Herbstbelebung lässt Arbeitslosenzahlen weiter sinken

Der sächsische Arbeitsmarkt im September 2016
(lifePR) (Nürnberg, ) Von August  auf  September ist die Zahl der arbeitslosen Menschen um 4.660 gesunken. Mit einer Arbeitslosenquote von 6,9 Prozent waren im September in Sachsen insgesamt 146.300 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum September  vergangenen Jahres sind  aktuell 15.400  Menschen weniger arbeitslos.  

„Die neusten Zahlen für den sächsischen Arbeitsmarkt sind so gut wie nie zuvor. Die drei wichtigsten Arbeitsmarktindikatoren entwickeln sich weiter sehr positiv. Die Arbeitslosenquote ist von August auf September gesunken und erreicht mit 6,9 % ihren bisherigen Tiefstand. Zurückzuführen ist der Rückgang der Arbeitslosigkeit auf die Herbstbelebung, den Ausbildungsbeginn und auf die im September üblicherweise beginnenden Fördermaßnahmen. Erfreulich ist auch, dass so viele freie Stellen zu besetzen sind wie nie zuvor. Damit sind die Chancen eine Beschäftigung zu finden gut. Sorge bereit mir, dass Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt zunehmend schlechter zusammenpassen. Die meisten Unternehmen in Sachsen suchen ausgebildete Fachkräfte, aber viele arbeitslose Menschen können wegen fehlender oder veralteter Abschlüsse nur im Helferbereich eine Arbeit finden. Deshalb ist es wichtig, die vorhandenen Potenziale der Menschen, die arbeiten wollen, zu nutzen - egal welcher Herkunft, Hautfarbe oder Religion. Dabei helfen die Arbeitsagenturen und Jobcenter durch eine intensive Betreuung und Unterstützung. Jedoch sind auch die Unternehmen gefordert, diesen Menschen eine Chance zu geben“, sagte Dr. Klaus Schuberth, Vorsitzender der Geschäftsführung  der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit (BA).  

Arbeitslosenzahl im September:  146.295
Arbeitslosenzahl im Vormonatsvergleich (150.957): -4.662 oder -3,1 Prozent
Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich (161.648):  -15.353 oder -9,5 Prozent 
Arbeitslosenquote im September (September 2015: 7,6 Prozent):  6,9 Prozent

Arbeitslosigkeit und geflüchtete Menschen  

Die Arbeitslosigkeit ist im Monatsverlauf gesunken. Insgesamt waren im September in Sachsen 146.295 Menschen arbeitslos gemeldet, 4.662 weniger als im August 2016 (minus 3,1 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren 15.353 Menschen weniger arbeitslos (minus 9,5 Prozent). Die Arbeitslosenquote belief sich im September auf 6,9 Prozent und lag damit um 0,2 Prozentpunkte unter dem Vormonatsniveau. Im Bereich der Arbeitsagenturen lag die Arbeitslosenquote bei 1,8 und im Bereich der Jobcenter bei 5,1 Prozent. Die Arbeitslosenquote ausländischer Staatsbürger ist um 0,6 Prozentpunkte auf 25,1 Prozent zurückgegangen.  

Seit Juni 2016 werden geflüchtete Menschen auch in der Arbeitslosenstatistik ausgewiesen. Bisher war das nur näherungsweise durch die Berichterstattung über Staatsangehörige aus den wichtigsten Asylherkunftsländern möglich.  

Von August auf September ist die Zahl der arbeitslosen Flüchtlinge um 159 auf 6.015 Menschen zurückgegangen. Davon sind 4.637 anerkannte Schutzberechtigte (77,1 Prozent), die durch die Jobcenter betreut werden. Weitere 1.254 Asylbewerber (20,8 Prozent) sowie 124 geduldete Ausländer (2,1 Prozent) werden durch die Arbeitsagenturen betreut. Damit liegt der Anteil der arbeitslosen Flüchtlinge an allen Arbeitslosen bei 4,1 Prozent.  

