Arbeitsmarkt im Juni

Gut 600 Arbeitslose weniger als im Mai - Quote jetzt bei 3,9 Prozent
(lifePR) (Karlsruhe, ) Im Juni ist die Arbeitslosigkeit erneut zurückgegangen. 21.402 Frauen und Männer waren zum Stichtag ohne Arbeit. Das sind 605 weniger als im Mai. Die Arbeitslosenquote liegt mit 3,9 Prozent auf Vorjahresniveau und um einen Zehntelprozentpunkt niedriger als im Mai.

"Die Entwicklung am Arbeitsmarkt verlief in den zurückliegenden Wochen günstig. Nach wie vor sinken die Arbeitslosenzahlen. Bestehende Beschäftigungsverhältnisse sind vergleichsweise stabil aber gleichzeitig ist die Personalnachfrage der Betriebe im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Das bedeutet, dass die Aufnahmefähigkeit des Marktes nachgelassen hat", kommentiert Gerhard Volz, der Geschäftsführer im operativen Bereich der Agentur Karlsruhe-Rastatt.

"Positiv, dass alle Personengruppen profitierten. Wir haben in den letzten Monaten den Fokus verstärkt auf die Eingliederung der Personengruppen gelenkt, die - einmal arbeitslos - nur sehr schwer wieder einen Arbeitsplatz finden. Insbesondere Ältere, Jugendliche ohne Berufsabschluss, Migranten, Menschen mit Behinderungen und Alleinerziehende haben - trotz des nach wie vor guten Arbeitsmarktes - weiterhin geringere Chancen, schnell einen neuen Arbeitsplatz zu finden. Unser Ziel ist es, diese Personen in Beschäftigung zu halten oder aber unsere Anstrengung darauf zu richten, sie möglichst schnell in Arbeit zu bringen. Ihr Können und ihre Erfahrungen stellen wertvolle Potentiale zur Deckung des weiterhin wachsenden Fachkräftebedarfs dar", so Volz weiter.

Das bundesweite Vermittlungskonzept INGA (Interne, ganzheitliche Integrationsberatung) unterstützt dieses Ziel. 21 speziell geschulte Beratungsfachkräfte stehen für Menschen im Bezirk Karlsruhe-Rastatt, die Hürden auf dem Weg zurück ins Erwerbsleben zu meistern haben, zur Verfügung. Sie begleiten ihre Kunden auf Wunsch auch zu Vorstellungsgesprächen oder bei Behördengängen und helfen bei der Suche nach Beratungs- und Unterstützungsangeboten, zum Beispiel bei der Betreuung von Kindern oder bei Schuldenproblemen. In den INGA-Teams betreut ein Vermittler nur 65 Personen.

Entwicklung der Arbeitslosigkeit im Gesamtbezirk

Im Vergleich zum Vormonat gab es in beiden Rechtskreisen einen Rückgang der Arbeitslosenzahlen. Unter den rund 21.400 arbeitslosen Frauen und Männern waren 8.769 Versicherungskunden. 455 weniger als im Vormonat. Ebenfalls rückläufig, die Zahl der Menschen, die Arbeitslosengeld II erhielten. 12.633 Personen - und damit 150 weniger als im Mai - beziehen jetzt Grundsicherungsleistungen.

Im Juni gab es wieder viel Bewegung auf dem Arbeitsmarkt. Dabei überwog die Zahl der Abmeldungen.

5.363 Menschen konnten aus der Arbeitslosigkeit abgemeldet werden; rund 430 mehr als letzten im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Gleichzeitig mussten sich aber auch 4.757 Frauen und Männer bei einer der neun Agenturgeschäftsstellen oder in einem der JobCenter neu oder erneut arbeitslos melden. Gut 780 weniger als im letzten Monat.

Die Arbeitskräftenachfrage stieg im Juni leicht an. Sie blieb aber im Vergleich zum Vorjahr hinter den Erwartungen zurück. Die Personalverantwortlichen in den Unternehmen haben dem Arbeitgeberservice in den vergangenen vier Wochen 1.815 neue Arbeitsstellen zur Besetzung gemeldet. Durch den Anstieg an neuen Arbeitsstellen hat sich das derzeitige Gesamtangebot um 34 auf 4.733 geringfügig erhöht.

Der Ausbildungsmarkt ist weiterhin kräftig in Bewegung. Seit Beginn des Berufsberatungsjahres im Oktober 2012 wurden dem Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit Karlsruhe-Rastatt bisher 5.760 Berufsausbildungsstellen zur Besetzung gemeldet, das sind 5,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Davon stehen derzeit noch knapp 2.010 Stellen für geeignete Bewerberinnen und Bewerber zur Verfügung. Im gleichen Zeitraum meldeten sich 5.000 Jugendliche, die eine Ausbildung machen möchten - nahezu gleich viele wie vor einem Jahr. Davon sind noch rund 1.870 Bewerberinnen und Bewerber auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz oder einer beruflichen Alternative.

