Kirchentag 2011: Arbeitsgemeinschaft Juden und Christen wird 50

Jubiläumsgala und Diskussionsveranstaltung am 2. Juni im Dresdner Kulturpalast
(lifePR) (Fulda, ) Ihr fünfzigjähriges Bestehen feiert die Arbeitsgemeinschaft Juden und Christen beim Deutschen Evangelischen Kirchentag mit einer großen Jubiläumsgala - am kommenden Donnerstag, dem 2. Juni, auf dem Kirchentag in Dresden.

Beim Kirchentag 1961 in Berlin, drei Wochen, bevor der Mauerbau die Stadt teilte, führten Christen und Juden zum ersten Mal seit dem Holocaust auf deutschem Boden wieder ein öffentliches Gespräch miteinander. Die kurz darauf gegründete Arbeitsgemeinschaft Juden und Christen, das einzige derartige - und eigenständige - Gremium im Deutschen Evangelischen Kirchentag, blickt fünf Jahrzehnte später auf eine wechselvolle Geschichte zurück.

"In die Haare, in die Arme", der Titel eines Buchs der Journalistin Gabriele Kammerer zum vierzigjährigen Jubiläum, beschreibt bildhaft, dass Versöhnung und Streit die Arbeitsgemeinschaft gleichermaßen geprägt haben, sowohl im gemeinsamen theologischen Nachdenken und im Lernen voneinander als auch bei politischen Auseinandersetzungen. Exemplarisch dafür sind einerseits Debatten um das Thema der Judenmission, die über die Jahrzehnte hinweg wiederholt aufbrachen, und andererseits die Zerreißprobe, die der erste Golfkrieg im Jahr 1991 heraufbeschwor. An der Frage, ob und in welcher Weise die Politik des Staates Israel kritisiert werden darf, wäre die Kontinuität des christlich-jüdischen Gesprächs auf Kirchentagen beinahe zerbrochen.

Auch und gerade in den ausgetragenen Konflikten hat die Arbeitsgemeinschaft entscheidende Beiträge zur Annäherung, zur Verständigung und zum Verständnis zwischen Juden in Christen in Deutschland nach der Shoah geleistet. Zur Sprache kommen wird dies auf dem Kirchentag im Gespräch zwischen dem langjährigen jüdischen Vorsitzenden Micha Brumlik, Erziehungswissenschaftler aus Frankfurt am Main, und seinem christlichen Gegenüber, dem inzwischen emeritierten Neutestamentler Klaus Wengst aus Bochum. Moderiert wird die Diskussionsveranstaltung am 2. Juni im Dresdner Kulturpalast von den beiden heutigen Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft, dem Kölner Journalisten Günther Bernd Ginzel und der Hamburger Pastorin Martina Severin-Kaiser.

Abends steht dann die "Gala 50 Jahre Christlich-jüdischer Dialog" unter dem Motto "Eine Herzensangelegenheit!". Neben Kirchentagspräsidentin Katrin Göring-Eckardt und Generalsekretärin Ellen Ueberschär werden daran Bundestagspräsident Norbert Lammert, der Präsident des Zentralrats der Juden, Dieter Graumann, der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Nikolaus Schneider, sowie Avi Primor, Israels früherer Botschafter in Deutschland, mitwirken.

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