Keine Fortsetzung des konjunkturellen Aufwärtstrends

Keine Fortsetzung des konjunkturellen Aufwärtstrends (lifePR) (Kassel, ) "Das nord-, ost- und mittelhessische Handwerk konnte im zurückliegenden Jahr einen leichten Umsatzanstieg und eine Zunahme bei den Arbeitsplätzen verzeichnen. Der Jahresumsatz stieg um rund ein Prozent auf 7,8 Milliarden Euro und die Zahl der Beschäftigten um 600 auf 88.600 (+ 0,7 Prozent). Die aktuelle Geschäftslage wird von den Betrieben im Schlussquartal 2007 wieder etwas schlechter eingeschätzt als noch vor einem Jahr, so dass wir keine weitere konjunkturelle Dynamik für das Jahr 2008 erwarten", so Kammerpräsident Gerhard Repp bei der Präsentation der aktuellen Konjunkturumfrage, die bei der Firma HR Fensterbau GmbH in Steffenberg vorgestellt wurde.

Geschäftsklimaindex sinkt zum zweiten Mal hintereinander Der Geschäftsklimaindex, der die gegenwärtige und zukünftige Einschätzung der Geschäftslage abbildet, ist nun zum zweiten Mal hintereinander gesunken. Gegenüber dem Vorjahr fiel er um 2,5 auf 75,4 Punkte (Vorquartal: 79,6 Punkte). Die aktuelle Geschäftslage wurde von 78,4 Prozent der Betriebe (Vorjahr: 81,8 Prozent) mit gut bzw. befriedigend bewertet.

Das Gesamtbild der Handwerkskonjunktur wird weiterhin von großen Unterschieden zwischen den einzelnen Handwerksgruppen geprägt: In den Monaten Oktober bis Dezember liefen die Geschäfte bei den Betrieben des gewerblichen Bedarfs (industrielle Zulieferer) weiterhin auf vollen Touren, was von dem Geschäftsführer der HR Fensterbau GmbH, Horst Rein, bestätigt wird. Die Auftragsbücher seien voll und man erwarte auch ein sehr gutes Jahr 2008. Auf ähnlich gutem Niveau liegen die Betriebe der Nahrungsmittelhandwerke, die von dem guten Weihnachtsgeschäft profitieren konnten. Ingesamt große Zufriedenheit herrscht weiter bei den Betrieben des Ausbaugewerbes. Dagegen gibt es im Bauhauptgewerbe viele unzufriedene Stimmen. Die deutlich gesunkene Nachfrage im privaten Wohnungsbau schlägt immer mehr durch, andererseits hat sich der Gewerbebau wieder verstärkt. Im Kfz-Gewerbe wird das schlechte Handelsgeschäft von einer etwas verbesserten Werkstattauslastung überlagert. Insgesamt bleibt die Stimmung schlecht. Sehr schwierig ist und bleibt die Lage bei den privaten Dienstleistern, die die Zurückhaltung der Konsumnachfrage am stärksten spüren.

Harte Konjunkturindikatoren saisonal nach unten gerichtet Die Umsätze der nord-, ost- und mittelhessischen Handwerksbetriebe waren saisonal bedingt nach unten gerichtet und entwickelten sich etwas schlechter als vor Jahresfrist. Allerdings ist der Vergleich mit dem Vorjahresergebnis wegen der damaligen Vorzieheffekte aufgrund der Mehrwertsteuererhöhung nur bedingt aussagefähig. Auftragseingänge und -bestände entwickelten sich ebenfalls schlechter als vor zwölf Monaten. Dadurch legte auch die durchschnittliche Kapazitätsauslastung den Rückwärtsgang ein, gegenüber dem Vorjahr sank sie um 2,6 Prozentpunkte auf 74,1 Prozent. Andererseits stieg die Reichweite der Auftragsbestände von 5,4 Wochen in 2006 auf 5,6 Wochen leicht an. Das Investitionsverhalten konnte sich im 4. Quartal 2007 auf höherem Niveau stabilisieren. Die Quote der investierenden Betriebe ist mit 35,3 Prozent sogar über dem Vorjahresniveau (33 Prozent).

Insgesamt 13 Prozent der Betriebe haben ihren Personalbestand im Berichtszeitraum weiter aufgestockt, 20 Prozent der Handwerksbetriebe mussten allerdings Stellen abbauen. Saisonalbedingt ist der Beschäftigtensaldo negativ, auch zum Jahresanfang dürfte es dadurch einen weiteren Beschäftigtenabbau geben. Doch bleibt die Jahresbilanz mit einem Plus von insgesamt 600 neuen Stellen positiv.

Handwerker erwarten bestenfalls Seitwärtsbewegung der Konjunktur Für das 1. Quartal 2008 sind die Erwartungen der Betriebe im nord-, ost- und mittelhessischen Handwerk jahreszeitlich bedingt nach unten gerichtet und liegen auf dem Niveau des Vorjahres. Nur noch 16 Prozent der Betriebsinhaber (Vorjahr: 14,2 Prozent) erwarten eine gute, 53,8 Prozent (Vorjahr: 55,2 Prozent) eine befriedigende Geschäftslage. Pessimistisch sind dagegen 30,2 Prozent (Vorjahr: 30,6 Prozent) der Befragungsteilnehmer gestimmt. Auch hier wird deutlich, dass die Betriebsinhaber für das neue Jahr keine weitere Dynamik der konjunkturellen Entwicklung erwarten und dass bestenfalls eine Seitwärtsbewegung der Konjunkturentwicklung eintreten wird, die insbesondere von den industriellen Zulieferern gestützt werden wird.

Die komplette Analyse kann unter www.hwk-kassel.de (Rubrik: Aktuelles/Konjunktur) abgerufen oder telefonisch angefordert werden.

Kontakt

Handwerkskammer Kassel
Scheidemannplatz 2
D-34117 Kassel
Dr. Matthias Joseph
Öffentlichkeitsarbeit Wirtschaft und Statistik

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