Dem "Homo Bewerticus" auf der Spur: Warum Deutsche im Internet Bewertungen schreiben

Grafik Homo Bewerticus (lifePR) (Bottighofen, ) Gutes Karma via World Wide Web: Helfen liegt den Deutschen im Blut – dies bestätigt eine Studie des Bewertungsportals HolidayCheck, in der gefragt wurde, warum Internetnutzer Online-Bewertungen schreiben. Demnach verfasst ein Drittel aller Deutschen vor allem Bewertungen im Netz, um anderen Lesern von Online-Urteilen zu helfen. Auf Platz zwei der Bewerter-Typen kommt in der Studie „Der Optimierer‘“. Er möchte, dass Bewertete wie Hoteliers oder Online-Händler ihr Angebot durch sein Feedback verbessern oder ihre gute Arbeit beibehalten können. Natürlich gibt es auch denjenigen, der sein Herz im Internet ausschüttet: „Der Emotionale“ will sich entweder bedanken – oder beschweren.

HolidayCheck charakterisiert im Folgenden die wichtigsten Bewerter-Typen – unterstützt von Prof. Dr. Markus Appel, Diplom Psychologe und Professor für Medienpsychologie an der Universität Koblenz-Landau.

Auf Platz 1 steht „Der Hilfsbereite“: Über ein Drittel der Befragten bewertet demnach, „um anderen zu helfen, den richtigen Service oder das richtige Produkt zu finden“. Diesem Typ gehören bei fast ausgeglichenem Geschlechterverhältnis minimal mehr Frauen (34%) als Männer an (32%). Mit 39% der Teilnehmer in der Altersgruppe sind verhältnismäßig viele Befragte zwischen 26 und 35 Jahren vertreten – im Vergleich zu knapp 30% der über 55-Jährigen. Der Helfer-Typ hat andere Konsumenten im Sinn und ist demensprechend altruistisch motiviert. Für ihn fühlt es sich gut an, andere in ihren Entscheidungen zu unterstützen und mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.

Dem Typ „Optimierer“, der sich mit 27% der Antworten auf Platz 2 befindet, liegt es weniger daran, anderen Orientierung zu geben – er richtet sich stattdessen an den Anbieter eines Produkts oder einer Dienstleistung und findet, dieser „sollte die Möglichkeit haben, sich zu verbessern, bzw. seine gute Arbeit beizubehalten“. Zum Optimierer gehören 29% der befragten Männer und 24% der befragten Frauen.

Verglichen mit Umfragedaten aus 2014 verzeichnet „Der Optimierer“ einen Zuwachs von neun Prozent. Zwar ist es weiterhin Ziel der meisten Bewertenden, anderen Konsumenten Orientierung zu geben – die an den Bewerteten gerichtete Kommunikation nimmt jedoch zu. Dies mag Dr. Appel zufolge unter anderem daran liegen, dass in Zeiten der Sharing Economy immer häufiger Einzelpersonen bewertet werden können.

Platz 3 hat „Der Emotionale“ inne, der sich „bei dem Bewerteten bedanken oder sich Luft machen will“ (23%). Mit 23% männlichen und 22% weiblichen Umfrageteilnehmern ist das Geschlechterverhältnis hier so gut wie ausgewogen. Ähnlich wie der „Optimierer“ richtet sich auch „der Emotionale“ an den Anbieter eines Produktes oder einer Dienstleistung.

Selbstdarsteller in der Minderheit

Für nur vier Prozent der Umfrageteilnehmer zählt der Wunsch, „dass andere sehen, dass ich das Produkt oder die Dienstleistung in Anspruch genommen habe“. „Die im Internet an sich gängige Selbst-Präsentation und die Absicht, über die eigene Person zu berichten, steht für die Befragten nicht im Vordergrund“, kommentiert Dr. Markus Appel, Diplom Psychologe und Professor für Medienpsychologie an der Universität Koblenz-Landau.

Warum Menschen sich gegenseitig positiv bewerten

Dr. Appel führt einen zusätzlichen Beweggrund speziell für positive Bewertungen an: „Ein Faktor, der in der Wissenschaft im Hinblick auf Online-Bewertungen beschrieben wird, ist die Reziprozität: Wenn mir eine Person etwas Gutes tut, dann neige ich dazu, ihr auch etwas Gutes zu tun. Gerade im Bereich von Sharing-Plattformen wie Airbnb, Mamikreisel und BlaBlaCar darf vermutet werden, dass eine Motivation für positive Online-Bewertungen darin besteht, im Gegenzug selbst eine positive Bewertung vom Empfänger zu bekommen.“

Über die Studie:

Im Rahmen der repräsentativen Studie „Psychologie des Bewertens“ hat HolidayCheck im August 2016 1.821 Internetnutzer in Deutschland zum Thema Online-Bewertungen befragt. Neben der Rolle von Bewertungen im Alltag und den am häufigsten bewerteten Themengebieten wurden auch die Aspekte Motivation der Verfasser und Vertrauen in Internet-Meinungen beleuchtet. Die vollständige Studie finden Sie hier.

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