Keine Alternative zu mehr Tierschutz für Hühner, Legehennen und Puten

200 Experten diskutieren über Geflügelhaltung in Deutschland
Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer (li.) und Prof. Dr. Hans-Wilhelm Windhorst, wissenschaftlicher Leiter des WING (lifePR) (Vechta/Osnabrück, ) Nur mit mehr Tierschutz hat die intensive Geflügelhaltung in Deutschland eine Zukunft. Aber wie lässt sich Tierschutz mit dem wirtschaftlichen Interesse der Geflügelhalter vereinbaren? Diese Frage diskutierten am Freitag (5. Dezember) rund 200 Experten beim 2. Geflügelsymposium des Wissenschafts- und Informationszentrums Nachhaltige Geflügelwirtschaft (WING) und der Hochschule Osnabrück in Osnabrück.

Weil in Niedersachsen etwa die Hälfte aller in Deutschland gehaltenen Hähnchen, Puten und Legehennen lebten, komme dem Bundesland eine Vorreiterrolle zu, betonte Prof. Dr. Hans-Wilhelm Windhorst, wissenschaftlicher Leiter des WING und einer der renommiertesten Geflügelexperten in Deutschland. "Die Wirtschaft sollte den Forderungen nach mehr Tierwohl und Umweltverträglichkeit nachkommen, wenn sie die auf einige Regionen konzentrierten jetzigen intensiven Haltungsformen beibehalten will", mahnte Windhorst. Er forderte bei der Umsetzung der Tierschutzziele ein neues Miteinander zwischen Politik und Wirtschaft.

Dass es zu mehr Tierschutz in niedersächsischen Ställen keine Alternative gebe, machte Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Bündnis 90/Die Grünen) deutlich. Er stellte den Niedersächsischen Tierschutzplan vor, in dem beispielsweise das Kürzen der Schnäbel bei Legehennen vom Jahr 2017 an verboten werden soll. Viele Punkte in dem Tierschutzplan seien bereits Europäisches Recht in Deutschland aber noch nicht umgesetzt, verwies der Minister auf die EU.

Ein erster Weg zu mehr Tierschutz könnte eine umfassende Datensammlung zu allen wichtigen Gesundheitsfaktoren sein. So leitet die Hochschule Osnabrück derzeit ein Programm zur Erfassung von Gesundheitsdaten bei Puten, das Prof. Dr. Robby Andersson vorstellte. "Hierfür werden Daten aus dem Schlachthof, zum Beispiel der Status der Fußballengesundheit, durch Daten aus dem Betrieb, zum Beispiel der Mortalität, ergänzt und genutzt", erklärte Andersson. Es entstehe ein Gesundheitsplan, der in Absprache mit dem Tierarzt nach Abschluss eines Durchgangs für den nächsten Durchgang eines Betriebes erstellt werde. In Expertenrunden würden derzeit ähnliche Programme für alle Tierarten entwickelt.

Am Nachmittag diskutierten die Teilnehmer in drei verschiedenen Arbeitsgruppen (Legehennen, Masthähnchen und Puten) zu brennenden Fragen des Tierwohls.

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Postfach 1040
D-49009 Osnabrück
Ralf Garten
Hochschule Osnabrück
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Dr. Aline Veauthier
Universität Vechta
Wissenschafts- und Informationszentrum Nachhaltige Geflügelwirtschaft (WING)

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