Betrachtet man das Verhältnis der gemeldeten Ausbildungsstellen zu den Bewerbern, kommt rein rechnerisch pro Bewerberin oder Bewerber eine 1,15 Stellen. Aber so einfach ist das nicht, denn in vielen Fällen passen die Vorstellungen der Jugendlichen und die der Betriebe nicht zusammen. Unternehmen und Handwerksbetriebe sollten deshalb verstärkt Jugendliche in Betracht ziehen, die nicht gleich mit ihren Schulnoten überzeugen, sondern deren Qualitäten mehr in der praktischen Arbeit liegen. Über Praktika können sich Schüler und Ausbildungsbetrieb am besten kennenlernen.

Entwicklung der Arbeitslosigkeit in den neun Geschäftsstellen

Der Blick auf die einzelnen Geschäftsstellen zeigt ebenfalls die recht positive Entwicklung. Alle Agenturgeschäftsstellen konnten einen Rückgang der Arbeitslosenzahlen melden.

Hauptagentur Karlsruhe

Hier hat sich die Arbeitslosigkeit von Mai auf Juni um 188 auf 9.812 verringert.

Dadurch veränderte sich die Arbeitslosenquote. Mit 4,5 Prozent liegt sie um einen Zehntelprozentpunkt unter Vorjahresniveau.

In den vergangen vier Wochen konnten knapp 2.410 Frauen und Männer ihre Arbeitslosigkeit beenden. Das waren 100 mehr als vor einem Jahr. Sie haben jetzt wieder Arbeit, besuchen eine berufliche Weiterbildung oder eine betriebliche/schulische Ausbildung. Ein Teil hat sich auch aus persönlichen Gründen aus dem Arbeitsmarktgeschehen zurückgezogen. Gleichzeitig mussten sich rund 2.210 Personen in der Karlsruher Hauptagentur neu oder erneut arbeitslos melden und damit deutlich weniger als im Vormonat (minus 348).

Die Arbeitgeber meldeten im Juni rund 70 neue Arbeitsstellen mehr als im Vormonat. 815 neue Arbeitsstellen konnte der Karlsruher Arbeitgeberservice aufnehmen. Die meisten Vakanzen gibt es in den Fertigungsberufen, im medizinischen Gesundheitswesen, im Verkauf oder im Verkehr und Logistikbereich.

Das Gesamtangebot im Hauptagenturbezirk Karlsruhe liegt derzeit bei 1.954 Stellen.

Geschäftsstellen in Mittelbaden

Auch in Mittelbaden hat die Arbeitslosigkeit in den vergangenen vier Wochen stärker abgenommen als in den vergleichbaren Zeiträumen der Vorjahre. 5.788 Frauen und Männer waren zum Stichtag ohne Arbeit. 187 weniger als vor einem Monat. Die Arbeitslosenquote ging dadurch im Jahresvergleich 0,1 Prozent und im Monatsvergleich 0,2 Prozent zurück. Mit 3,9 Prozent liegt sie genau Landesschnitt.

Die Nachfrage nach neuen Mitarbeitern fiel deutlich besser aus als im Mai. Die regionalen Arbeitgeber meldeten 530 neue Arbeitsstellen und damit gut 50 mehr als im Mai. Das derzeitige Gesamtangebot in Mittelbaden liegt aktuell bei 1.537 Vakanzen.

Betrachtet man die einzelnen Geschäftsstellen, so zeigt sich ein einheitliches Bild. In allen Agenturen ging die Arbeitslosigkeit zurück.

Baden-Baden meldete prozentual den stärksten Rückgang in Mittelbaden. Die Arbeitslosigkeit ging um knapp 70 auf 1.435 Personen zurück. Die Arbeitslosenquote ging dadurch um drei Zehntelprozentpunkte auf 5,3 Prozent zurück.

Im Juni gab es in Baden-Baden mehr Abmeldungen als Neumeldungen. Gut 320 Frauen und Männer konnten ihre Arbeitslosigkeit beenden. Gleichzeitig mussten sich knapp 260 neu oder wieder arbeitslos melden.

Die Arbeitgeber aus der Region Baden-Baden meldeten im Juni 154 neue Arbeitsstellen, 10 mehr als vor einem Monat.

Bühl hat mit 2,5 Prozent weiterhin die niedrigste Arbeitslosenquote im Gesamtbezirk. Im Berichtsmonat waren 976 Frauen und Männer ohne Arbeit; 11 weniger als im Mai. Das Verhältnis zwischen Abmeldungen und Zugänge in Arbeitslosigkeit war hier weniger stark ausgeprägt. 253 Frauen und Männer konnten ihre Arbeitslosigkeit beenden, 238 mussten sich neu arbeitslos melden.

