Bayer reicht Zulassungsantrag für Riociguat zur Behandlung der pulmonal-arteriellen Hypertonie in Japan ein

(lifePR) (Berlin, ) Bayer HealthCare hat in Japan einen Zulassungsantrag für Riociguat zur oralen Behandlung der pulmonal-arteriellen Hypertonie (PAH) eingereicht. Die PAH ist eine fortschreitende und lebensbedrohliche Form des Lungenhochdrucks, bei der der Blutdruck in den Lungenarterien aufgrund einer Gefäßverengung (Vasokonstriktion) signifikant erhöht ist und die zu Herzversagen und zum Tod führen kann. Im Januar 2014 ist das Medikament in Japan bereits unter dem Handelsnamen Adempas® zur Behandlung einer anderen, ebenfalls lebensbedrohlichen Form des Lungenhochdrucks zugelassen worden, nämlich der chronisch-thromboembolischen pulmonalen Hypertonie (CTEPH).

"In der zulassungsrelevanten Phase-III-Studie erlebten die Patienten mit PAH unter der Behandlung mit Riociguat eine rasche und signifikante Verbesserung - sowohl beim Schweregrad der Krankheit als auch bei den Symptomen", sagte Dr. Jörg Möller, Mitglied im Executive Committee von Bayer HealthCare und Leiter der Globalen Entwicklung. "Hinzu kommt: Diese Verbesserungen konnten auch langfristig aufrechterhalten werden. In der Therapie dieser Krankheit besteht nach wie vor ein hoher Bedarf nach effektiven Behandlungsmethoden, denn die PAH ist fortschreitend und weist trotz mehrerer verfügbarer Medikamente immer noch eine hohe Sterblichkeitsrate auf. Wir hoffen, dass wir Riociguat schon bald den Patienten in Japan und ihren behandelnden Ärzten zur Verfügung stellen können."

Riociguat ist das erste oral wirksame Medikament, das in klinischen Phase-III-Studien bei Patienten mit PAH frühe, signifikante und dauerhafte Verbesserungen bei zahlreichen klinisch relevanten Endpunkten gezeigt hat. Dies gilt sowohl beim Einsatz als Monotherapie als auch in Kombination mit bestimmten anderen Medikamenten, die bei PAH eingesetzt werden, wie Endothelin-Rezeptorantagonisten (ERA) oder nicht-intravenöse Prostacyclin-Analoga (PCA). Bisher konnte dies kein anderes Medikament zeigen, einschließlich der PDE5-Inhibitoren. Riociguat verbessert signifikant die Gehstrecke der Patienten, es unterstützt die Funktion der Lunge und des Herzens und ermöglicht den Patienten eine leichtere Atmung bei der Durchführung alltäglicher Aufgaben.

Der Zulassungsantrag für Riociguat in der Indikation PAH in Japan basiert auf den Ergebnissen der randomisierten, placebokontrollierten, doppelblinden und weltweit durchgeführten Phase-III-Studie PATENT-1 sowie den zum Zeitpunkt der Einreichung verfügbaren Langzeit-Daten der Studie PATENT-2. Diese Studien untersuchten die Wirksamkeit und Sicherheit der oral einzunehmenden Substanz Riociguat zur Behandlung der PAH. Verglichen mit dem Ausgangswert und im Vergleich zu Placebo erreichte die PATENT-1-Studie ihren primären Endpunkt, eine statistisch signifikante Verbesserung (p<0,0001) im Sechs-Minuten-Gehtest, nach 12 Wochen Behandlung. Der Sechs-Minuten-Gehtest (6MWT oder six-minute walk test) gilt als Marker für den Schweregrad der Erkrankung und hat prognostische Aussagekraft für das Überleben von Patienten mit pulmonaler Hypertonie. Zusätzlich konnten auch statistisch signifikante Verbesserungen bei einem breiten Spektrum an sekundären Studienendpunkten gemessen werden, darunter die funktionale Klasse (FC) nach WHO-Definition, die Zeit bis zur klinischen Verschlechterung (TTCW oder Time to Clinical Worsening), Borg Dyspnea Score, hämodynamische Parameter (Herzzeitvolumen, Widerstand in den Lungenfäßen, mPAP) sowie ein krankheitsrelevanter Biomarker, NT-pro BNP (N-terminal prohormone brain natriuretic peptide). An der PATENT-1-Studie nahmen sowohl zuvor unbehandelte Patienten teil als auch solche, die bereits mit ERA oder nicht-intravenös verabreichten Prostanoiden vorbehandelt worden waren. Die Ergebnisse der PATENT-1-Studie wurden im Juli 2013 im New England Journal of Medicine (NEJM) publiziert.

