Entsteht Bluthochdruck durch die Merkel-Politik?

Wissenschaft: Soziale Stressoren wie Migration und Rassismus erzeugen extrem krankheitsanfällige Bevölkerungen
Blutdruck-Lügen der Medizin (lifePR) (Neusiedl am See, ) Die Frage kommt nicht aus dem Lager der AfD. Brisant ist sie dennoch. 20 bis 30 Millionen Deutsche leben mit einem gefährlichen Bluthochdruck. Bestehen Zusammenhänge mit den Veränderungen in unserem Alltag und in der Gesellschaft? Eine Antwort kommt von den Autoren des Sachbuchs „Blutdruck-Lügen der Medizin“, Marcus Bennettberg und Imre Kusztrich: ja. Zugrunde liegt eine neue Auffassung von Reaktionen unserer Nervensysteme auf sozialen Stress.

160 Jahre lang galt in der Wissenschaft das Prinzip Homöostase: Ein Körper unternimmt unter jeder Konditionen alles, um eine Stabilität der Temperatur, der Blutzusammensetzung und des Blutdrucks aufrechtzuerhalten.

Demnach ist Bluthochdruck ein Defekt dieser inneren Regulation.

Dem setzt der führende Neurobiologe Professor Dr. Peter Sterling das Konzept Allostase entgegen. In dieser Bezeichnung steckt die griechische Silbe allo für variabel. Allostase hält nicht krampfhaft an Konstanz fest. Eine Stabilität von Körperfunktionen wird auch durch vorauseilende Anpassung angestrebt. Es werden nicht bestimmte Messwerte verteidigt, sondern den Organsystemen werden eigenständige Eichwerte als Reaktion auf innere und äußere Herausforderungen erlaubt.

In diesem Sinne ist moderner Bluthochdruck eine zeitgemäße Variante der Kampf-oder-Flucht-Reaktion evolutionären Ursprungs.

Chefetage sind die lernenden Bereiche des Gehirns zur Steuerung der Hormone und Neurotransmitter aus der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse.

Anspannung setzt die Stresshormone Cortisol und Adrenalin frei. Sie verengen Blutgefäße und halten Salz in den Geweben zurück. Die Atmung, der Herzschlag und der Blutdruck werden gesteigert. Diese Maßnahmen sind kurzfristig sinnvoll und chronisch gefährlich. Verstärkte Adaption führt zu erhöhtem Verschleiß. Auf lange Sicht verdicken und verhärten sich beispielsweise die Gefäßwände, eine weitere Notwendigkeit, den Blutdruck zu forcieren.

Von besonderer Bedeutung sind soziale Stressoren. So genannte Ausgrenzungserfahrungen durch Beschämung und Erniedrigung sind die stärksten Auslöser entlang dieser Nachrichtenkette vom Gehirn zu den Drüsen der Stresshormone. Heute ist weltweit anerkannt, dass Massenleiden wie Diabetes, Bluthochdruck, Schlaganfall und Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Verbindung zum Zustand unseres Umfelds, unserer Familien und unserer Arbeitswelt stehen. Die sich über das Leben summierende allostatische Last erklärt auch frühzeitiges Altern und die höhere Wahrscheinlichkeit bestimmter Erkrankungen.

Auf diese Weise wird soziale Ungleichheit zur gesundheitlichen Ungleichheit.

Eine dauerhafte Überlast durch chronischen Stress schädigt verschiedene Organsysteme, konkret steigt die Wahrscheinlichkeit für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Depression, Muskel-Skelett-Schäden, Stoffwechselprobleme wie das Metabolische Syndrom, Atemwegsleiden und eine Schwächung des Immunsystems bis zu Krebs. Auch wegen Bluthochdruck sterben an Problemen ihrer Herzkranzgefäße in Deutschland mehr Menschen als an Krebs. In zwölf europäischen Ländern ist es seit 2015 umgekehrt.

Allostase versucht die rechtzeitige Steuerung der Organe nach dem Prinzip der Vorhersage. Ein Beispiel: Das Bauchspeicheldrüsenhormon Insulin wird in Erwartung von Nahrung schon ausgeschüttet, noch ehe Blutzuckermoleküle den Blutstrom erreichen. Das würde bedeuten, dass der Organismus lernt und erkennt, dass künftige Adaptionen unausweichlich sind. Auf dieser Grundlage erklärt Allostase die chronischen Gesundheitsprobleme von Millionen Menschen besser als das Prinzip Homöostase.

