Abschwung setzt sich fort – Silberstreif am Horizont bleibt

IHK-Konjunkturbericht zum zweiten Quartal 2008
(lifePR) (Halle (Saale), ) Die Stimmung in der Wirtschaft im Süden Sachsen-Anhalts hat sich weiter verschlechtert, der Abschwung beschleunigt sich. Die Geschäftslage hat sich über alle Branchen hinweg gegenüber dem Vorquartal erneut eingetrübt, liegt aber weiterhin im positiven Bereich. Die Geschäftserwartungen sind insgesamt negativ und auch die Planungen der Unternehmen bezüglich Beschäftigungsauf- oder -abbau sind per Saldo wieder negativ. Silberstreif am Horizont: Die Investitionsneigung der Unternehmen ist per Saldo weiterhin positiv. Zu diesem Ergebnis kommt die Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau (IHK) in ihrem Konjunkturbericht zum zweiten Quartal 2008.

"Solange weiter investiert wird, besteht kein Anlass zu großer Sorge. Die im vergangenen Aufschwung erweiterten Kapazitäten sowie eine verbesserte Wirtschaftsstruktur, in der die wachstumsintensiven Branchen gestärkt wurden, bilden eine stabile Grundlage. Die Möglichkeit einer weiteren Beschleunigung des bisherigen Abschwungs ist aber nicht von der Hand zu weisen. Im Ausland sorgen Kreditkrise, stark steigende Öl- und andere Rohstoffpreise sowie die anhaltende Dollarschwäche für Unsicherheit. Unsicherheitsfaktoren im Inland sind vor allem sozialpolitisch motivierte Geschenke der Bundesregierung im Vorfeld der Wahlen 2009. Der jüngst so erfolgreiche Kampf gegen Arbeitslosigkeit wird mit verlängertem Arbeitslosengeldbezug für Ältere und Mindestlöhnen wieder erschwert, die Hürden für Beschäftigung gleichzeitig vergrößert", so IHK-Geschäftsführer Dr. Thomas Brockmeier.

Kluges Handeln zur Beseitigung der Strukturprobleme Energiepreise, Klimaprognosen, Nahrungsmittelpreise, Kindermangel in Industriestaaten und instabile Geld- und Kapitalmärkte forderte IHK-Hauptgeschäftsführer Prof. Dr. Peter Heimann. Als ein Beispiel für irrationales Handeln nannte er die Klimapolitik mit "unsinnigen Geboten, Verboten und Subventionen". Zielführend seien alleine versteigerte und handelbare Emissionsrechte oder hilfsweise Klimasteuern - solche Einnahmen müssten an Klimaforschung gebunden werden. Allerdings: "Mit deutscher oder selbst mit europäischer Insellösung würde das Klima zwar nicht gerettet. Aber immerhin hätten wir zur Nichtrettung nicht die maximalen, sondern die minimalen Kosten auf uns genommen", so Heimann.

Die Ergebnisse des IHK-Konjunkturberichtes im Einzelnen:

Die Konjunkturlokomotive Industrie reduziert ihr Tempo weiter. Der Geschäftsklimaindex liegt deutlich unter Vorjahresniveau und geht nach leichtem Anstieg im letzten Quartal auch gegenüber Vorquartal wieder zurück. Während die Geschäftslage noch immer auf hohem Niveau liegt, gingen die Geschäftserwartungen sehr deutlich zurück. Dies zeigt sich in negativen Beschäftigungsabsichten und gesunkenen Absatzerwartungen. Die Investitionsneigung ist dagegen nahezu unverändert hoch.

Im Baugewerbe hat sich die Lage stabilisiert, die Erwartungen sind sehr stark eingetrübt. Das Geschäftsklima befindet sich noch deutlicher im negativen Bereich. Der im vergangenen Quartal zu befürchtende wieder beschleunigte Schrumpfungsprozess ist im Vergleich zum Vorquartal aufgrund der verbesserten Lage aber nicht zu beobachten. Bei den Geschäftserwartungen geht dagegen die Eintrübung weiter. Gegenüber dem noch positiven Vorjahreswert ist ein deutlich schlechterer Ausblick zu verzeichnen. Davon sind auch die Planungen zu Beschäftigung und Investitionen betroffen, die per Saldo beide negative Werte aufweisen.

Das Dienstleistungsgewerbe verzeichnet einen etwas deutlicheren Rückgang als im letzten Quartal. Das Geschäftsklima fällt gegenüber Vor- und Vorjahresquartal. Dabei trübt sich die Geschäftslage zum Vorjahresquartal moderat ein, gleichzeitig gehen Gewinnlage und Umsatzlage per Saldo gegenüber dem Vorjahr zurück. Die Geschäftserwartungen gehen ebenfalls zurück, bleiben aber noch positiv. Das gleiche Bild ergibt sich bei den Planungen für Beschäftigung und Investitionen: leicht positive Salden lassen Stabilität erwarten.

Im Handel verläuft der Abschwung auf niedrigerem Niveau als in der Wirtschaft insgesamt. Schrumpfende Bevölkerungszahl und steigende Verkaufsflächen lassen die Margen der einzelnen Unternehmen weiter schrumpfen. Der Geschäftsklimaindex liegt deutlich unter Vorjahreswert. Die Geschäftslage befindet sich dabei zwar unter dem Vorjahres-, aber etwas über dem Vorquartalswert und ist nahezu ausgeglichen. Die Geschäftserwartungen trüben sich weiter ein und landen nochmals deutlich unter Vorjahresniveau. Die Beschäftigungs- und Investitionsplanungen sind ebenfalls negativ und unter Vorjahreswert, aber nahezu unverändert zum Vorquartal.

Das Verkehrsgewerbe leidet am schwersten unter dem Preisschub bei Kraftstoffen. Das Geschäftsklima fällt deutlich in den negativen Bereich. Die Geschäftslage sinkt nach zwei Jahren im positiven Bereich nun knapp unter die Null-Linie. Dies geht einher mit einer seit einem Jahr kontinuierlich verschlechterten Gewinnlage. Die Geschäftserwartungen sind deutlich gesunken. Planungen zu Investitionen und Beschäftigung fallen ebenfalls negativ aus.

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