Arbeitsmarkt im Januar

(lifePR) (Karlsruhe, )
  • Saisonbedingter Anstieg der Arbeitslosigkeit
  • Kräftebedarf der Unternehmen weiterhin hoch
  • Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung auf Höchststand
Zu Jahresbeginn stieg die Arbeitslosigkeit im Bezirk der Agentur für Arbeit Karlsruhe-Rastatt saisonbedingt an. 22.668 Frauen und Männer waren im Berichtsmonat ohne Arbeit. Das sind 1.558 mehr als im Dezember, aber 1.212 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote ist angestiegen. Sie liegt jetzt bei 4,0 Prozent. Vor einem Jahr lag sie noch bei 4,3 Prozent.

„Der Januar ist ein Monat, in dem die Arbeitslosigkeit immer zunimmt. Der Anstieg ist nicht überraschend. Er ist in erster Linie auf quartals- und witterungsbedingte Faktoren zurückzuführen. Positiv ist aber, dass in diesem Jahr die niedrigste Arbeitslosenquote in einem Januar seit über 20 Jahren gemessen wurde und die Beschäftigung permanent steigt. Aktuell sind in unserer Region über 439.000 Beschäftigte in einem sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis, so viele wie noch nie“, sagt Ingo Zenkner, der Vorsitzende der Agentur für Arbeit Karlsruhe-Rastatt.

Im Januar werden die Entlassungen zum 31. Dezember wirksam und das ist nach wie vor der größte Kündigungstermin im Jahr. Gleichzeitig laufen zum Jahresende viele befristete Verträge aus. Zudem enden die zweieinhalb- und dreieinhalbjährigen Berufsausbildungen. Hinzu kommt noch, dass wetterbedingt in einigen Außenberufen nicht gearbeitet werden konnte. Das erklärt auch die überdurchschnittliche Zunahme der Männerarbeitslosigkeit.

„Ich rechne damit, dass der Arbeitsmarkt weiterhin stabil bleibt und wir mit dem Einsetzen der Frühjahrsbelebung im März wieder rückläufige Arbeitslosenzahlen melden können“, so die Erwartungen von Zenkner.

Entwicklung im Gesamtbezirk

Wie jedes Jahr um diese Zeit gab es bei den arbeitslosen Männern eine deutliche Zunahme. Die Entwicklung lässt sich in erster Linie dadurch erklären, dass überwiegend männliche Arbeitskräfte in witterungsabhängigen Berufen tätig sind.
Um den Arbeitsmarkt aussagekräftig beurteilen zu können, ist ein Blick auf seine Bewegungen erforderlich. Im Januar registriert die Arbeitsagentur Karlsruhe-Rastatt stets die stärksten Neuzugänge in die Arbeitslosigkeit.

In den vergangenen vier Wochen meldeten sich 6.322 Personen bei einer der neun Agenturgeschäftsstellen oder in einem der Jobcenter (neu oder erneut) arbeitslos. Das waren gut 175 mehr als im Dezember.

Die Arbeitslosigkeit hat im Januar auch deshalb zugenommen, weil deutlich weniger Personen ihre Arbeitslosigkeit beenden konnten.
Insgesamt 4.760 Personen wurden im Berichtszeitraum abgemeldet; das waren knapp 160 weniger als 2016 zur gleichen Zeit. Sie haben jetzt wieder Arbeit, absolvieren eine berufliche Weiterbildung oder besuchen eine betriebliche/ schulische Ausbildung. Ein Teil hat sich aus persönlichen Gründen aus dem Arbeitsmarktgeschehen zurückgezogen.

Trotz der Feiertage und des Jahreswechsels konnte der Arbeitgeberservice 1.892 neue Stellenangebote akquirieren. Insgesamt sind im Bezirk der Arbeitsagentur Karlsruhe-Rastatt derzeit 7.157 Arbeitsstellen gemeldet und damit 1.019 mehr als im letzten Jahr zur gleichen Zeit.

Entwicklung der Arbeitslosigkeit in den neun Geschäftsstellen

Alle Agenturen mussten im Vergleich zum Vormonat einen Anstieg der Arbeitslosenzahlen melden. Gegenüber dem Vorjahr gab es unterschiedliche Entwicklungen.

Hauptagentur Karlsruhe:

Im Bezirk der Hauptagentur Karlsruhe waren am Ende des Berichtsmonats 10.142 Frauen und Männer ohne Arbeit. Das waren 724 mehr als im Dezember. Dadurch stieg die Arbeitslosenquote um 0,3 Prozent auf 4,5 Prozent. Damit liegt sie um drei Zehntelprozentpunkte unter dem Vorjahreswert.