Über die pulmonale Hypertonie

Die pulmonale Hypertonie (PH), auch Lungenhochdruck genannt, ist eine schwere, fortschreitende und lebensbedrohliche Krankheit des Herzens und der Lunge. Der Druck in den Lungenarterien ist deutlich erhöht, was zu Herzversagen und zum Tod führen kann. Patienten mit PH leiden unter einer stark eingeschränkten körperlichen Leistungsfähigkeit und einer entsprechend verminderten Lebensqualität. Die häufigsten Symptome der PH sind Atemnot, Erschöpfung (Fatigue), Schwindelgefühl und Ohnmachtsanfälle und werden durch Anstrengung verstärkt. Da die Symptome einer PH nicht spezifisch sind, kann es bis zur richtigen Diagnose bis zu zwei Jahre dauern. Eine frühzeitige Diagnose und eindeutige Bestimmung der PH-Form ist essentiell, da eine Verzögerung des Behandlungsbeginns die Lebenserwartung der Patienten verkürzen kann. Außerdem ist es wichtig, die Therapie engmaschig zu überwachen, um sicherzugehen, dass die Patienten für ihren individuellen Krankheitstyp und das Stadium, in dem sie sich befinden, die optimale Therapie erhalten.

Es gibt fünf verschiedene Formen von PH. Jede der fünf Formen kann sich bei Patienten unterschiedlich auswirken, auch die Ursache und klinische Manifestation der PH unterscheiden sich oft. Für die besten Erfolgsaussichten sollten Patienten in einer Spezialklinik für PH behandelt werden.

Über die pulmonal-arterielle Hypertonie

Die pulmonal-arterielle Hypertonie (PAH), eine der fünf Formen des Lungenhochdrucks, ist eine fortschreitende und lebensbedrohliche Krankheit, bei der der Druck in den Lungenarterien durch Vasokonstriktion deutlich erhöht ist, und die zu Herzversagen und zum Tod führen kann. Charakteristisch für die PAH sind morphologische Veränderungen der inneren Auskleidung der Lungenarterien (Endothel). Daraus resultieren ein 're-modeling' des Gewebes, Vasokonstriktion und Blutgerinnsel in den kleinen Blutgefäßen (In-situ-Thrombose). Aufgrund dieser Veränderungen ziehen sich die Blutgefäße in der Lunge zusammen, und das Herz muss stärker arbeiten, um Blut in die Lunge zu pumpen. PAH ist eine seltene Krankheit; weltweit sind schätzungsweise 15-52 Menschen pro Million Einwohner von PAH betroffen. Frauen leiden öfter unter PAH als Männer. Meist findet sich keine Ursache, in einigen Fällen scheint die Krankheit auch erblich zu sein.

Obwohl es seit mehr als einem Jahrzehnt mehrere zugelassene Medikamente für die Behandlung der PAH gibt, bleibt die Prognose für die Patienten ungünstig und neue Behandlungsoptionen werden benötigt. Derzeit ist die Sterblichkeitsrate von Patienten mit PAH unverändert hoch und liegt bei 15% nach einem Jahr und bei 32% nach drei Jahren ab dem Zeitpunkt der Diagnose.

