Latenz – Journal für Philosophie und Gesellschaft, Arbeit und Technik, Kunst und Kultur

Eine neue Buchzeitschrift stellt sich vor und präsentiert ihre erste Ausgabe - Auf der Frankfurter Buchmesse am Stand des Talheimer Verlages in Halle 3.1 Stand A 106
(lifePR) (Mössingen-Talheim, ) Mit dem aktuellen Themenschwerpunkt „Wer ist das Volk? Die Vermessung der Demokratie — Spannungen im zivilgesellschaftlichen Bewusstsein“ stellt sich die neue deutschsprachige internationale Buchzeitschrift „Latenz“ auf der Frankfurter Buchmesse 2016 erstmals der Öffentlichkeit vor. Zwanzig Beiträge zu den Themen Demokratie und Europa, zu Philosophie und Gesellschaft sowie zu Kultur, Ästhetik und Lebenswelt sind in der ersten Ausgabe von „Latenz“ versammelt (siehe Inhaltsverzeichnis unten folgend). Ein dreißigköpfiger interdisziplinärer und internationaler Fachbeirat (siehe Namensliste unten folgend) begleitet die fünfköpfige Redaktion.

Zu den Autoren der ersten Ausgabe gehören europaweit renommierte Intellektuelle wie die ungarische Philosophin und Hannah-Arendt-Interpretin Ágnes Heller, der französische Philosoph Étienne Balibar, der Europapolitiker Reinhard Bütikofer, die politische Europa-Erneuererin Ulrike Guérot, der Wissenschaftler Yves Sintomer, der Bloch-Denker Arno Münster, der tunesische Philosoph Mohamed Turki, der Verfassungsjurist Hans-Ernst Böttcher, der italienische Philosoph Gianni Vattimo, der ehemalige Bloch-Assistent Beat Dietschy und weitere Autorinnen und Autoren.

Es wird anders. Die Welt befindet sich im Umbruch. Neue Technologien, neue Lebensweisen, neue Erfahrungswelten, aber auch neue Konfliktformationen. Die Zukunft ist offen. Aber sie ist nicht zufällig. Sie wird bedingt durch die ungleichzeitigen Dynamiken der Vergangenheit und die Ansprüche und Forderungen einer vielschichtigen Gegenwart.
Das Journal „Latenz“ versteht sich sowohl in der Tradition der Philosophie Ernst Blochs, fühlt sich aber nicht an dessen Stil und Methode des Philosophierens gebunden, wie auch in der Tradition der politischen Praxis Karola Blochs.

Das Erkenntnisinteresse der Herausgeber/innen und der Redaktion besteht in einer konkret-utopischen Diagnose der Gegenwart. Dafür sind alle mit diesem Anliegen kompatiblen theoretischen und politischen Ansätze gefragt und willkommen. Das Verbindende bleibt der „aufrechte Gang“, die „moralische Orthopädie“, wie Ernst Bloch sie als Leitgedanken formuliert, d.h. das emanzipatorische Element aus der Tradition der Aufklärung, welches sich mit dem „guten und nützlichen“ Erbe des Christentums trifft.

Das Journal ist eine in unregelmäßigen Abständen erscheinende Buch-Zeitschrift, in der versucht wird, offensichtliche wie verborgene, dominante oder auch nur auf Nebengleisen verlaufende gesellschaftliche Trends und Tendenzen zu analysieren und kritisch zu diskutieren. Wohin geht die Reise in Politik, Ökonomie, Technik, Wissenschaft, Kunst und Gesellschaft? Welche „objektiv-realen Möglichkeiten“ birgt unsere Gegenwart? Worin besteht die Latenz des Jetzt?

Das Journal „Latenz“ will ein Debatten-Forum sein. Autorinnen und Autoren unterschiedlicher Fachdisziplinen und gesellschaftlicher Gruppierungen sollen eine Plattform erhalten, auf der innerhalb eines breiten Themenspektrums zwischen Gesellschaftstheorie und historisch-politischer Analyse, ökonomischer Prognose und ästhetischer Kritik versucht werden soll, die Gegenwart zu vermessen, deren innere Dynamik aufzuspüren und auf ihr eventuell emanzipatorisches Potenzial hin zu befragen.