Im Januar meldeten sich in der Karlsruher Hauptagentur oder bei den ansässigen Jobcentern 2.881 Personen neu oder wieder arbeitslos; 144 weniger als vor einem Jahr.
Im Gegenzug konnten 2.154 Frauen und Männer ihre Arbeitslosigkeit beenden. Die Abmeldungen aus der Arbeitslosigkeit gingen gegenüber dem Vormonat um rund 530 zurück.
Der Karlsruher Arbeitgeberservice akquirierte 816 neue Arbeitsstellen; nahezu gleich viele wie vor einem Jahr. Das Gesamtangebot liegt nun bei 3.001 Vakanzen. Das bedeutet ein Plus von gut 315 Angeboten gegenüber Januar 2016.

Gesucht werden unter anderem (w/m):

Fachkräfte für Objekt-, Werte- und Personenschutz, Büro- und Sekretariatskräfte, Fachkräfte für Maschinenbau- und Betriebstechnik, Fachkräfte im Verkauf, Berufskraftfahrer für Güterverkehr/LKW, Buchhalter, Fachkräfte für Kinderbetreuung und -erziehung, Experten für Informatik, Fachkräfte für Elektrische Betriebstechnik, Fachkräfte für Bauelektrik.

Entwicklung in den mittelbadischen Geschäftsstellen

In Mittelbaden gibt es große Unterschiede bei den Arbeitslosenquoten. Die niedrigste Quote hat Bühl mit 2,6 Prozent; die höchste hat Baden-Baden mit aktuell 5,6 Prozent.
Zum Jahresbeginn hat die Arbeitslosigkeit in Mittelbaden saisonbedingt zugenommen. 6.083 Frauen und Männer waren im Berichtsmonat ohne Arbeit. Das sind rund 330 mehr als im Dezember.
Die Arbeitslosenquote stieg dadurch um zwei Zehntelprozentpunkte auf 3,8 Prozent an. Sie blieb aber unter dem Vorjahreswert von 4,1 Prozent und ist niedriger als die Quote in Baden-Württemberg (3,9 Prozent).
Die Nachfrage der regionalen Arbeitgeber schwächte sich gegenüber Dezember ab. Der Arbeitgeberservice konnte 514 Stellenangebote akquirieren. Das Gesamtangebot ist im Vergleich zum Vorjahr um 462 auf 2.367 freie Stellen angestiegen. 

In Baden-Baden waren zum Stichtag 1.559 Frauen und Männer ohne Arbeit; 102 mehr als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote stieg gegenüber Dezember um vier Zehntelprozentpunkte auf 5,6 Prozent an und liegt damit auf Vorjahresniveau.
Im Berichtszeitraum mussten sich in Baden-Baden knapp 380 Personen neu oder wieder arbeitslos melden. Gleichzeitig konnten sich gut 280 Personen aus der Arbeitslosigkeit abmelden; genau 29 weniger als im Vorjahr.
Das Angebot an neuen Stellen ging etwas zurück. Rund 130 neue Angebote konnte der Arbeitgeberservice im ersten Monat des Jahres 2017 aufnehmen.

Derzeitige Angebote gibt es unter anderem für (w/m):

Bediener von Hebeeinrichtungen (Helfer), Fachkräfte für Gastronomieservice, Reinigungshelfer, Köche, Fachkraft im Hotelservice, Fachkräfte im Verkauf, Büro- und Sekretariatskräfte, Medizinische Fachangestellte, Barkeeper

In der Geschäftsstelle Bühl ist die Arbeitslosenquote um zwei Zehntelprozentpunkte angestiegen. Mit 2,6 Prozent ist dies aber weiterhin die niedrigste Arbeitslosenquote im Gesamtbezirk. Die Zahl der arbeitslosen Menschen ist im Monatsvergleich gestiegen. Im Januar waren hier 1.008 Menschen arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahr gibt es aktuell 113 Arbeitslose weniger.
Mit 250 ist die Zahl der Menschen, die Ihre Arbeitslosigkeit zu Jahresbeginn beenden konnten, im Monatsvergleich rückläufig. 301 Frauen und Männer mussten sich neu arbeitslos melden, 70 weniger als vor einem Jahr.
Die Nachfrage nach neuen Arbeitskräften blieb in den vergangenen Wochen hinter den Erwartungen zurück. 77 Vakanzen wurden von den Arbeitgebern gemeldet.

