BETACONNECT™ - ein weiterer Schritt in die Zukunft

Hoffnung auf Stärkung der Therapieadhärenz: Neuer Injektomat erlaubt individualisiertes Therapiemanagement
(lifePR) (Leverkusen, ) Ein Behandlungserfolg ist bei der Multiplen Sklerose (MS) nur bei einer guten Therapieadhärenz zu erwarten. Das aber bedeutet für viele MS-Patienten eine enorme Herausforderung. Mit dem neuen Injektomaten BETACONNECT™ kann die Injektionstherapie individualisiert werden. Das Therapiemanagement wird einfacher, die Behandlung für die Patienten komfortabler. Damit verbindet sich die Hoffnung auf eine bessere Therapieadhärenz.

Es hat in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten immer wieder Neuerungen und damit verbunden relevante Fortschritte bei der Behandlung der Multiplen Sklerose gegeben. Nach wie vor gründet sich die Basistherapie dabei wesentlich auf die bewährte Interferon beta-Behandlung, die bis auf den heutigen Tag einen hohen Stellenwert bei MS besitzt. Das liegt nicht zuletzt an den außerordentlich umfassenden Therapieerfahrungen mit Wirkstoffen wie dem Interferon beta-1b, berichtete Klaus Marten von Bayer HealthCare anlässlich der Vorstellung des neuen Injektomaten BETACONNECT™ bei einer Pressekonferenz des Unternehmens in München(*).

Interferon beta-1b hat Meilensteine bei der MS-Therapie gesetzt

Interferon beta-1b wird bereits seit 25 Jahren therapeutisch bei der Multiplen Sklerose genutzt, und es liegen Therapieerfahrungen aus mehr als 1,3 Millionen Patientenjahren vor. "Der Wirkstoff hat mehrfach Meilensteine in der MS-Therapie gesetzt", so Marten. Als Beispiel nannte er Daten zur Bedeutung einer Frühtherapie der MS in der BENEFIT-Studie sowie Langzeitdaten über 21 Jahre, die einen signifikanten Überlebensvorteil bei Patienten zeigen, welche initial mit Interferon beta-1b statt ursprünglich mit Placebo behandelt wurden. (1, 2, 3)

Intelligentes Injektionssystem zur Förderung der Therapieadhärenz

Durch die Einführung des neuen elektronischen Injektomaten BETACONNECT™, der leicht und intuitiv zu bedienen ist, lässt sich laut Ronja Gref, Bayer HealthCare Deutschland, das Therapiemanagement weiter optimieren, was das Ziel hat, die Therapieadhärenz zu verbessern. Es handelt sich beim BETACONNECT™ jedoch nicht nur um einen Injektomaten, der die etablierte Betaferon®-Therapie noch einfacher macht als mit herkömmlichen Injektomaten, sondern um ein "intelligentes" System. Dieses System besteht aus dem Injektomaten an sich, einer App für Patienten, die myBETAapp®, und einem Dashboard für Ärzte und/oder MS-Schwestern. Die myBETAapp® und das Dashboard stehen ab Herbst 2014 zur Verfügung. Die Patienten haben die Möglichkeit, ihre Injektionsdaten, wie Injektionstiefe, -geschwindigkeit und injizierte Menge sowie Datum und Uhrzeit direkt vom BETACONNECT™ in den mobilen Injektionsmanager myBETAapp® zu übertragen. myBETAapp® bietet zusätzlich die Möglichkeit, die Injektionsstellen zu hinterlegen und den Therapieverlauf zu erfassen. Die Injektionsdaten können vom Patienten via myBETAapp® an das Dashboard bei der MS-Schwester oder dem behandelnden Arzt überspielt und von diesen bewertet werden, sofern das Einverständnis beider Seiten vorliegt. Damit steht dem Arzt bzw. der MS-Schwester ein neuer, sicherer und einfacher Weg zur Verfügung, den Patienten bei seiner Betaferon®-Therapie zu unterstützen und damit zum Behandlungserfolg beizutragen.

