Der Arbeitsmarkt im Juli

Wie erwartet: Arbeitslosigkeit saisonbedingt angestiegen / Arbeitskräftenachfrage aber weiterhin stabil
(lifePR) (Karlsruhe, ) Die Arbeitslosigkeit im Stadt- und Landkreis Karlsruhe ist im Juli - wie erwartet - saisonbedingt angestiegen. 15.740 Frauen und Männer waren zum Stichtag ohne Arbeit.

Im Monatsvergleich (Juni 2012 zu Juli 2012) ist das ein Plus von 522 Personen und damit geringfügig mehr als im Durchschnitt der letzten fünf Jahre. Im Vergleich zum Juli des Vorjahres ging die Zahl der arbeitslosen Menschen um gut 100 zurück.

Hierzu Ingo Zenkner, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Karlsruhe:

"Ein Anstieg der Arbeitslosigkeit in dieser Größenordnung ist für die Sommermonate typisch und liefert keine Hinweise auf Veränderung der wirtschaftlichen Entwicklung. Wie jedes Jahr melden sich in den Sommermonaten viele Schul- und Ausbildungsabsolventen arbeitslos. Das hängt damit zusammen, dass in dieser Zeit die Übergänge vom Ausbildungs- ins Beschäftigungssystem stattfinden. Daher ist auch die Zahl der Arbeitslosen unter 25 Jahren überdurchschnittlich stark angestiegen. Sie liegt aber unter dem Vorjahreswert.

Aus Erfahrung weiß ich, dass diese jungen Arbeitslosen, die nun statistisch zu Buche schlagen, nicht lange bei uns gemeldet sein werden. Nach der Urlaubszeit in den Betrieben finden diese gut ausgebildeten Berufsanfänger schnell einen Arbeitsplatz, zumal der Arbeitsmarkt für Fachkräfte sehr aufnahmefähig ist.

Hinzu kommt, dass sich der Quartalskündigungstermin zum 30. Juni bemerkbar macht. Dies ist immer noch der zweitgrößte Kündigungstermin im Jahr. Und nicht zuletzt nehmen die Betriebe so kurz vor der Ferienzeit vergleichsweise weniger Neueinstellungen vor".

Der Arbeitsmarkt im Überblick

15.740 Frauen und Männer waren im abgelaufenen Monat ohne Arbeit. Das sind 522 mehr als im Juni und 101 weniger als im Vorjahr. Zunahme gab es insbesondere bei Jugendlichen und Frauen.

Im Juli waren 1.589 jüngere Menschen unter 25 Jahren arbeitslos. Gegenüber dem Juni ein Anstieg von 316 oder 24,8 Prozent. Die Arbeitslosenquote der unter 25-Jährigen ist auf 3,7 Prozent angestiegen. Sie blieb aber unter dem Vorjahresniveau (3,8 Prozent).

Ein ähnliches Bild zeichnete sich bei der geschlechtsspezifischen Betrachtung ab. Hier machte sich der Quartalskündigungstermin bemerkbar, denn dieser betrifft in der Regel die klassischen Dienstleistungsberufe, in denen besonders viele Frauen tätig sind. Ihre Zahl stieg um 4,9 Prozent oder 346 auf 7.418 Personen an. Der Frauenanteil gemessen an allen Arbeitslosen liegt bei 47,1 Prozent. Bei den arbeitslosen Männern hingegen fiel der Anstieg mit 2.2 Prozent moderater aus, 8.322 sind derzeit arbeitslos.

Die Arbeitslosenquote, die auf der Basis aller zivilen Erwerbspersonen berechnet wird, ist um einen Zehntelprozentpunkt gestiegen Mit aktuell 4,1 Prozent liegt sie um 0,2 Prozent über dem Landesdurchschnitt.

Der Blick auf die beiden Rechtskreise unterstreicht die bisherigen Aussagen. Die Zunahme erfolgte in erster Linie bei den Versicherungskunden (Sozialgesetzbuch III - SGB III). Die Zahl der arbeitslosen Menschen, die Grundsicherungsleistungen nach dem SGB II erhalten, konnte hingegen reduziert werden (minus 96). Im Vergleich zum Juli 2011 fällt die Abnahme noch deutlicher aus (minus 541).

In den vergangenen vier Wochen erhielten 9.234 Frauen und Männer oder 58,7 Prozent aller Arbeitslosen aus dem Stadt- und Landkreis Karlsruhe Leistungen zur Grundsicherung (SGB II).

4.463 Frauen und Männer mussten sich im Juli bei einer der fünf Agenturgeschäftsstellen in Karlsruhe, Bretten, Bruchsal, Ettlingen, Waghäusel oder in einem der JobCenter neu oder erneut arbeitslos.

Gleichzeitig konnten 3.946 Personen aus der Arbeitslosigkeit abgemeldet werden.

"Obwohl der Arbeitsmarkt leicht an Dynamik abgenommen hat, belegen die Zu- und Abgangszahlen sowie die Vorjahresvergleiche, dass er weiterhin aufnahmefähig ist", fügt Ingo Zenkner an.

Die Einstellungsbereitschaft der regionalen Unternehmen hat sich in den vergangenen vier Wochen nicht geändert. Arbeitgeber meldeten der Agentur im Juli 1.525 neue Arbeitsstellen.. Das Gesamtangebot im Bezirk der Agentur für Arbeit Karlsruhe im Juli lag mit rund 4.110 um 8,9 Prozent höher als im Vorjahresmonat.

Der Ausbildungsmarkt ist noch kräftig in Bewegung: Seit Beginn des Berichtsjahres (Oktober bis September des Folgejahres) meldeten die Arbeitgeber 3.627 Ausbildungsstellen.

Zeitgleich haben rund 3.603 Bewerberinnen und Bewerber, die eine Ausbildungsstelle suchen, bei der Berufsberatung vorgesprochen. Die Zahl der Bewerber kann sich aber in den nächsten Wochen noch erhöhen, da sich direkt nach Ende des Schuljahres auch die Jugendlichen melden werden, deren selbständige Suche bisher ohne Erfolg blieb.

Bewerber, die noch einen Ausbildungsplatz suchen, sollten sich schnellstmöglich mit der Berufsberatung in Verbindung setzen, denn es gibt noch Ausbildungsangebote in unterschiedlichen Berufen.

Termine können unter der Service Rufnummer 01801 555 111 * vereinbart werden.
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