Protest in der Manege

Tierrechtler stürmen das Barelli-Zelt
(lifePR) (Frankfurt am Main, ) Am Sonntag Abend haben sich zwei Aktivisten der TierrechtsInitiative Rhein- Main unbemerkt Zugang zum Zelt des Zirkus Barelli verschafft. Bevor sie vom Zirkuspersonal unsanft abgeführt und der Polizei übergeben wurden, konnten sie vor der 18-Uhr-Vorstellung ein Transparent auf der Bühne entrollen. Die Aufschrift: "Zirkustiere, Sklaven der Manege".

25 Stunden am Stück waren Tiger, Pferde und die anderen Zirkustiere auf dem Weg nach Frankfurt in ihren Wagen eingesperrt, so Zirkusdirektor Harry Barelli persönlich vor versammeltem Premierenpublikum am Freitag. Für die Tierrechtlerinnen und Tierrechtler untragbare Zustände. Und das sei nur die Spitze des Eisbergs. "Es kann doch niemand ernsthaft artgerecht finden, Tiere ständig in winzigen Zirkuswagen zu halten", meint Larissa Deppisch, die den Protest organisierte. Das gelte besonders, aber nicht nur, für die Haltung von Wildtieren. Bei Tigern, die in der Natur Reviere von mehreren hundert Quadratkilometern durchstreifen, sei die Tierquälerei aber besonders offensichtlich.

"Wir lieben unsere Tiere", schwor Direktor Barelli, der mit bürgerlichem Namen Spindler heißt, am Freitag seinen Gästen. "Sie haben die beste Pflege." In der Show hörte man dann jedoch die Peitschen knallen. Die Hiebe schlugen auf den Hufen und vor den Köpfen der Kamele und Pferde auf, so dass die Tiere ihre Augen aufrissen. Ein Tiger missachtete die Anweisungen seines Dompteurs und lief ziellos umher. Für die Aktiven ein klares Zeichen, dass Dressur immer Gewalt bedeutet. Immer müsse der Wille des Tieres gebrochen, es seinen Beherrschern gefügig gemacht werden. Die Tiere, die im Zirkus Kunststückchen zeigen, seien kaum noch mehr als Schatten ihrer selbst.

Tierrechtlerinnen und Tierrechtler fordern deshalb von Zirkussen, auf Tiernummern zu verzichten. Sogar ein gesetzliches Verbot müsse her. Bis dahin setzen sie auch auf die Macht der Besucher. "Wir haben ja gar nichts gegen Zirkus, wie sind nur gegen Tierquälerei", sagt Larissa Deppisch. Es gebe auch Zirkusse, die seit Jahren ausverkaufte Zirkusshows ohne Tiere anbieten, wie zum Beispiel den weltberühmten Cirque du Soleil.

Die zwei Eindringlinge wurden von der Polizei nach kurzer Personalienfeststellung laufen gelassen. Das Transparent hat der Zirkus ihnen allerdings abgenommen.

Die TierrechtsInitiative Rhein-Main ist ein Zusammenschluss aktiver Tierrechtlerinnen und Tierrechtler aus dem Rhein-Main-Gebiet und Umgebung.

Durch Aktionen und Öffentlichkeitsarbeit weist sie auf die alltäglich stattfindende Ausbeutung von wehrlosen Tieren in unserer Gesellschaft hin. Seit Mitte 2005 ist sie ein eingetragener Verein und wurde vom Finanzamt Frankfurt/Main als gemeinnützig und besonders förderungswürdig anerkannt.

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TierrechtsInitiative Rhein-Main e.V.
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