Brasilianische Schwestern treten an der Hochschule Osnabrück in die Fußstapfen ihres Vaters

Karin und Caroline Lindemann sind in Brasilien aufgewachsen. Jetzt erfüllen sie sich einen lang ersehnten Wunsch erfüllt: die Heimat ihres deutschen Vaters kennenzulernen
Deutsch-brasilianisches Familientreffen am Campus Westerberg: Caroline Lindemann (links) ist für zwei Monate aus Brasilien nach Osnabrück gekommen, um ihre Schwester Karin zu besuchen und an der Hochschule Osnabrück Deutsch zu lernen (lifePR) (Osnabrück, ) Karin Lindemann ist 33 Jahre alt und studiert an der Hochschule Osnabrück Verfahrenstechnik. Schon ihr Vater, der gebürtig aus Neuenkirchen-Vörden stammt, hat Anfang der 1970er-Jahre an der Hochschule Osnabrück studiert. An sich nichts Besonderes, wenn Karin nicht in der brasilianischen Metropole Belo Horizonte aufgewachsen wäre und bis vor ein paar Jahren nur Portugiesisch gesprochen hätte.

Karins Vater ist nach seinem Studium nach Brasilien ausgewandert. In der Familie wurde nur Portugiesisch gesprochen. "Mir war es unangenehm, dass ich trotz meiner deutschen Wurzeln die Sprache nicht sprechen konnte, und ich war neugierig auf die deutsche Kultur", so die Studentin, die als Kleinkind schon mal für zwei Jahre in Deutschland gelebt hat. Kaum zurück in Brasilien, war der deutsche Wortschatz schnell wieder vergessen. Nicht aber die Erinnerungen an Deutschland und der tiefe Wunsch, die Sprache erneut zu lernen. So beschloss sie zurückzukommen - erst für einen Sprachkurs und anschließend für ein Studium. Jetzt spricht die junge Frau nahezu perfektes Deutsch, studiert an der Hochschule Osnabrück und steht kurz vor ihrem Abschluss.

"Mir gefällt die gute Organisation, alles funktioniert und die Ausstattung der Labore hier an der Hochschule ist großartig", meint die 33-Jährige und fährt fort: "Nur an die zurückhaltende Art der Deutschen musste ich mich erstmal gewöhnen." Mittlerweile habe sie aber viele Freundschaften geschlossen und fühle sich sehr wohl in Deutschland.

Auch Karins jüngere Schwester Caroline hat das Fernweh gepackt - zumindest für zwei Monate. Sie hat nun im Wintersprachkurs der Hochschule angefangen Deutsch zu lernen. "Es fällt mir aber nicht so leicht wie Karin. Die Artikel und die Umlaute finde ich am schwierigsten." Ihre deutschen Wurzeln spürt sie in Osnabrück deutlich. "Ich werde ständig aufgefordert Samba zu tanzen. Aber in meinen Adern fließt eindeutig deutsches Blut, denn tanzen kann ich leider überhaupt nicht", berichtet die 25-Jährige mit einem Lächeln.

Ihrem Vater haben die beiden Fotos vom neuen Campus am Westerberg geschickt. "Der hat die Hochschule kaum wiedererkannt, so viel hat sich verändert."

Auch Osnabrück gefällt den beiden Schwestern sehr gut. "Es ist so ruhig und übersichtlich hier, sodass man sich schnell zurechtfindet", sagt Caroline. Kein Wunder, sind die beiden von den sechs Millionen Einwohnern ihrer Heimatstadt Belo Horizonte doch viel Lärm und endlose Staus gewöhnt. Einig sind sie sich auch in dem, was sie in Deutschland vermissen: "Das brasilianische Essen! Hier gibt es zu wenig Bohnen und dafür zu oft Kartoffeln."

Geht es also doch eines Tages wieder zurück nach Brasilien? Karin kann sich vorstellen sowohl in Brasilien als auch in Deutschland zu arbeiten. Und sogar Caroline, die im März zurück nach Südamerika fliegt, denkt darüber nach einen Master in Deutschland zu machen - zumindest, wenn er auf Englisch angeboten wird.

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Julia Ludger
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