WIP-Mitarbeiter Dr. Christian Jacke erhält den Wilfried-Lorenz-Versorgungsforschungspreis 2016

(lifePR) (Köln, ) Dr. Christian Jacke vom Wissenschaftlichen Institut der PKV (WIP) ist eine renommierte Auszeichnung zuteil geworden: Gemeinsam mit Prof. Dr. Ute-Susann Albert (Frankfurt) und Prof. Dr. Matthias Kalder (Marburg) erhielt er den diesjährigen Wilfried-Lorenz-Versorgungsforschungspreis des Deutschen Netzwerkes für Versorgungsforschung e.V. (DNVF). Die Preisverleihung fand am 5. Oktober im Rahmen des DNVF- Kongresses in Berlin statt. Die Kriterien für die Erlangung dieses Preises sind wissenschaftliche Originalität, hohe methodische Qualität sowie Relevanz für die Versorgungspraxis.

Die ausgezeichnete Arbeit trägt den Titel „5-Jahres-Überlebensvorteil von Brustkrebspatientinnen durch Abweichungen von S3-Leitlinien: Nachweis des Adhärenzparadoxons“. Die Kohortenstudie erfolgte zur Diagnostik und Therapie des primären Mammakarzinoms und basierte auf insgesamt 104 Qualitätsindikatoren aus zwei Jahrzehnten (1996 und 1997, 2003 und 2004). Ein zusammenfassender Index zeigte einen Anstieg der Versorgungsqualität von 13 auf 35 Prozent medizinischer Entscheidungen, die adhärent, also im Einklang mit den Leitlinien standen. Die 5-Jahres-Überlebenszeit-Analysen zeigten jedoch paradoxerweise, dass gerade die Patientengruppe mit Therapieentscheidungen gegen die Leitlinien-Empfehlungen überproportional von der Therapie profitierte. Dieses Phänomen versteht sich vor dem Hintergrund der massiven Anstrengungen in der Krebsversorgung (zertifizierte Organ- und Krebszentren, insbesondere Brustkrebszentren, Netzwerkbildung mit niedergelassenen Fachärzten und Tumorboards) seit den 2000er Jahren. In diesen beraten und entscheiden multidisziplinäre Behandlungsteams gemeinsam über die Versorgungssektoren hinweg einen übergreifenden Therapie- und Behandlungsplan für jede einzelne Patientin.

Es empfiehlt sich daher eine Abkehr von der reinen Maximierung der Leitlinienadhärenz hin zu einer Maximierung leitlinienbasierter Entscheidungen (Die Originalarbeit ist frei erhältlich unter http://bmccancer.biomedcentral.com/articles/10.1186/s12885-015-1765-0).

Die Forschungsarbeit von Dr. Christian Jacke entstand während seiner Promotion am Universitätsklinikum Marburg, Brustkrebszentrum Regio, und wurde vom Bundesministerium für Gesundheit gefördert.

Seit Juni 2016 ist Dr. Christian Jacke für das WIP tätig. Hier befasst er sich mit pharmakoepidemiologischen und gesundheitsökonomischen Fragestellungen somatischer Erkrankungen und seelischer Störungen.

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