Bei tief greifendem Wandel in der Gesellschaft mit Migration, mit Chancenungleichheit und mit neuen Formen der Gewalt – Erpressung auf dem Schulhof, Terror, Pädokriminalität, Drogenkriminalität, Prostitution, mafiöse Organisationen – haben im Gehirn allostatische Reaktionen eine Schlüsselrolle. Der amerikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump sieht die Sicherheitslage in Europa durch die unkontrollierte Zuwanderung katastrophal geschwächt. Die Auffassung, dass eine große gesellschaftliche Herausforderung nicht bewältigt, nicht geschafft werden kann, gilt als sehr starker allostatischer Faktor. Die unmittelbare Nachbarschaft als Durchgangsviertel oder Integrationsschleuse, Rassismus, erzwungene Wachsamkeit, familiäre Probleme, Krankheit und Armut bilden extrem stressanfällige Bevölkerungen. Wechselbäder von Empörung und Ohnmacht in Bezug auf die juristische Aufarbeitung der Übergriffe in der Silvesternacht und anderer sexuell motivierter Zwischenfälle stimulieren auch den Kampf-oder-Flucht-Mechanismus der Organe. Ähnlich wirken sich Ereignisse mit islamistischem, beziehungsweise rechtsextremem Hintergrund wie das Axtattentat in einem Regionalzug bei Würzburg, der Amoklauf im Olympischen Dorf in München und das Selbstmordattentat am Rande eines Volksfestes in Ansbach aus.

Deshalb gilt das Allostase-Konzept auch als eine politisch begründete Theorie biologischer Reaktionen im menschlichen Körper.

Tatsächlich stehen gewisse Eigenheiten im menschlichen Körper nicht im Einklang mit der idealistischen Idee der Homöostase. Der Blutdruck beispielsweise ist im Minutentakt veränderbar. Für den Fall, dass von der Evolution hier ein biologischer Fixpunkt vorgesehen war, scheint das System lückenhaft zu sein.

Für Professor Dr. Peter Sterling von der Perelman School of Medicine, University of Pennsylvania, liefert der Blutdruck ein Paradebeispiel für seine Auffassung. Bis zum sechsten Lebensjahr bleiben die Verhältnisse in den Blutgefäßen recht stabil. Dann erhöhen sich die Werte recht abrupt, denn das Kind löst sich von den Eltern und stellt sich zunehmend selbst wirklichen oder erfundenen Gefahren. Nicht beherrschbarer Stress bewirkt schon früh eine Destabilisierung der Potenziale des Zentralnervensystems. Mit 17 hat fast die Hälfte aller Jungen höhere Blutdruckwerte zwischen 120 und 139 mm Hg, beziehungsweise 80 und 89 mm Hg, und jeder Fünfte schädigt bereits mit voll entwickelter Hypertension sein Gefäßsystem.

Seit mehr als 40 Jahren erforscht Professor Dr. Peter Sterling die Funktionen des Gehirns. Seine Forschung konzentrierte sich auf den unleugbaren Zusammenhang zwischen chronischen Krankheiten und psychosozialen Faktoren. Der Wissenschaftler setzte darauf, dass die Politik diese Erkenntnisse im Kampf gegen Ungleichheit, gegen die steigende Zahl von Gefängnisinsassen und gegen andere soziale Probleme stärker berücksichtigt.

Auch der Bielefelder Soziologe Niklas Luhmann plädierte für die Abschaffung des Begriffs Homöostase für ein intelligentes selbstregulierendes System. Er sprach von Homöodynamik.

Nach den Erhebungen des Robert Koch-Instituts und der Deutschen Gesellschaft für Hypertonie und Prävention haben 20 bis 30 Millionen Bundesbürger Bluthochdruck, Tendenz steigend, und das 50 Jahre nach Einführung der Massenmedikation. Für mehr als 90 Prozent wird nie eine klare Ursache ermittelt. Sozial schwache Schichten sind stärker betroffen. Auch die Todesstatistik rechtfertigt nicht eine Entwarnung. Im Aufregungsjahr 2015 starben in Deutschland mit 925.239 Menschen 6,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Es ist der höchste Wert seit 30 Jahren.

In dem Sachbuch „Blutdruck-Lügen der Medizin“ (IGK-Verlag, Print € 19,95 - ISBN 9783950410655; EBook € 8,99) werden den bis zu fünf verschriebenen Medikamenten gleichzeitig zur Reduzierung von Blutdruckwerten fast immer ohne Ermittlung und Beseitigung einer Ursache natürlichere Therapiekonzepte entgegengesetzt. Neben Beispielen wie Gewichtsabnahme und Fleischfasten sind es vor allem der Schutz und die Stärkung der Funktionen unserer Nervensysteme und des Herz-Kreislaufs durch Dutzende Phytamine wie im Grünen Tee und andere Mikronährstoffe wie Ginkgo biloba. Auch zahlreiche Lebensmittel und Gewürze – wie Rote Bete, Staudensellerie, Chicorée, Knoblauch und Zimt - haben nachgewiesen blutdrucksenkende Eigenschaften. Alle werden zu wenig genützt.

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Imre Kusztrich
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