Dachdeckerinnung Berlin Ost gegründet hatte und diese mit der westlichen Innung im November 1991 vereinigte. Danach war er bis 1993 dort im Vorstand. Außerdem war er lange Jahre Dozent an der Dachdecker-Meisterschule sowie Sachverständiger für das Dachdeckerhandwerk. Der Betrieb wurde zum 01.09.2016 an den Schwiegersohn Marco Zech übergeben.

Dachdeckermeister Wolfgang Wirschun hatte in diesem Jahr seinen Dachdeckerbetrieb geschlossen. Er war in den 1980er Jahren Lehrlingswart und Vorstandsmitglied der Innung, hatte als Dozent in der Dachdeckerschule ausgeholfen und viel zur Aufstockung des Schulgebäudes in der Nicolaistraße 5 beigetragen. Außerdem betreute er von 1984 bis 1999 die Lehrlingsfahrten. Weiter wurde Heiner Wieprecht verabschiedet, der nach der Beendigung seiner Berufstätigkeit im Jahr 2007 als Dozent am Bildungszentrum der Berliner Dachdecker tätig war. Er unterrichtete Dachabdichtung und Dachbegrünung in den Meisterkursen und Helferkursen und hatte sich hier als wichtige Stütze der Aus- und Weiterbildung erwiesen. Zum Jahresende legte er diese Tätigkeiten nieder.

Studiendirektor Jörg Buss von der Knobelsdorff-Oberschule unterrichtete die Anwesenden anschließend über die neue Ausbildungsordnung im Dachdeckerhandwerk sowie die damit einhergehende Erhöhung des Berufsschulunterrichts. Dies sei gesetzlich so vorgeschrieben und sei unvermeidbar, so Buss. Er betonte aber, dass infolge der Theorieschwäche vieler Lehrlinge der verstärkte Berufsschulunterricht zu besseren Prüfungsergebnissen beitragen werde.

Man habe sich mit der Landesinnung darauf verständigt, den Unterricht künftig in Blockform durchzuführen, um den Betrieben die Einsatzplanung für die Lehrlinge zu erleichtern. Dies werde vorläufig für die Dauer von einem Jahr geschehen. Dann werde man sich erneut mit der Landesinnung zusammensetzen und sehen, ob sich die Neuregelung bewährt habe.

Nach der Kaffeepause wurden mit DDM Steffen Jamrath und DDM
Gorden Jahn zwei weitere Meisterbeisitzer für die Gesellenprüfungskommission einstimmig gewählt.

Danach kam der von vielen Teilnehmern mit Spannung erwartete fachtechnische Vortrag von Josef Rühle, technischer Geschäftsführer beim ZVDH.

Rühle berichtete ausführlich über die neue Flachdachrichtlinie und deren Kernaussagen in der Praxis. Außerdem ging er auf Zusatzmaßnahmen beim Steildach ein und berichtete über Unterschiede zwischen Regelwerk und Herstellerinformationen. Hier kritisierte er deutlich einige Partner aus der Industrie, die versuchten, mit irreführenden Aussagen ihre Produkte regelwerkskonform zu machen.

Rühle ging auch auf den aktuellen Entsorgungsnotstand bei Abfallprodukten aus Styropor ein. Der ZVDH sei von der Berliner Landesinnung frühzeitig auf diesen Notstand aufmerksam gemacht worden und habe alle Hebel in Bewegung gesetzt, um diesem Notstand ein Ende zu bereiten. Hier würden in den kommenden Tagen wichtige Treffen auf Bundesebene unter Einschluss des Bundesumweltministeriums stattfinden, um die Notlage zu lösen.

Geschäftsführer Ruediger Thaler informierte die Anwesenden über Aktuelles aus dem Innungsgeschehen. Dabei konnte er über ein gut ausgelastetes Bildungszentrum mit gut gebuchten Meister- und Helferkursen berichten.

Besonderen Raum nahm die Entwicklung der Lehrlingszahlen ein. Hier berichtete Thaler über die aktuelle Situation bei neuen Lehrverträgen des kommenden Lehrjahres. Hier könne man aktuell eine Steigerung von mehr als 20% gegenüber dem Vorjahr erkennen. Da die Betriebe noch bis Ende Oktober Zeit hätten, neue Lehrlinge einzustellen, hält es Thaler für möglich, dass die Zahl der neuen Lehrlinge die 100 übersteigt. Dies führte er ganz wesentlich auch auf die große Nachwuchswerbekampagne vom Frühjahr 2016 zurück. Hier bedankte er sich nochmals ausdrücklich bei den Sponsoren, die die Finanzierung dieser großen Kampagne ermöglicht hatten. „Ich stelle fest: Es hat sich gelohnt“, so Thaler.

Auch Thaler ging auf den aktuellen Entsorgungsnotstand bei Styropor ein und verwies darauf, dass die Landesinnung gemeinsam mit anderen Berliner Bauverbänden Brandbriefe an den Bausenator und den Regierenden Bürgermeister geschickt haben mit der Aufforderung, das Problem sofort zu lösen. „Hier geht es nicht um Wochen sondern um Tage“, so Thaler. Inzwischen sei es so weit gekommen, dass nicht einmal mehr Container zur Verfügung stünden, in denen Betriebe das Styropor zwischenlagern könnten.

Man habe die Berliner Landesregierung aufgefordert, die Lagerung von Styropor auf Deponien so lange zuzulassen, bis es bei der thermischen Entsorgung eine Lösung gäbe.

Den Abschluss der Veranstaltung bildete die Übergabe der Meisterbriefe an die Jung-Meister des Prüfungsjahrgangs 2016. In einer kurzen Ansprache würdigte Landeslehrlingswart Andreas Friedel zunächst die Leistungen dieses Meisterkurses, in dem 90 % der Teilnehmer die Prüfung bestanden haben. Als Prüfungsbeste wurden Josephin Süßer und Mathias Zabel besonders geehrt.

In seinem Schlusswort berichtete LIM Mann über gute Kontakte, die man zum BFW Landesverband Berlin/Brandenburg, dem Verband der Immobilien- und Wohnungswirtschaft, aufgebaut habe. Ziel sei es, in den kommenden Jahren gemeinsam tausende Dachgeschossausbauten in Berlin vorzunehmen.

Nach Ende der Veranstaltung trafen sich alle Gäste auf Einladung der Landesinnung zu einem festlichen Abendbüffet und nutzten die Gelegenheit zum Gedankenaustausch und zur Kontaktpflege.

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