Klimawandel und Stadtbäume: Wie die urbane Pflanzenwelt auf Temperaturanstiege und Trockenheit reagiert

Bei den 33. Osnabrücker Baumpflegetagen diskutieren Expertinnen, Experten und Interessierte des "grünen Fachs" unter anderem die Gefahren durch Klimawandel und Schädlinge
Sie eröffneten die 33. Osnabrücker Baumpflegetage: (von rechts) Tagungsleiter Prof. Dr. Jürgen Bouillon, die Osnabrücker Bürgermeisterin Karin Jabs-Kiesler, die deutsche Baumkönigin Claudia Schulze und Prof. Dr. Andreas Bertram, Präsident der Hochschule Osnabrück. Organisiert wurde die Veranstaltung durch die Professional School, hier vertreten durch ihren Leiter Philipp Schickl (Foto: Fotostudio Schwarzenberger) (lifePR) (Osnabrück, ) Die Frage, wie es um die Stadtbäume in Sofia bestellt ist, stand am Anfang der 33. Osnabrücker Baumpflegetage. Ein Thema, das keineswegs weit hergeholt ist. Denn in etwa 25 Jahren wird das Klima, das heute in der Region Sofia herrscht, auch hier erwartet. Während des ersten Vortrags der Baumpflegetage von Dr. Alexander Delkov hörten die zahlreichen Gäste entsprechend konzentriert zu: Der Forscher vom Forest Research Institute in Sofia erläuterte eindrucksvoll die Auswirkung des Klimawandels auf die Population der Stadtbäume in der bulgarischen Hauptstadt.

Delkov zufolge wird das Klima der Balkanhalbinsel in Zukunft trockener und heißer, was sich negativ auf die Baumpopulation auswirkt. Zu den Bäumen gehören größtenteils Eschen, Robinien und eingeführte Baumsorten wie die heimisch gewordene Rosskastanie oder aus Nordamerika stammende Arten. Lang anhaltende Trockenphasen und hohe Temperaturen im Sommer verursachen Schäden, vor allem an den eingeführten Gehölzarten.

„Durch die Besonderheiten der Region müssen flexible Baumarten genutzt werden, die dem Boden gegenüber anspruchslos sind und Trockenheit und Umweltverschmutzung aushalten“, erklärte Delkov. Die Situation der Bäume in Sofia und die Schlussfolgerungen Delkovs haben auch für die „grüne Infrastruktur“ in unseren Städten für die kommenden Jahrzehnte eine große Bedeutung.

Neben dem Wissenschaftler aus Bulgarien trugen sieben weitere Referenten am ersten Tag der Veranstaltung vor. Das weitere Programm der zweitägigen Veranstaltung prägten Workshops zu den Themen Grünflächenmanagement, Baumdiagnose, Baumpflege und Schädlinge. Die Tagung findet seit 33 Jahren statt, in diesem Jahr zum vierten Mal auf dem Campus in Haste.

Die rund 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurden bei der Eröffnung der Fachtagung vom Präsidenten der Hochschule, Prof. Dr. Andreas Bertram, Tagungsleiter Prof. Dr. Jürgen Bouillon, der Osnabrücker Bürgermeisterin Karin Jabs-Kiesler und der deutschen Baumkönigin Claudia Schulze begrüßt. „Bäume werden viel zu oft als selbstverständlich angesehen, und daher ist es gut, dass durch diese Tagung das Thema Baumpflege Aufmerksamkeit erfährt“, leitete Bertram die Veranstaltung ein.

„Das Ziel der Osnabrücker Baumpflegetage ist es, die Teilnehmenden über aktuelle Themen in der Baumpflege zu informieren und einen Austausch anzuregen. Neben den Vorträgen stellen die Workshops, eine Fachmesse und eine begleitende Ausstellung sehr gute Gelegenheiten dazu dar“, erklärte Tagungsleiter Bouillon.

Parallel zur Tagung fanden eine Ausstellung und eine Fachmesse für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer statt. Bei der wissenschaftlichen Posterausstellung stellten Expertinnen und Experten ihre Plakate einem Fachpublikum vor. Und während der Messe präsentierten kleine und mittelständische Unternehmen aus dem Gartenbau, Grünflächenmanagement und der Baumpflege ihre Produkte und Dienstleistungen.

Obwohl das Thema Klimawandel auf der diesjährigen Tagung besonders beachtet wurde, deckten die 33. Osnabrücker Baumpflegetage ein weites Themenfeld ab. „Der Vorteil der Baumpflegetage ist das breite Themenspektrum. Die Teilnehmer kommen aus den unterschiedlichsten Fachrichtungen“, merkte Andrea Sachs von der Professional School an, durch die die Tagung organisiert wurde.

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Albrechtstraße. 30
D-49076 Osnabrück
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Kommunikation
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Professional School, Hochschule Osnabrück

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