Patienten sicher versorgen: Risiken managen und Qualität gewährleisten

Teilnehmer des 13. Gesundheitsforums der Hochschule Osnabrück diskutieren wachsende Anforderungen
Entwickeln Konzepte für eine bessere und sicherere Versorgung von Patienten, die Referentinnen und Referenten des 13. Gesundheitsforums der Hochschule Osnabrück, v.l.n.r.: Martin Sternberg, Paracelsus-Kliniken Osnabrück, Prof. Dr. Martin Moers, Hedwig François-Kettner, Tanja Warda, Krankenhaus Lübbecke-Rahden, Prof. Dr. Julia Oswald, Prof. Dr. Winfried Zapp, Prof. Dr. Elke Hotze, Katja Damm, Regionale Kliniken Holding, Dr. Christin Henrichs, Evangelisches Johanneswerk Bielefeld und Prof. Dr. Andreas Büscher (lifePR) (Osnabrück, ) Welche Qualität haben die Leistungen, die Patienten in Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen geboten bekommen? Und wie ist es insbesondere um die Patientensicherheit, um den Umgang mit Behandlungsfehlern und Infektionsrisiken bestellt?

Zur Bestandsaufnahme und Suche nach neuen Lösungsansätzen dieser aktuellen Fragen trafen sich zu Beginn des Wintersemesters rund 100 Studierende und Lehrende der pflege- und pflegemanagementorientierten Studiengänge, sowie Absolventinnen und Absolventen und Berufstätige zum 13. Gesundheitsforum der Hochschule Osnabrück.

Anders als es der Tagungstitel „Patientensicherheit, Risikomanagement und Qualitätssicherung – Neuer Wein in alten Schläuchen?“ vermuten ließ, ging es nicht zuvorderst um Kritik moderner aber inhaltsleerer Begriffe. „Wir sind auf dem Weg zu einer neuen Sicherheitskultur“, diagnostizierte Hedwig Francois-Kettler, Vorsitzende des Vereins Aktionsbündnis Patientensicherheit. Immer häufiger fänden Checklisten und Kontrollen Eingang in die tägliche Praxis der Einrichtungen. Das belegten aktuelle Umfragen und Krankenhausstudien. Die Gesundheitsexpertin wies jedoch auch deutlich auf die bestehenden Missstände und Fehlentwicklungen in der Branche hin, „nicht alle sind im Sinne des Patienten unterwegs“. Unter anderem hemmten falsche ökonomische Anreize, fehlende Patientensouveränität und eine schlechte Personalausttattung eine noch bessere Entwicklung.

Als „Führungsaufgaben“ bewertete Prof. Dr. Andreas Büscher von der Hochschule Osnabrück die Themen Patientensicherheit, Risikomanagement und Qualitätsentwicklung. „Sie tragen zur Organisationsentwicklung bei, sind also ganz oben anzusiedeln. Sichergestellt werdern muss, dass die Mitarbeiter beteiligt und die Patienten systematisch einbezogen werden“. Für die Pflege seien Ansatzpunkte zur Beschreibung guter Qualität und Gewährleistung von Patientensicherheit durch die Expertenstandards und andere Instrumente verfügbar, verwies der Leiter des Deutschen Netzwerks für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP) auf Publikationen zum Thema. 

„Es geht um den Blick über den Tellerand, um die Auseinandersetzung mit der Perspektive des Anderen, um dann eigene Argumente neu zu durchdenken“ plädierte Professorin Dr. Julia Oswald für gemeinsame Anstrengungen aller in der Gesundheitsbranche Beschäftigten. „Risikomanagement darf nicht der Spagat zwischen Pflege und Ökonomie sein.“

Erstmals nahmen in diesem Jahr auch die ersten Absolventen des Studiengangs Pflege dual am Gesundheitsforum teil. „Wir werden immer mehr, das schärft unser Profil und trägt dazu bei, dass sich unser Netzwerk in der Gesundheitsbranche weiter ausbreitet“, freute sich Prof. Dr. Winfried Zapp, Moderator der Veranstaltung, über den Zuwachs.

Der Beauftragte des Studiengangs Pflege dual, Prof. Dr. Martin Moers, ist gespannt auf die  Erfahrungsberichte der Absolventen im kommenden Jahr, „wenn sie den Berufseinstieg bewältigt haben.“ In seinem Workshop am Nachmittag diskutierte Moers mit ihnen Fragen zur Qualifikation des „Bachelors am Bett“. „Dabei ging es unter anderem um die Überwindung von Berührungsängsten im Team gegenüber den „Neuen“, um ihr Aufgabenprofil und die Steuerung patientennaher Prozesse in komplexen Fällen“, resümierte Moers.

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Hochschule Osnabrück
Albrechtstraße. 30
D-49076 Osnabrück
Isabelle Diekmann
Presse- und Medienarbeit
Prof. Dr. Winfried Zapp

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