TU rekonstruiert ursprüngliches Bebauungsmodell für den Stuttgarter Weißenhof und ist an Berliner Ausstellung über Werkbundsiedlungen beteiligt

(lifePR) (Kaiserslautern, ) Seit Jahrzehnten galt es als unwiederbringlich verloren. Nun ist es, im Rahmen einer Studienarbeit am Lehrstuhl Geschichte und Theorie der Architektur historisch-kritisch rekonstruiert worden und dank der Geschicklichkeit des Modellbauers des Fachbereichs Architektur der TU Kaiserslautern, Andreas Stengele, wieder auferstanden. Im Rahmen des Berliner Werkbundtags 2016 wurde es am vergangenen Wochenende zum ersten Mal präsentiert.

Die Rede ist von einem Gipsmodell, das Architekturgeschichte schrieb. Das Stadterweiterungsamt Stuttgart ließ es 1925 nach Skizzen des späteren Bauhausdirektors Ludwig Mies van der Rohe anfertigen. Und zwar in dem ungewöhnlich großen Maßstab 1:200. Es zeigt die Überbauung des Stuttgarter Killesberg mit der Siedlung Am Weißenhof, für deren Einzelhäuser Mies van der Rohe im Auftrag des Deutschen Werkbundes und eben der Stadt Stuttgart alsbald eine Creme der internationalen Architekten-Avantgarde seiner Zeit verpflichten sollte. Die Bauten Le Corbusiers am Weißenhof wurden vor Kurzem zum Weltkulturerbe erklärt.

In Berlin bildet das nunmehr im Maßstab 1:500 rekonstruierte Modell, an dem sich die bislang häufig übersehene Bildhaftigkeit der Planung besonders gut zeigen lässt, zusammen mit dem Modell des aktuellsten Werkbundprojekts aus dem Jahr 2016, der WerkBundStadt Berlin am Spreebord, das Dispositiv einer Wanderausstellung, die die Geschichte der Werkbundsiedlungen im 20. Jahrhundert insgesamt nachzeichnet. Sie wird von einem umfänglichen Buch-Katalog begleitet. Dessen wissenschaftliche Koordinierung lag in Händen des Lehrstuhlinhabers für Geschichte und Theorie der Architektur an der TU Kaiserslautern, Prof. Dr. Matthias Schirren, in Zusammenarbeit mit den Projektverantwortlichen für die WerkBundStadt beim Deutschen Werkbund Berlin, Prof. Dr. Paul Kahlfeldt, TU Dortmund und Prof. Dr. Claudia Kromrei, Hochschule Bremen.

Der Bebauungsplan für die WerkBundstadt am Spreebord, die bis 2023 auf dem Gelände eines aufgelassenen Tanklagers entstehen soll, wurde von den 33 international verlesenen Architekturbüros im Rahmen mehrerer Klausurtagungen erstellt. Er thematisiert den urban verdichteten Raum im Unterschied zu den meisten früheren Werkbundprojekten, deren Ideal das vor- und gartenstädtische Siedeln war.

Der von dem Stuttgarter Grafiker Demian Bern gestaltete knapp 300 Seiten umfassende Katalog ist im Ernst Wasmuth-Verlag erschienen unter dem Titel: Bauen und Wohnen. Die Geschichte der Werkbundsiedlungen. Herausgegeben von Deutschen Werkbund, Wissenschaftliche Gesamtleitung Matthias Schirren in Zusammenarbeit mit Paul Kahlfeldt und Claudia Kromrei. Mit Texten von Renate Flagmeier, Ruth Hanisch, Bettina Held, Claudia Kromrei, Hans Dieter Nägelke, Bernd Nicolai, Matthias Schirren, Wolfgang Sonne und Jörg Stabenow: Ernst Wasmuth Verlag, Tübingen, Berlin 2016.

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