TÜV SÜD: Xenon-Umrüstung bei Motorrädern dem Fachmann überlassen

(lifePR) (München, ) Sehen und gesehen werden - für Motorradfahrer eine Frage von überlebenswichtiger Bedeutung. Für bessere Sicht und Sichtbarkeit sorgt die Xenontechnologie, die jedoch nur für wenige Bikes ab Werk erhältlich ist. Die Xenon-Umrüstung steht daher bei vielen Motorradfahrern auf der Wunschliste. Das Angebot ist dementsprechend groß - auch das mit unrechtmäßigen Umrüstsätzen. TÜV SÜD rät deshalb: Die Umrüstung sollten Motorrader-Fahrer dem Fachmann überlassen, sich aber vor dem Umbau in jedem Fall gründlich informieren. Welche Vorschriften beim Xenonumbau eingehalten werden müssen, ist eines der Themen auf dem TÜV SÜD-Stand 335 in Halle 3 bei der Internationalen Motorradausstellung, IMOT, die vom 17. bis 19 Februar im M,O,C, in München stattfindet.

Der Blick in die Biker-Foren bestätigt: Xenonumrüstung gehört zu den Topthemen. Der Drang nach Durchblick und Individualität sorgt für eine riesige Angebotspalette. Warum also nicht einfach umrüsten? Das Internet suggeriert den einfachen und kostengünstigen Umbau - selbst für Laien. Dabei ist der Umbau technisch höchst anspruchsvoll, weil für die lichtstarken Lampen strenge gesetzliche Vorschriften gelten. So ist es beispielsweise verboten, das Birnchen einfach durch eine Xenonlampe samt Vorschaltgerät zu ersetzen. Dazu Philip Puls von TÜV SÜD: "Die Umrüstung auf Xenon-Licht sollte am besten durch eine Fachwerkstatt durchgeführt werden, denn der Umbau ist beispielsweise hinsichtlich der erforderlichen zusätzlichen Leuchtweitenregulierung technisch anspruchsvoll. Auch handelt es sich um ein Hochvoltsystem und daher besteht auch hier besondere Vorsicht. Die Birne einfach auszutauschen ist gefährlich und verboten."

Denn beim Xenon-Umbau muss in der Regel das gesamte Frontlichtsystem ausgetauscht werden und es bedarf einer Leuchtweitenregulierung für das Fahrzeug, um bei Beladung andere Verkehrsteilnehmer nicht zu blenden. "Schnell und günstig ist die Umrüstung auf Xenon also nicht zu haben", so Puls. Die Kriterien für die Nachrüstung sind sowohl in der StVZO als auch in der Regelung ECE-R-53.01 festgeschrieben. Alle einzelnen Komponenten müssen also EG oder ECE-Regelungen erfüllen.

Beispiel aus dem Anforderungskatalog: Wegen der großen Stärke der Lichtquelle spielt beim Xenonlicht der Blendschutz eine besonders große Rolle. Beim Umbau muss daher genau darauf geachtet werden, dass die vertikale Neigung des Lichtbündels immer zwischen minus 0,5 und minus 2,5 Prozent bleibt - und das bei jeder Beladung. Eine Scheinwerferreinigungsanlage gehört übrigens bisher nicht zum Anforderungskatalog, sofern das Fahrzeug hinsichtlich der gesamten Beleuchtung den EG-Vorschriften entspricht.

H4, H7, Xenon, LED - wie bei Autos kommen bei Motorrädern inzwischen die unterschiedlichsten Leuchtmittel zum Einsatz. Gerade bei älteren Modellen mit nur einem Scheinwerfer sind das in der Regel H4-Lampen. Neuere Maschinen sind ab Werk meistens mit H7-Lampen ausgerüstet. Bei richtiger Einstellung, intakten Reflektoren und frischen Leuchtmitteln sorgen die Halogenscheinwerfer für eine sehr gute Ausleuchtung der Straße. Lässt die Leuchtkraft nach, steckt meistens ein Defekt dahinter.

Vor der Umrüstung sollten sich Motorradfahrer auf jeden Fall genau ausrechnen, ob sich die Investition lohnt. "Beim professionellen Umbau sind schnell mal 1.000 Euro weg", sagt Puls. Ist die Maschine schon älter, ist es auf jeden Fall günstiger, die alte Lichtanlage wieder in Schuss zu bringen.

Tipp zum Schluss: Bei Motorradlampen gibt es große Qualitätsunterschiede und der Kauf renommierter Fabrikate lohnt sich. Blaue Scheinwerferlampen, die "Xenon-Effekt" oder "Laser-Licht" ankündigen, halten die Versprechungen meist nicht und sind lichttechnisch oft sogar unterlegen. Kein unseriöses Werbe-Argument sind dagegen sogenannte Longlife-Versionen, deren Lebensdauer rund zwei bis drei Mal so hoch ist wie die von Standardlampen.

Weitere Informationen unter www.tuev-sued.de.

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