Über die chronisch-thromboembolische pulmonale Hypertonie

Die chronisch-thromboembolische pulmonale Hypertonie (CTEPH) ist eine fortschreitende und lebensbedrohliche Krankheit und eine Form des Lungenhochdrucks, bei der vermutlich durch Blutgerinnsel verursachte Verstopfungen in den Lungengefäßen allmählich zu einem erhöhten Druck in den Lungenarterien und damit zu einer Überanstrengung der rechten Herzhälfte führen. CTEPH gehört zu den seltenen Erkrankungen und ist in ihrer Häufigkeit mit PAH vergleichbar, weltweit sind schätzungsweise 8-40 Menschen pro Million Einwohner von CTEPH betroffen. CTEPH kann sich auf Basis früher aufgetretener akuter Lungenembolien entwickeln, die Pathogenese ist jedoch noch nicht vollständig geklärt. Die potenziell heilende Standard-Therapie bei CTEPH ist die pulmonale Endarteriektomie (PEA), ein operativer Eingriff, bei dem die Blutgefäße der Lunge von Gerinnseln und Narbengewebe befreit werden. Allerdings kann bei einer beträchtlichen Zahl von CTEPH-Patienten (20%-40%) dieser operative Eingriff nicht durchgeführt werden, und bei bis zu 35% der Patienten besteht die Krankheit auch nach der PEA noch weiter oder tritt erneut auf. Diese Patienten benötigen eine wirksame medikamentöse Behandlung.

Über Adempas (Riociguat)

Adempas (Riociguat) ist ein Stimulator der löslichen Guanylatcyclase (sGC), der erste Vertreter einer neuartigen Medikamentenklasse, entdeckt und entwickelt von Bayer als orale Therapieoption, die an einem entscheidenden molekularen Mechanismus der pulmonalen Hypertonie ansetzt. Riociguat wird als neuer und spezifischer Behandlungsansatz für verschiedene Formen des Lungenhochdrucks untersucht. sGC ist ein Enzym, das im Herz-Lungensystem vorkommt und der Rezeptor für Stickstoffmonoxid (NO). Wenn NO an sGC bindet, katalysiert das Enzym die Synthese des Signalmoleküls 'zyklisches Guanosinmonophosphat' (cGMP). cGMP spielt eine wichtige Rolle bei der Regulierung zellulärer Funktionen wie Gefäßspannung, Zellvermehrung, Fibrose und Entzündung.

Lungenhochdruck ist verbunden mit einer Fehlfunktion der Gefäßwände (Endothel), einer verminderten NO-Synthese und in Folge dessen einer unzureichenden Stimulierung der sGC. Riociguat hat einen neuen Wirkmechanismus - es sensibilisiert sGC für das körpereigene NO, indem es die NO-sGC-Verbindung stabilisiert. Riociguat stimuliert sGC auch direkt über eine andere Bindungsstelle, unabhängig von NO. Als Stimulator der sGC adressiert Riociguat den NO-Mangel, indem es den NO-sGC-cGMP Signalweg wiederherstellt, was zu einer vermehrten Bildung von cGMP führt.

Mit seinem neuen Wirkmechanismus hat Riociguat das Potenzial, eine Reihe von Einschränkungen derzeit zugelassener PAH-Medikamente zu überwinden, einschließlich der NO-Abhängigkeit, und ist das erste Medikament, das klinischen Nutzen in CTEPH nachweisen konnte, wo vor der Zulassung von Riociguat keine medikamentöse Behandlung zugelassen war.

Das Riociguat Entwicklungsprogramm zu verschiedenen Formen der PH zeigt das anhaltende Engagement von Bayer, diese schwere und lebensbedrohliche Erkrankung mit hohem medizinischem Bedarf zu erforschen, um das Leben von Patienten mit Lungenhochdruck zu verbessern.

Riociguat wurde in den USA unter dem Namen Adempas® zur Behandlung von CTEPH und PAH im Oktober 2013 zugelassen. In Kanada erfolgten die Zulassungen in beiden Indikationen im September 2013 beziehungsweise im März 2014. In der Schweiz und in Japan folgte die Zulassung in der CTEPH-Indikation im November 2013 und im Januar 2014. In der Europäischen Union erhielt Riociguat den Status als Arzneimittel für seltene Leiden und ist unter dem Namen Adempas® zur Behandlung von CTEPH und PAH zugelassen.

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