Notfallverhütung: IMS Health präsentiert Daten aus dem Versorgungsalltag

Abbildung 1: Absatz von Notfallverhütung in Tausend (lifePR) (Frankfurt, ) Letzte Woche entschied die EU-Kommission, dass das Notfallkontrazeptivum EllaOne mit dem Wirkstoff Ulipristalacetat aus der Verschreibungspflicht entlassen wird. Sie folgte damit einer Empfehlung der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) vom November 2014. Da EllaOne auf Europäischer Ebene zugelassen wurde, gilt der Kommissionsbeschluss für alle Europäischen Länder - auch für Deutschland. Somit wurde dem Bundestag die Entscheidung, ob Notfallverhütung künftig rezeptfrei sein soll, teilweise abgenommen. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) teilte als Reaktion auf den Kommissions-Beschluss mit, dass auch das zweite Notfallkontrazeptivum mit dem Wirkstoff Levonorgestrel, zugelassen auf Bundesebene, bald ohne Rezept in der Apotheke erhältlich sein solle. Wie sich die Verordnung und Abgabe von Notfallverhütung in den letzten zehn Jahren entwickelt haben, analysierte IMS Health mithilfe von anonymisierten Markt- und Versorgungsdaten.

Bei einer Betrachtung des Apotheken-Absatzmarktes1 zeigt sich, dass die Pille danach 2013 mehr als doppelt so oft über den HV-Tisch gereicht wurde als 2004. Während die Apotheken 2004 rund 236.100 Packungen abgaben, waren es zehn Jahre später rund 488.100 Packungen. Dabei verteilt sich die Menge fast paritätisch auf die beiden Wirkstoffe Levonorgestrel und Ulipristalacetat (Abbildung 1). Zu beobachten ist, dass seit der Einführung von Ulipristalacetat in 2009 für Präparate mit diesem Wirkstoff ein deutliches Wachstum zu verzeichnen ist - wohingegen der Absatz von Levonorgestrel-Präparaten abnimmt. Diese Beziehung wird vor allem im Jahr 2013 deutlich: Im Vergleich zum Vorjahr wuchsen die Abgaben von Ulipristalacetat-Pillen um 56,7 Prozent, während die Notfallverhütungen mit Levonorgestrel um 15,6 Prozent zurückgingen. Dies könnte darauf zurückzuführen sein, dass Ulipristalacetat von der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologische Endokrinologie und Fortpflanzungsmedizin und dem Berufsverband der Frauenärzte im Februar 2013 zur neuen Standard-Methode für die Notfallkontrazeption erklärt wurde2.

Gynäkologen-Betrachtung bestätigt vermehrte Verordnung

Der Trend der steigenden Abgabe von Notfallverhütungen spiegelt sich in der Analyse einer Stichprobe von gynäkologischen Praxen wider. IMS Health betrachtete für den Zeitraum 2004 bis 2013 99 gynäkologische Praxen in Deutschland, um objektive Aussagen über das Verordnungsverhalten für die Pille danach in den letzten Jahren treffen zu können3. Der Anteil der Praxen aus dieser Stichprobe, die die Pillen danach verordnet haben, stieg von 39 Prozent in 2004 auf 99 Prozent in 2013. Dabei ist zu beobachten, dass bereits ab dem Jahr 2006 über 90 Prozent der Gynäkologen diese Notfallverhütung verordnet haben.

Pille danach zusätzlich zu anderen Verhütungsmitteln

Bei der Betrachtung aller Kontrazeptiva-Nutzerinnen in den 99 gynäkologischen Praxen zeigt sich, dass der Anteil der Nutzerinnen der Pille danach kontinuierlich von 0,6 Prozent in 2004 bis 3,9 Prozent in 2013 anstieg. So gab es 2004 elf Patientinnen mit einer Notfallverhütungs-Verordnung pro gynäkologischer Praxis. Bis 2013 stieg die Zahl auf 30 Patientinnen pro Praxis (Abbildung 2).

Darüber hinaus lässt sich feststellen, dass circa die Hälfte der Patientinnen, die eine Pilledanach-Verordnung erhalten hatten, im gleichen Jahr auch Verordnungen für andere Kontrazeptive erhielten. Das heißt, dass die Pille danach zusätzlich zu anderen Verhütungsmitteln verschrieben wurde.

Schließlich ergibt ein Blick auf die Versorgungsdaten, dass im Betrachtungszeitraum 2004 bis 2013 eine Pilledanach-Patientin durchschnittlich 1,1 Verordnungen pro Jahr erhalten hatte und es sich damit nicht um eine kontinuierliche Nutzung handelt.

1 Daten aus IMS PharmaScope®
2 http://www.dggef.de/...
3 Daten aus IMS® Disease Analyzer

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