Stillprobleme häufiger nach Kaiserschnitt

Zusammenhang von Stillproblemen und Kaiserschnitt empirisch nachgewiesen
Neugeborenes aus Elternperspektive (lifePR) (Hamburg, ) Mit mehr als 30% gehört Deutschland zu den Ländern mit der höchsten Kaiserschnittrate weltweit. Aktuellen Analysen von Wöchnerinnen-Befragungen des Picker Instituts zufolge könnte diese bedenklich hohe Rate auch ein Grund für die steigende Anzahl von Müttern mit Stillproblemen sein.

Stillen ist die beste Ernährung für Säuglinge. Die Muttermilch enthält alle wichtigen Nährstoffe, die das Neugeborene für einen guten Start ins Leben braucht. Gestillte Kinder sind nachweislich besser gegen Krankheiten und Allergien geschützt und erfahren durch den engen Körperkontakt Geborgenheit, Zuneigung und Wärme, wodurch der Beziehungsaufbau zur Mutter unterstützt wird.

Ein erfolgreicher Stillbeginn wird durch direkten, ungestörten Hautkontakt innerhalb der ersten Stunde nach der Geburt begünstigt. Bei der Geburt per Kaiserschnitt findet dieser nur selten statt. Der aktuelle OECD-Bericht zeigt, dass Deutschland mit mehr als 30% zu den Ländern mit den höchsten Kaiserschnittraten der Welt zählt. Auch Befragungen des Picker Instituts, die von 2011 bis 2013 in ca. 70 Geburtskliniken durchgeführt wurden, bestätigen diesen Trend: ein Drittel der Wöchnerinnen gaben einen durchgeführten Kaiserschnitt an – eine bedenkliche Entwicklung.

Denn die Befragungsergebnisse zeigen gleichzeitig, dass 35% der Frauen mit Kaiserschnitt, Frühgeburten ausgenommen, Probleme beim ersten Hautkontakt mit dem Kind haben, im Vergleich zu einer nur 10%igen Problemhäufigkeit bei Frauen mit normaler Geburt. Darüber hinaus wird nach zwei bis drei Monaten nach der Geburt nur noch circa die Hälfte der Kaiserschnitt-Kinder voll gestillt. Bei den Kindern, die normal zur Welt kommen, sind es immerhin noch 62%.

Das Wohl des Kindes wird diesen Analysen zufolge nachhaltig davon beeinflusst, wie es zur Welt kommt. Geburtskliniken sollten also sehr genau abwägen, ob ein Kaiserschnitt wirklich indiziert ist. Darüber hinaus muss die Perspektive der Mütter viel stärker in die Behandlung einbezogen werden, denn, wie Picker Analysen zeigen, liefert sie wichtige Hinweise auch auf langfristige Konsequenzen von Behandlungsentscheidungen. Regelmäßige Befragungen sollten fester Bestandteil des Qualitätsmanagements in jeder Geburtsklinik sein. Werdende Mütter müssen durch verbesserte Transparenz in die Lage versetzt werden, sich nach aussagekräftigen Maßstäben für die beste Geburtsklinik entscheiden zu können.

Das Picker Institut setzt sich mit gezielten Transparenzinitiativen für eine patientenorientierte Versorgung im Gesundheitswesen ein. Mit der Einführung des Picker Award - Geburtshilfe sollen jetzt auch Geburtskliniken dazu aufgerufen werden, die Versorgungsqualität aus Wöchnerinnensicht zu messen und vorhandene Potentiale aufzudecken. Interessierte Geburtskliniken können sich noch für wenige Wochen anmelden, um am Qualitätswettbewerb teilzunehmen. Weitere Informationen zum Picker Award - Geburtshilfe und den Anmeldemöglichkeiten sind unter http://www.pickerinstitut.de/... verfügbar.

Kontakt

Picker Institut Deutschland gGmbH
Burchardstraße 17
D-20095 Hamburg
Isabel Herrmann
Marketing & Vertrieb
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