Positiv, weil überdurchschnittlich, die Nachfrage nach Arbeitskräften. Die Arbeitgeber meldeten 130 freie Stellen, das sind 35,4 Prozent mehr als vor einem Monat und 9,2 Prozent mehr als vor einem Jahr.

In Gaggenau blieb die Arbeitslosenquote mit 2,9 konstant. Damit liegt Gaggenau auf Rang zwei im Gesamtbezirk. Die Arbeitslosigkeit hat sich um 12 auf 881 Personen verringert.

Während die übrigen Geschäftsstellen einen Rückgang bei den Neumeldungen registrierten, musste Gaggenau einen leichten Zuwachs melden. In den vergangenen vier Wochen kamen 225 Personen, um sich neu oder erneut arbeitslos zu melden. Gleichzeitig gab es auch einen Rückgang bei den Abmeldungen. 237 Frauen und Männer konnten ihre Arbeitslosigkeit beenden; 18 weniger als im Mai.

Auch die Arbeitgeber forderten etwas weniger Arbeitskräfte als im Vormonat an. Insgesamt wurden 60 freie Arbeitsstellen zur sofortigen Besetzung gemeldet. Gesamtangebot verringerte sich auf 167 freien Stellen.

In Rastatt wirkte sich der Rückgang der Arbeitslosigkeit um 95 auf 2.496 Personen auf die Arbeitslosenquote aus. Sie fiel um 0,2 Prozent auf 4,2 Prozent. Damit liegt um zwei Zehntelprozentpunkte unter Vorjahresniveau.

Ebenfalls unter Vorjahresniveau die Zahl der Neumeldungen. Sie ging im Jahresvergleich um 17,3 Prozent, im Monatsvergleich gar um 24,4 Prozent oder 150 Personen auf 467 zurück.

Gut 550 Frauen und Männer konnten im Gegenzug ihre Arbeitslosigkeit beenden.

In Rastatt forderten die Arbeitgeber im Juni wieder mehr Arbeitskräfte an. 185 neue Kräfte werden gesucht. Am häufigsten wurden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die Maschinen- und Fahrzeugtechnikbranche sowie für den Bereich Verkehr und Logistik gesucht.

Geschäftsstellen im Landkreis Karlsruhe

Alle Geschäftsstellen im Landkreis Karlsruhe konnten einen Rückgang der Arbeitslosigkeit melden.

In Bretten hat sich die Arbeitslosigkeit von Mai auf Juni um 31 auf 1.048 Personen verringert. Die Arbeitslosenquote auf der Basis aller zivilen Erwerbspersonen ging dadurch auf 3,8 Prozent zurück. Der Zugang an Neumeldungen war in Bretten mit 236 Personen niedriger als die Abmeldungen aus der Arbeitslosigkeit (268). Die Arbeitgeber meldeten 92 freie Stellen; das waren fast so viele wie im Mai.

Bruchsal konnte die Arbeitslosenquote um 0,1 Prozent auf 3,6 Prozent. senken. Im Berichtsmonat waren 2.319 Frauen und Männer ohne Arbeit. 88 weniger als im Mai.

1.200 Zugänge und Abgänge aus der Arbeitslosigkeit wurden im vergangenen Monat in Bruchsal registriert. Dabei überwog die Zahl der Abmeldungen.

Gut 640 Frauen und Männer konnten ihre Arbeitslosigkeit beenden, 560 mussten sich neu arbeitslos melden. Die Nachfrage der regionalen Arbeitgeber nach neuen Mitarbeitern blieb mit 200 neuen Stellen im Vergleich zum Vormonat stabil.

In Ettlingen ist die Arbeitslosigkeit mit 4,9 Prozent am stärksten zurückgegangen. Genau 1.409 Frauen und Männer waren zum Stichtag arbeitslos; 72 weniger als vor einem Monat. Die Arbeitslosenquote veränderte sich dadurch positiv. Mit aktuell 3,0 Prozent hat Ettlingen weiterhin die niedrigste Quote im Landkreis Karlsruhe. Im Gesamtbezirk liegt sie hinter Bühl und Gaggenau auf Platz drei.

Die nördlichste Geschäftsstelle Waghäusel konnte sowohl gegenüber dem Vormonat als auch dem gegenüber Vorjahr einen Rückgang der Arbeitslosenzahl melden. Dort sind jetzt 1.026 Menschen arbeitslos. Die Arbeitslosenquote ging auf 3,1 Prozent zurück. Vor einem Jahr und im Mai lag sie noch bei 3,2 Prozent.

Bei den gemeldeten freien Arbeitsstellen hingegen gab es erneut einen leichten Rückgang. Das Gesamtangebot an freien Stellen liegt jetzt bei knapp 180.
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