US-Zulassung für Bayer-Krebsmedikament Stivarga® (Regorafenib) zur Behandlung von Patienten mit gastrointestinalen Stromatumoren

Phase-III-Studie mit Stivarga zeigte eine signifikante Verlängerung des progressionsfreien Überlebens bei Patienten mit gastrointestinalen Stromatumoren (GIST), deren Krankheit nach vorheriger Behandlung weiter fortgeschritten war
(lifePR) (Berlin, ) Die US-amerikanische Gesundheitsbehörde FDA (Food and Drug Administration) hat das Krebsmedikament Stivarga® (Wirkstoff: Regorafenib) von Bayer zur Behandlung von Patienten mit lokal fortgeschrittenen, inoperablen oder metastasierten gastrointestinalen Stromatumoren (GIST) zugelassen, die zuvor mit den Wirkstoffen Imatinib und Sunitinib behandelt worden waren. Die Zulassung von Stivarga basiert auf den Ergebnissen der zulassungsrelevanten Phase-III-Studie GRID. Diese konnte im Vergleich zu Placebo eine statistisch signifikante Verlängerung der progressionsfreien Überlebenszeit bei Patienten zeigen, deren Krankheit nach der Behandlung mit den bereits zugelassenen Standard-Therapien weiter fortgeschritten war.

Stivarga ist von der FDA außerdem zugelassen zur Behandlung von Patienten mit metastasierten kolorektalen Karzinomen (mCRC), die bereits mit einer Fluoropyrimidin-, Oxaliplatin- und Irinotecan-basierten Chemotherapie, einer Anti-VEGF-Therapie und - bei KRAS-Wildtyp - einer Anti-EGFR-Therapie behandelt wurden. Stivarga ist ein oral wirksamer Multi-Kinase-Inhibitor. Die Substanz hemmt die Wirkung verschiedener Enzyme (Kinasen) innerhalb der Signalwege der Zelle, die bei Wachstum und Progression von Tumoren eine Rolle spielen.

"Diese zweite US-Zulassung für Stivarga von Bayer zeigt das Potenzial der Substanz für Krebspatienten, die neue Behandlungsoptionen benötigen, um das Fortschreiten ihrer Krankheit weiter aufzuhalten", sagte Kemal Malik, M.D., Mitglied des Executive Committees von Bayer HealthCare und Leiter der Globalen Entwicklung. "Damit kann Patienten mit dieser seltenen, aber aggressiven Krebsform, die bisher keine weiteren Behandlungsoptionen mehr hatten, eine neue Behandlung angeboten werden. Bayer wird weiterhin investieren, um innovative Therapien für Patienten zu entwickeln."

"Wir haben schon gute Fortschritte in der Behandlung von GIST gemacht. Aber wir haben auch auf neue, effektive Medikamente für die Patienten gewartet, deren Krebserkrankung sich trotz Behandlung verschlechtert", sagte Dr. George Demetri, Direktor des Ludwig-Center am Dana-Farber Cancer Institute in Boston, Massachussetts (USA) und leitender Prüfarzt der GRID-Studie. "In den Studien hat Regorafenib das Fortschreiten der Erkrankung bei Patienten verlangsamen können, deren Krankheit nach vorheriger Behandlung weiter fortgeschritten war. Damit bietet es eine neue Behandlungsmöglichkeit für Patienten, die bisher keine weiteren Optionen mehr hatten."

Die zulassungsrelevante Phase-III-Studie GRID (GIST - Regorafenib In Progressive Disease) konnte zeigen, dass Regorafenib in Kombination mit der bestmöglichen unterstützenden Behandlung (best supportive care oder BSC) das progressionsfreie Überleben der behandelten Patienten im Vergleich zu Patienten mit Placebo plus BSC statistisch signifikant verlängern konnte (HR=0,27 [95% CI 0,19-0,39], p<0,0001). Untersucht wurden Patienten mit metastasierten oder inoperablen GIST, die bereits mit Imatinib und Sunitinib behandelt worden waren. Die mittlere progressionsfreie Überlebenszeit betrug in der Regorafenib-Gruppe 4,8 Monate, verglichen mit 0,9 Monaten in der Placebogruppe (p<0,0001). Zum Zeitpunkt der vorab definierten Zwischenanalyse war keine statistisch signifikante Differenz in der Gesamtüberlebenszeit feststellbar, basierend auf 29% der Fälle für die Endanalyse. Zum Zeitpunkt des Fortschreitens der Erkrankung wurde Patienten aus beiden Gruppen die weitere Behandlung mit Regorafenib angeboten ("Open-Label"-
Phase). 56 (85%) Patienten aus der Placebogruppe und 41 (31%) der Patienten aus der Regorafenib-Gruppe erhielten Regorafenib in der Open-Label-Phase.

In klinischen Studien waren die am häufigsten berichteten behandlungsbedingten Nebenwirkungen (mit einer Häufigkeit von mindestens 20%) bei Regorafenib-Patienten im Vergleich zu mit Placebo behandelten Patienten Müdigkeit, Hand-Fuß-Syndrom, Durchfall, verminderter Appetit und verminderte Nahrungsaufnahme, Bluthochdruck, Entzündungen der Mundschleimhaut, Beeinträchtigungen der Stimme, Infektionen, unspezifische Schmerzen, Gewichtsverlust, Bauchschmerzen, Hautausschlag, Fieber und Übelkeit. Die schwersten Nebenwirkungen bei Patienten, die Stivarga erhielten, waren Lebertoxizität, Blutungen und Perforationen der Darmwand.

