Bücher des Monats

Thomas Hoepker fotografiert
(lifePR) (Hamburg, ) "Die DDR", sagte der Dresdner Schriftsteller Volker Braun einmal, "ist der langweiligste Staat der Welt." So zitiert ihn der Fotograf Thomas Hoepker, der mehrere Jahre für den Stern in Ost-Berlin akkreditiert war, im Epilog seines Kataloges "DDR Ansichten - Views of a Vanished Country", der zu einer Ausstellung im Deutschen Historischen Museum Berlin (bis 3. Oktober) erschienen ist. Nein, möchte man angesichts dieser Bilderfülle und -vielfalt widersprechen, die DDR war bestimmt trist und deprimierend, spießig und lächerlich, aber langweilig sicher nicht - auch wenn "wertfrei drollige Schnappschüsse" nicht geliefert werden, wie Liedermacher Wolf Biermann in seinem Vorwort ankündigt.

Statt dessen liefert Hoepker ganz normale Menschen zuhause bei Kognak und Kuchen, spielende Kinder an der Mauer, sozialistische Parolen-Plakate, kriegszerstörte Fassaden und traurige Schau-fenster, und die Ost-Berliner Bonzen bei ihren Paraden sieht man auch.

Hoepkers Bilderbuch, meint Biermann, das sind Erinnerungen, die dem Gemüt der Ostdeutschen gut tun, manchmal sogar giftiggut.

Dem der Westdeutschen übrigens auch.

Thomas Hoepker: DDR Ansichten - Views of a Vanished Country. 35 Euro, Hatje Cantz 2011 . Foto: Hatje Cantz/Hoepker

www.hatjecantz.de

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