Der neue Injektomat wurde laut Gref entsprechend den in einer Befragung von Ärzten, MS-Schwestern und Patienten geäußerten Wünschen und Bedürfnissen entwickelt. Er erlaubt eine schonende Injektion und gestaltet den Injektionsvorgang individualisiert, da sich die Injektionstiefe wie auch die Injektionsgeschwindigkeit in jeweils drei Stufen einstellen lassen. Der Injektomat speichert die Daten wie auch die injizierte Wirkstoffmenge sowie das Datum und die Uhrzeit der Injektion, so dass diese jederzeit nachzuverfolgen ist. Einzigartig ist auch die neue 4-Phasen-Injektionstechnologie: (1) Automatisches Einführen der Kanüle in die Haut. (2) Automatische Injektion von Betaferon®. (3) Kurzzeitiges Verbleiben der Kanüle in der Haut, bis sich das Medikament verteilt hat. (4) Automatisches Zurückführen der Kanüle aus der Haut.

Das kurzzeitige Verbleiben der Kanüle in der Haut nach der Injektion des Medikamentes soll zu einer verbesserten Hautverträglichkeit beitragen. Die Injektionsnadel ist zu keinem Zeitpunkt der elektronischen und leisen Injektion sichtbar.

Weitere wichtige Elemente sind laut Gref die LED-Anzeige mit Wiedergabe des Injektionsverlaufs, ein akustisches und optisches Signal bei Injektionsende sowie eine USB-Schnittstelle. Auf Wunsch wird der Patient an die nächste Injektion erinnert.

Es kommt auf die Arzt-Patienten-Kommunikation an

Voraussetzung für eine hohe Therapietreue ist nach Privatdozentin Dr. Iris-Katharina Penner, Basel, eine gute Arzt-Patienten-Beziehung und insbesondere eine gute Arzt-Patienten-Kommunikation. "Sie bildet letztlich die Basis für den Therapieerfolg", betonte die Psychologin.

Im Idealfall erfolgt die Therapieentscheidung dabei partnerschaftlich in Form des modernen Prinzips des "shared decision making" gemeinsam durch den Arzt und den Patienten. Denn wird die Therapieentscheidung nicht vom Patienten verstanden und mitgetragen, ist das Risiko groß, dass dieser im Nachhinein Zweifel entwickelt, ob die gewählte Behandlung die richtige ist, was der Nichtadhärenz den Weg bahnt.

Patientenbetreuungsprogramm zur Stärkung der Therapieadhärenz

Dass die Nichtadhärenz bei der MS tatsächlich ein Problem darstellt, legte in München Professor Dr. Tjalf Ziemssen aus Dresden dar. Seinen Ausführungen zufolge gibt es Befunde, wonach nur rund vier Prozent der behandelten MS-Patienten mehr als 85 Prozent der verordneten Dosierung der Medikation einnehmen. "Dabei wurde gezeigt, dass mit sinkender Therapieadhärenz das relative Schubrisiko zunimmt", erklärte der Mediziner. Längere Therapiepausen erhöhten seinen Worten zufolge außerdem das Risiko für schwere Schübe bei der Multiplen Sklerose.

Es muss laut Ziemssen deshalb alles daran gesetzt werden, die Adhärenz der Patienten zu fördern. Neben Erleichterungen beim Therapiemanagement, wie sie nunmehr durch den BETACONNECT™, die dazugehörige myBETAapp® und das Dashboard realisiert werden können, sind auch Patientenbetreuungsprogramme wie das Programm BETAPLUS® hilfreich. Es beinhaltet eine kompetente Betreuung durch eine BETAPLUS®-Schwester sowie eine schriftliche Langzeitbetreuung, die telefonische Betreuung durch das BETAPLUS®-Betreuungsteam mit einem persönlichen Ansprechpartner und darüber hinaus individuelle Serviceangebote.

(*) Pressekonferenz "Forschung, Management und Therapie bei MS: Netzwerke verbinden", Bayer HealthCare Deutschland, 23. Mai 2014, München

Referenzen:

(1) Bayer Pharma AG, Data on file.

(2) Goodin D et al., Neurology 2012; 78: 1315-1322.

(3) Kappos L et al., Neurology 2006; 67: 1242-1249.

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