Energie- und Wassersperren im Land Bremen rückläufig

Runder Tisch „Energiesperren vermeiden“ zieht positive Bilanz
Positive Bilanz nach einem Jahr (lifePR) (Bremen, ) Die Mitglieder des Runden Tisches „Energiesperren vermeiden“ freuen sich, dass ihre Arbeit erste Früchte trägt: Die Zahl der Strom-, Erdgas- oder Wassersperren im Land Bremen sinkt, im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 7,4 Prozent im Monatsdurchschnitt. Den größten Fortschritt gab es in Bremerhaven. Dort konnte 2016 im Vergleich zum Vorjahr jede sechste Sperre verhindert werden.

Der Erfolg ist auf die für Bremen und Bremerhaven bisher einmalige Kooperation zwischen öffentlichen Stellen, Verbraucherschutzorganisationen und swb zurückzuführen. Einmal mehr hat sich gezeigt, dass ein offener Austausch dazu beiträgt, bisherige Sichtweisen und Abläufe korrigieren, verbessern und teilweise sogar aufeinander abstimmen zu können.

Im Herbst 2014 kamen auf Initiative von swb die Vertreterinnen und Vertreter der Sozialämter, Jobcenter, Verbraucherzentrale, Schuldnerberatungen, Aktionsgemeinschaft arbeitsloser Bürgerinnen und Bürger e.V. (agab) sowie des Sozial- und Umweltressorts erstmals am Runden Tisch zusammen. Das Ergebnis der erarbeiteten Maßnahmen wurde im November 2015 mit der Kampagne „Zappenduster!“, mit mehrsprachiger Website und Hotline, vorgestellt, die schnelle Hilfe für Betroffene von Energie- und Wassersperren verspricht. Nach einem Jahr zeigen sich jetzt erste Erfolge.

„Die gemeinsame Arbeit war sehr aufwändig. Aber sie hat sich gelohnt. Die Beteiligten des Runden Tisches haben gegenseitiges Verständnis entwickelt. Was aber viel wichtiger ist, wir sehen erste Erfolge“, fasst Iris Klauck, Projektleiterin bei der swb AG, die Ergebnisse aus einem Jahr „Zappenduster!“ und zwei Jahren intensiver Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten des Runden Tisches zusammen. „Die Sperrzahlen für das Land Bremen sind 2016 im Vergleich zum Vorjahr um 7,4 Prozent gesunken. Der Rückgang ist insbesondere seit diesem Sommer vielversprechend.“

Auslöser für die Trendwende sind neben der Informationskampagne „Zappenduster“ vor allem die Prozessveränderungen bei swb, wie die Verkürzung von Mahn- und Sperrfristen, die Flexibilisierung der Ratenhöhen und auch die Interventionsmöglichkeiten für die beteiligten Organisationen des Runden Tisches, die anhand vereinbarter Kommunikationswege und von Formularen den Sperrprozess unterbrechen können.

Dietlind Heller vertritt das Sozialressort, Referat 33 Existenzsicherung, am Runden Tisch: „Die Zusammenarbeit der Akteure des Runden Tisches knüpft an den lange bestehenden Austausch zwischen swb, Sozialämtern und Jobcentern an und konnte dank ‚Zappenduster!‘ noch intensiviert und verbessert werden. Trotz der positiven Tendenz, Betroffenen schneller helfen und vorhandene Hilfsangebote besser ausschöpfen zu können, stellen wir fest, dass die Mehrheit nach wie vor erst kommt, wenn eine Sperre bereits vorliegt.“ Deshalb sollen die Info-Faltblätter demnächst frühzeitiger und über Multiplikatoren in die Haushalte gelangen, um bei drohenden wie auch ausgeführten Energie- und Wassersperren schneller aktiv werden zu können.

Für Anja Stache vom Fachzentrum Schuldenberatung im Lande Bremen e.V. (FSB) sind es insbesondere die direkten Zugänge zu Ämtern und swb, von denen die freien Beratungsstellen und ihre Klienten seit dem Start von „Zappenduster!“ profitieren. „Damit können wir die Interessen der Ratsuchenden zeitnah und effektiv vertreten. Der Rückgang der Energiesperren zeigt, dass der eingeschlagene Weg gut ist.“ Für den Runden Tisch wird es auch weiterhin darum gehen, individuelle Lösungsmöglichkeiten und flexible Zahlungspläne noch intensiver zu befördern.

Das gemeinschaftliche Engagement im Zuge von „Zappenduster!“ und alle weiteren Aktivitäten des Runden Tisches sind dabei von grundlegender Bedeutung. Dieter Schmidt, Teamleiter der swb-Kundencenter in Bremen und Bremerhaven: „Nur wenn sich alle Beteiligten gemeinsam um die Lösung der Probleme bemühen, kann swb idealerweise den Sperrprozess anhalten, sobald erkennbar ist, dass eine Lösung zur Tilgung der Schulden gefunden werden kann. Dass genau das erfolgreich ist, belegen Erfahrungswerte und Sperrzahlen aus dem ersten Kampagnenjahr.“
Die Arbeit des Runden Tisches zur Vermeidung von Energiesperren wird deshalb auch im nächsten Jahr fortgesetzt.

Der „Runde Tisch“
Der Runde Tisch ist eine Initiative von swb in Kooperation mit: Aktionsgemeinschaft arbeitsloser Bürgerinnen und Bürger e.V., Amt für Soziale Dienste Bremen, Der Senator für Umwelt, Bau und Verkehr, Die Senatorin für Soziales, Jugend, Frauen, Integration und Sport, Fachzentrum Schuldenberatung Bremen e.V., Jobcenter Bremen und Bremerhaven, Sozialamt Bremerhaven, Verbraucherzentrale Bremen e.V., Verein für Innere Mission in Bremen. Alle Beteiligten haben sich zur Kooperation verpflichtet und arbeiten gemeinsam daran, Betroffenen transparent und schnell helfen zu können, um Energiesperren künftig zu verhindern und soziale Härten besser auffangen zu können.

„Zappenduster!“ ist eine Kampagne des Runden Tisches zum Thema ‚Energie- und Wassersperren vermeiden‘ in Bremen und Bremerhaven.
www.sos-stromsperre.de | Kostenlose Info-Hotline 0800 8765430

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