Ergebnisse der GRID-Studie wurden im Juni 2012 auf dem Jahreskongress der American Society of Clinical Oncology (ASCO) präsentiert und online im November 2012 im Fachjournal The Lancet veröffentlicht.

Stivarga wurde in einem "Fast Track"-Programm entwickelt und von der FDA begutachtet und in einem beschleunigten Zulassungsverfahren (Priority Review) von der FDA zugelassen, und zwar sowohl in der Indikation GIST als auch in der Indikation mCRC. Diese Verfahren hat die FDA eingerichtet, um die Entwicklung und Begutachtung von Medikamenten zu beschleunigen, die zur Behandlung schwerer Krankheiten dienen und einen bisher ungedeckten medizinischen Bedarf adressieren (Fast Track) bzw. Medikamenten, die deutliche Fortschritte in der Behandlung bieten oder eine Therapie möglich machen, wo bisher noch keine existierte (Priority Review).

Über die GRID-Studie

GRID war eine randomisierte, doppelblind durchgeführte, Placebo kontrollierte Multicenterstudie der klinischen Phase III. Untersucht wurden die Wirksamkeit und Sicherheit von Regorafenib zur Behandlung von GIST.

199 Patienten, deren Krankheit trotz Behandlung mit Imatinib und Sunitinib weiter fortgeschritten war, erhielten randomisiert im Verhältnis 2:1 entweder Regorafenib (160 mg einmal täglich über drei Wochen, gefolgt von einer Woche Pause) oder Placebo, jeweils kombiniert mit der bestmöglichen unterstützenden Behandlung. Bei der Einteilung der Gruppen wurden die vorherigen Behandlungen (zwei vorherige Therapien oder mehr) und geographische Region (Asien oder restliche Welt) der Patienten berücksichtigt (stratifizierte Randomisierung). Der primäre Studienendpunkt war das progressionsfreie Überleben. Zu den sekundären Endpunkten zählten das Gesamtüberleben, die Zeit bis zum erneuten Fortschreiten der Krankheit, die Krankheitskontrollrate, die Ansprechrate des Tumors sowie die Dauer des Ansprechens. Die Sicherheit und Verträglichkeit beider Behandlungsgruppen wurde ebenfalls verglichen.

Über Gastrointestinale Stroma-Tumore

Gastrointestinale Stroma-Tumore oder kurz GIST sind die häufigste Form von Sarkomen im Magen-Darmtrakt. GIST sind bösartige (maligne) Tumore und können lebensbedrohlich sein, wenn sie in andere Bereiche des Körpers streuen (metastasieren) oder nicht vollständig operativ entfernt werden können. GIST Tumore weisen eine Neuerkrankungsrate von 11 bis 20 Fällen pro Million Menschen pro Jahr auf.

Die Entdeckung der onkogenen KIT-Kinase Mutationen in GIST und die Einführung von Therapien mit Kinase-Inhibitoren haben zu einer schnellen Entwicklung im Verständnis dieser Tumore geführt. Es ist bekannt, dass 70-80% der Tumore eine onkogene Mutation im KIT-Gen aufweisen und dass diese Mutation zu einer dauerhaften Aktivierung der Kinase führt. Daher ist das mutierte KIT-Gen ein klinisch relevantes therapeutisches Target für GIST.

Über Stivarga® (Regorafenib)

Stivarga® (Wirkstoff: Regorafenib) ist ein oral wirksamer Multi-Kinase-Inhibitor, der in präklinischen Studien zeigen konnte, bestimmte Signalwege des Tumorwachstums zu hemmen - darunter Rezeptoren für VEGF, die eine wichtige Rolle bei der Angiogenese (Blutversorgung) des Tumors spielen. Regorafenib blockiert außerdem verschiedene onkogene Kinasen und Kinasen der Mikroumgebung der Tumorzelle, darunter KIT und PDGFR, die eine wichtige Rolle bei der Angiogenese (Blutversorgung) des Tumors spielen, und verhindert dadurch das Wachstum (Proliferation) von bestimmten Tumorzellen.

Bayer hat in der EU die Zulassung von Regorafenib zur Behandlung von Patienten mit metastasiertem kolorektalem Karzinom beantragt. Der japanische Zulassungsantrag von Regorafenib bei fortgeschrittenem CRC, der im Juli 2012 eingereicht wurde, wird von der dortigen Behörde mit Priorität geprüft. Im Dezember 2012 hat Bayer in Japan die Zulassung für Regorafenib bei GIST beantragt.

Regorafenib ist ein Bayer-Wirkstoff und wird in den USA gemeinsam von Bayer und Onyx Pharmaceuticals vermarktet. Mit Onyx hat Bayer 2011 eine Vereinbarung getroffen, nach der Onyx Lizenzgebühren auf weltweite Umsätze mit Regorafenib im Bereich der Krebsbehandlung erhält.

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