Von den 6.015 arbeitslosen Flüchtlingen kommen unter anderem 3.614 aus Syrien (60,1 Prozent), 447 aus Afghanistan (7,4 Prozent),  437 aus dem Irak (7,3 Prozent) und 245 aus Eritrea (4,1 Prozent).  

Weitere Auswertungen zu Flüchtlingen in der Förder-, Grundsicherungs- und Ausbildungsmarktstatistik werden voraussichtlich im Herbst erstellt.    

Beschäftigung  

Nach ersten Hochrechnungen waren in Sachsen im Juli 2016 rund 1,548 Millionen Frauen und Männer sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Im Vergleich zum Vorjahr sind 19.700 zusätzliche Beschäftigungsverhältnisse entstanden. Damit liegt der Beschäftigungsanstieg bei 1,3 Prozent.  

Den kräftigsten Beschäftigungszuwachs gab es im Sozialwesen (plus 5.500), im Bereich der wirtschaftlichen Dienstleistungen (plus 3.800) sowie in der Verkehrs- und Logistikbranche (plus 2.900). Auch in den Bereichen der freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistung (plus 2.400), im Bereich Erziehung und Unterricht (plus 2.000) und im Gesundheitswesen (plus 1.600) sind mehr Menschen beschäftigt als noch vor einem Jahr.    

Arbeitskräftenachfrage  

Aktuell sind in den sächsischen Arbeitsagenturen und Jobcentern insgesamt 33.340 freie Stellen gemeldet. Damit lag die Arbeitskräftenachfrage im September über dem Niveau des Vormonats (plus 30 oder plus 0,1 Prozent) und um 4.286 Stellen über dem des Vorjahres (plus 14,8 Prozent).  

Die meisten freien Stellen sind im Bereich der Zeitarbeit (12.011), im Verarbeitenden Gewerbe (3.832), im Gesundheits- und Sozialwesen (2.898), im Handel (2.791), im Baugewerbe (2.341), im Gastgewerbe (1.500) und im Bereich der freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistung (1.363) zu besetzen.  

Allein im September haben die sächsischen Unternehmen insgesamt 9.760 freie Stellen gemeldet. Das ist im Vergleich zum Vormonat ein Rückgang um 302 (minus drei Prozent). Im Vergleich zum September vor einem Jahr ist die Zahl der neu gemeldeten Stellen um 105 (minus 1,1 Prozent) gesunken. Die meisten neuen Stellen wurden im September von den Unternehmen aus der Zeitarbeit (3.390), dem Verarbeitenden Gewerbe (1.060), dem Gesundheits- und Sozialwesen (1.023), dem Handel (857), dem Baugewerbe (493) und aus der Gastronomie (489) gemeldet.  

Diese und viele andere freien Stellen sind in der Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit veröffentlicht und können mit der kostenfreien Smartphone-App zu jeder Zeit, an jedem Ort abgerufen werden. In der Jobbörse sind aktuell über 62.000 freie Stellen von sächsischen Unternehmen veröffentlicht.    

Unterbeschäftigung  

Im September 2016 haben nach ersten Hochrechnungen rund 52.502 Menschen an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen, z.B. Weiterbildungen, Praktika in Betrieben und Beschäftigung in Arbeitsgelegenheiten, teilgenommen oder standen aus anderen Gründen (zum Beispiel Krankheit) der Vermittlung nicht zur Verfügung. Damit liegt die Zahl der Menschen, die dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung standen, um rund 1.500 über dem Niveau des Vormonats und um rund 1.600 über dem Niveau des Vorjahresmonats.  

Die Unterbeschäftigung – die Summe aus Arbeitslosen und Teilnehmern an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen – belief sich insgesamt auf 198.797 Personen. Das ist ein Rückgang im Vergleich zum September 2015 um 13.736 oder 6,5 Prozent. Aktuell liegt der Anteil der Arbeitslosigkeit an der Unterbeschäftigung bei 73,6 Prozent. Bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen liegt die Unterbeschäftigungsquote im September mit 9,2 Prozent weiter im einstelligen Bereich.    

Downloadlink zu Pressefotos, Statistiken, Infografik http://www.kiss.arbeitsagentur.de/index.php?a=996bbbb39e18c1a520875a059ed28737  

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