Herkunft bestimmt stark über die Zukunft von Kindern

Diakonie stärkt präventive Angebote und fordert Finanzierung für Familienzentren
(lifePR) (Stuttgart, ) Kinder wachsen teilweise unter schwierigen Bedingungen auf. „Wir brauchen eine Familienpolitik, die es auch Menschen in prekären Situationen erleichtert, Kinder gut zu erziehen. Notwendig ist ein mit Kirchen, Kommunen und Verbänden abgestimmtes Landesprogramm“, sagt Oberkirchenrat Dieter Kaufmann, Vorstandsvorsitzender des Diakonischen Werks Württemberg. Dazu gehöre auch eine dauerhafte Förderung von Familienzentren. Kirche und Diakonie in Württemberg erreichen mit 100 solcher Zentren Familien aller sozialen Schichten.

Die Anforderungen an Familien sind hoch: Arbeitswelt und Gesellschaft verändern sich, Familien müssen mobil und flexibel sein. Das geht teils zu Lasten von Kindern und Jugendlichen. Immer noch bestimmt die soziale Herkunft stark über die Zukunft junger Menschen. Alleinerziehende und Familien mit Migrationshintergrund sind überdurchschnittlich oft von schwierigen Lebens- und Familienverhältnissen betroffen. Die Einführung der Ganztagsschule hat bisher nicht zu den erhofften positiven Effekten bei Kindern aus sozial benachteiligten Familien geführt. Die damit verbundene Tagessstrukturierung durch Hausaufgabenbetreuung, Freizeitangebote und Mittagessen reicht für diese Familien nicht aus.

„Wir machen uns stark für eine wirksame Familienpolitik, die Menschen mit Unterstützungsbedarf das Übernehmen von Verantwortung für Kinder erleichtert“, so Oberkirchenrat Kaufmann. „Deshalb fordern wir eine dauerhafte öffentliche Finanzierung von Familienzentren und ein vom Land aufgelegtes Landesprogramm in Abstimmung mit Kommunen, Kirchen und Verbänden.“

„Wesentliche Grundlagen des evangelischen Verständnisses von Familie sind Freiheit und Verantwortung, gepaart mit Verbindlichkeit und Verlässlichkeit“, so Oberkirchenrat Dieter Kaufmann. Wie gut Familien verdichteten Zeitstrukturen, prekären Arbeits- und Lebensverhältnisse gerecht werden können, hänge stark davon ab, wie hoch Eltern selbst mit Problemen belastet sind und welche gesellschaftliche Unterstützung sie bei der Bewältigung erfahren. „Mit vielfältigen Angeboten der Beratung und Entlastung fördert und stärkt die Diakonie in Württemberg Familien in schwierigen Lebenssituationen“, sagt Kaufmann. „Die Erfahrung zeigt, dass Angebote leicht zugänglich und vernetzt sein müssen, um individuelle Förderung zu ermöglichen.“

Evangelische Landeskirche und Diakonie betreiben in rund 60 Städten und Gemeinden in Württemberg mit Kindertagesstätten, Einrichtungen der Jugendhilfe und  Familienbildungsstätten über 100 Familienzentren. Denn sie greifen die konkreten Bedarfe der Familien in ihrem Stadtteil auf, um passgenaue Angebote für Kinder und ihre Familien anzubieten. Sie stärken die Eltern und aktivieren soziale Netzwerke, die nachhaltig das gesunde Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen ermöglichen. „Diakonische Angebote stehen dafür, dass jedes Kind eine Chance bekommt“, so Eva-Maria Armbruster, Stellvertreterin des Vorstandsvorsitzenden des Diakonischen Werks Württemberg. Es gibt Früh- und Sprachförderung sowie professionelle Beratung. Viele diakonische Familienzentren bieten darüber hinaus im Auftrag der Kommunen Besuchsdienste bei jungen Familien an sowie spezifische Elternkurse und interkulturelle offene Angebote.

In ihrer Herbstsammlung stellt die Diakonie in Württemberg die Situation von Kindern und Jugendlichen in den Mittelpunkt. „Voll krass“ – nicht alle Kinder und Jugendlichen haben gute Bedingungen für ihren Lebensweg. Die Diakonie hilft und bittet um Unterstützung für spendenfinanzierte Angebote.

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www.diakonie-wuerttemberg.de/sammlungen

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Diakonisches Werk der evangelischen Kirche in Württemberg e.V.
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Andrea Schlepper
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Pressesprecherin
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