Chinesen wollen vor Namibia Delfine für Delfinarien fangen

Auch Orcas, Südafrikanische Seebären, Brillenpinguine und Haie stehen auf der "Einkaufsliste"
Ein Heaviside-Delfin vor der Küste von Namibia. Foto: Manfred Marschner (lifePR) (München, ) Die chinesische Firma "Welwitschia Aquatic and Wildlife Scientific Research" will in namibischen Gewässern Delfine, Robben und andere Meerestiere fangen und für asiatische Aquarien und Delfinarien exportieren. Auf der Einkaufsliste der Chinesen stehen auch Orcas, Südafrikanische Seebären, Brillenpinguine, Große Tümmler und Haie.

Ausverkauf der marinen Artenvielfalt Namibias
Delfin- und Meeresschutzorganisationen wie die Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD), die britische Marine Connection und Earth Organisation Namibia warnen vor einem Ausverkauf der marinen Artenvielfalt Namibias. Die GRD hat den namibischen Staatssekretär Dr. Moses Maurihungirire vom Ministerium für Fischerei und Meeresressourcen (MFMR) aufgefordert, keine Fang- und Exporterlaubnis zu erteilen. Zusätzlich unterstützt die GRD eine Online-Petition der Earth Organisation Namibia auf avaaz.org.

Kleine Tümmler-Population in großer Gefahr
An der namibischen Küste leben mehrere Meeressäugerarten, darunter auch eine geschützte, nur noch etwa 100 Exemplare umfassende Population Großer Tümmler. Ihr Überleben ist durch die geplanten Fangaktionen hochgradig in Frage gestellt.

Das Fischerei-Management-Komitee des MFMR prüft zurzeit einen Antrag des chinesischen Unternehmens, um dann eine Empfehlung an Fischereiminister Bernhard Esau zu geben. Angeblich sollen zunächst 30 Millionen namibische Dollar (umgerechnet knapp 2 Millionen Euro) investiert werden, mit denen u. a. Ausrüstung und Boote für die auf mehrere Jahre ausgelegten Fangaktionen finanziert werden sollen.

Alle in dem Antrag genannten Arten sind auf Anhang I bzw. II des Washingtoner Artenschutzübereinkommens CITES gelistet. Da Namibia und China Mitglieder von CITES sind, bedingt eine Ausfuhrgenehmigung eine wissenschaftliche Nachhaltigkeitsprüfung, die bestätigt, dass die Populationen durch die Entnahme nicht gefährdet würden. Es gibt keine Informationen darüber, dass derartige Dokumente existieren.

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Ulrich Karlowski
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