Das Journal wird getragen von einem Herausgeber-Team, einer Redaktion und einem Beirat. Die Herausgeberschaft liegt beim Talheimer-Verlag (Mössingen) und dessen Geschäftsführung, bei Irene Scherer und Welf Schröter. Die Redaktion wird sich aus einem teils festen, teils je nach Thematik variierenden Personenkreis zusammensetzen. Der Beirat setzt sich aus Persönlichkeiten aus Wissenschaft und Gesellschaft zusammen. Seine Aufgabe ist es, die Redaktion inhaltlich zu beraten, Themen und Autor/innen vorzuschlagen und Kontakte zu vermitteln. Die Redaktion wird von Dr. Dr. Matthias Mayer, Dr. Mathias Richter, Inka Thunecke, Irene Scherer und Welf Schröter gebildet. Kontakt: schroeter@talheimer.de
  
Mitglieder des Beirates der Buchzeitschrift LATENZ


• Dr. Dirk Balfanz, Wissenschaftlicher Geschäftsführer Cognitive Science Centre TU Darmstadt.
• Heinrich Bleicher-Nagelsmann, Bundesgeschäftsführer des Verbandes deutscher Schriftsteller (VS), Berlin;
• Hans-Ernst Böttcher, Präsident des Landgerichts i.R., Lübeck;
• Dr. Boris Buden, Philosoph, Publizist, European Institut for Progressive Cultural Policies (eipcp), Wien;
• Reinhard Bütikofer, Mitglied des Europäischen Parlaments und Ko-Vorsitzender der Europäischen Grünen Partei (EGP)
• PD Dr. Volker Caysa, Universität Leipzig, Institut für Philosophie; Vorstandsmitglied der Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen e.V., Leipzig;
• Dr. Rainer Funk, Psychoanalytiker, Nachlass- und Rechteverwalter von Erich Fromm, Erich Fromm Institut Tübingen;
• Jürgen Jahn, Dipl.-Germanist, langjähriger Lektor Ernst Blochs beim Aufbau-Verlag, Berlin;
• Dr. Simone Kimpeler, Leiterin des Competence Center Foresight, Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI, Karlsruhe;
• Dr. Wilfried Korngiebel, Literaturwissenschaftler und Philosoph, Bochum/Hattingen;
• Prof. Dr. Klaus Kornwachs, Universität Ulm; China Intelligent Urbanization Co-Creation Center at Tongji University Shanghai, Argenbühl;
• Dr. Constanze Kurz, Leiterin des Ressorts Zukunft der Arbeit (ZdA), IG Metall Vorstand, Frankfurt;
• Dipl.-Ing. Claudia Lenz, Freie Architektin; Lehrbeauftragte des Instituts für angewandte Architekturstrategien, Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK Leipzig);
• Prof. Dr. Christoph Menke, Philosoph, Lehrstuhl für Praktische Philosophie an der Goethe Universität Frankfurt am Main;
• Regine Möbius, Schriftstellerin, Vizepräsidentin des Deutschen Kulturrates und stellvertretende Vorsitzende des Verbandes deutscher Schriftsteller (VS), Leipzig;
• Prof. Dr. Arno Münster, Philosophieprofessor im Ruhestand/Universität Amiens, Nizza;
• Prof. Dr. Alice Pechriggl, Philosophin & Psychotherapeutin, Institut für Philosophie der Universität Klagenfurt;
• Prof. Dr. habil. Sabine Pfeiffer, Universität Hohenheim, Lehrstuhl für Soziologie;
• Prof. Dr. Gérard Raulet, Philosoph, Germanist, Lehrstuhl für deutsche Ideengeschichte, Universität Paris-Sorbonne;
• Beate Schmeichel-Falkenberg, Else-Lasker-Schüler-Gesellschaft, Kurt-Tucholsky-Gesellschaft, Gesellschaft für Exilforschung, Mössingen;
• Michael Schwemmle, langjähriger Geschäftsführer der Input Consulting GmbH – Beratungsgesellschaft für Innovationstransfer, Post & Telekommunikation, Stuttgart;
• Prof. Dr. Stefan Selke, Forschungsprofessur „Transformative & Öffentliche Wissenschaft", Hochschule Furtwangen;
• Prof. Dr. Yves Sintomer, Politikwissenschaftler, Département de science politique an der Universität Paris 8;
• Prof. Dr. Gordana Škorić, Universität Zagreb, Philosophische Fakultät, Abteilung für Philosophie, Zagreb;
• Prof. Dr. Grażyna Barbara Szewczyk, Lehrstuhl für Literaturtheorie und Literarische Komparatistik, Schlesische Universität Katowice;
• Prof. Dr. Winfried Thaa, Politikwissenschaftler, Lehrstuhl für Politische Theorie und Ideengeschichte an der Universität Trier;
• Imre Török, Schriftsteller; stellvertretender Vorsitzender des Verbandes deutscher Schriftsteller (VS), Berlin;
• Prof. Dr. Mohamed Turki, emer. Professor für Philosophie, Universität Tunis, Recklinghausen;
• Prof. Dr. Hans-Dieter Will, Fachhochschule Erfurt, ehem. Geschäftsführer des Vereins Hilfe zur Selbsthilfe, Beirat der Karola-Bloch-Stiftung, Reutlingen;
• Peter Zudeick, Freier Journalist, Bonn/Berlin
  
Inhalt von „Latenz 01/2016“

Werte der „Trikolore“. Editorial
Von Irene Scherer und Welf Schröter

„Latenz“ — Journal für Philosophie und Gesellschaft, Arbeit und Technik, Kunst und Kultur
Von Matthias Mayer, Mathias Richter, Inka Thunecke, Irene Scherer
und Welf Schröter


I. Wer ist das Volk? Die Vermessung der Demokratie —
Spannungen im zivilgesellschaftlichen Bewusstsein


Demokratisierungen.
Über Partizipation, Repräsentation und Konfliktdemokratie
Von Étienne Balibar

Mehr Demokratie durch mehr Europa
Von Reinhard Bütikofer

Staaten und Mächte kommen und gehen, Republiken bleiben und leben
Von Ulrike Guérot, mit Yannic Bellino und Martin Speer

Die anderen Wege der Demokratie. Eine globalgeschichtliche Perspektive
Von Yves Sintomer

Wer ist das Volk? Über die Leerstelle der Macht
im symbolischen Dispositiv der Demokratie
Von Mathias Richter

„Wir sind das Volk“. Versuch über das politische Covern
Von Luca di Blasi

Komplexität als strukturelles Hemmnis moderner Demokratie
Von Welf Schröter und Irene Scherer

Demokratie als Entwurf der Autonomie. Der Beitrag des Cornelius Castoriadis
Von Andrea Gabler und Harald Wolf

Schwarze Wolken über Frankreich im Ausnahmezustand. Düstere Aussichten für die Präsidentschaftswahlen
Von Arno Münster

Latenz, Tendenz, Utopie. Zur Vermessung der Demokratie in der arabischen Welt
Von Mohamed Turki

Rechtsstaatsaspekte der Vermessung der Demokratie in der arabischen Welt
Von Hans-Ernst Böttcher

II. Philosophie und Gesellschaft

Kosmopolitismus als Philosophie, als Zuflucht und Schicksal
Von Ágnes Heller

Geistige Freiheit
Von Gianni Vattimo

Die Weltgeschichte ist der Fortschritt im Bewußtsein der Freiheit.
Hegel und die Zukunft
Von Claus-Artur Scheier

„Unendliche Endlichkeit“. Zur Ethik und Geschichtsphilosophie
in Giordano Brunos De la causa, principio et uno
Von Matthias Mayer

Volk der Wissenden. Über heideggersche und jüdische Epistemo-Politik
Von Elat Lapidot

III. Kultur, Ästhetik und Lebenswelt

Heimat in der Zukunft?
Zur Befreiung der Arbeit im Denken von Ernst Bloch
Von Beat Dietschy

Fritz Bauer — Sein Mut und die Notwendigkeit zum Widerstand:
m aufrechten Gang seiner Pflicht“
Von Sigmund Pfender

Aneignung oder Resonanz? Zum normativen Hintergrund
zweier Neudeutungen des Entfremdungstheorems
Von Ulrich Müller-Schöll

Autorinnen und Autoren
  
ISBN 978-3-89376-170-8, 276 S., Preis 34,00 €.

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