Die Bühler Arbeitgeber suchen unter anderem (w/m):

Fachkräfte im Verkauf, Helfer für Metallbearbeitung, Helfer für Lagerwirtschaft, Fachkräfte für Maschinenbau- und Betriebstechnik

In Gaggenau waren am Ende des Berichtsmonats 955 Frauen und Männer ohne Job; 71 mehr als im Dezember und 124 weniger als vor einem Jahr. Dies wirkte sich auch auf die Arbeitslosenquote aus. Sie erhöhte sich in den letzten vier Wochen um zwei Zehntelprozentpunkte auf 3,0 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr ist sie um 0,5 Prozent gesunken.
Gaggenau konnte im Jahresvergleich einen Anstieg bei der Nachfrage nach neuen Arbeitskräften verzeichnen. 64 neue Angebote konnte der Arbeitgeberservice aufnehmen; 23 mehr als vor einem Jahr. Das Gesamtangebot an freien Stellen beläuft sich derzeit auf 272 Vakanzen.
Arbeitsangebote in der Region Gaggenau (w/m): Fachkräfte für Spanende Metallbearbeitung, Fachkräfte im Verkauf, Berufskraftfahrer für Güterverkehr/LKW, Fachkräfte für Elektrische Betriebstechnik, Fachkräfte für Lagerwirtschaft

Auch in der Geschäftsstelle Rastatt gab es im Vergleich zum Vormonat mehr Arbeitslose. Im ersten Monat des Jahres 2017 waren hier 2.561 Menschen arbeitslos gemeldet, 104 mehr als Dezember.
Der Blick auf den Januar 2016 zeigt aber eine positive Entwicklung. 206 Arbeitslose gibt es jetzt weniger. Die Arbeitslosequote liegt mit 4,2 Prozent um vier Zehntelprozentpunkte unter dem Vorjahreswert. 
Dabei meldeten sich im Berichtszeitraum 717 Personen neu oder wieder arbeitslos, 46 weniger als vor einem Jahr. Gleichzeitig beendeten 606  Frauen und Männer ihre Arbeitslosigkeit.
Die Rastatter Arbeitgeber suchten mit Hilfe der Arbeitsagentur weniger neue Arbeitskräfte als im vergangenen Monat. 243 Stellen wurden dem Arbeitgeberservice gemeldet, das waren 89 Angebote weniger als im Dezember. Das Gesamtangebot ist mit 998 auf einem hohen Niveau.

Folgende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden gesucht:

Helfer für Fahrzeugtechnik, Bediener von Hebeeinrichtungen (Helfer), Helfer für Chemie- und Pharmatechnik, Fachkräfte für Maschinen und Gerätezusammensetzer, Helfer für Lagerwirtschaft, Berufskraftfahrer für Güterverkehr/LKW, Büro- und Sekretariatskräfte, Spezialisten für Vertrieb (außer IKT), Helfer für Lebensmittelherstellung, Fachkräfte im Verkauf

Geschäftsstellen im Landkreis Karlsruhe

Alle Geschäftsstellen im Landkreis Karlsruhe melden im Monatsvergleich mehr arbeitslose Menschen. Im Jahresvergleich entwickelte sich die Arbeitslosigkeit unterschiedlich. Den prozentual höchsten Anstieg gab es in Ettlingen.

In Bretten ist die Arbeitslosigkeit um 94 auf 1.154 Personen gestiegen. Das waren nahezu gleich viele wie vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote veränderte sich dadurch. Mit 3,9 Prozent liegt sie um drei Zehntelprozentpunkte höher als im Dezember, aber unterhalb  des Vorjahreswertes.

316 Frauen und Männer mussten sich im Berichtsmonat neu oder erneut arbeitslos melden, das waren 15 weniger als vor einem Jahr. 218 Personen - und damit 21 mehr wie im letzten Januar - konnten ihre Arbeitslosigkeit beenden. 
Die Arbeitgeber aus der Region Bretten benötigten mehr neue Arbeitskräfte. 117 freie Stellen konnte der Arbeitgeberservice aufnehmen; 39 mehr als vor einem Jahr.

Die Brettener Arbeitgeber suchen beispielsweise (w/m):

Fachkräfte für Spanende Metallbearbeitung, Fachkräfte für Schweiß- und Verbindungstechnik, Fachkräfte für Elektrotechnik, Fachkräfte und Helfer für Metallbearbeitung, Bediener von Hebeeinrichtungen (Helfer), Helfer für Elektrotechnik, Fachkräfte für Elektromaschinentechnik, Helfer für Kunststoff- und Kautschukherstellung, Fachkräfte für Gastronomieservice

In Bruchsal ist die Arbeitslosigkeit zu Jahresbeginn um knapp 180 angestiegen.  2.627 Frauen und Männer waren zum Stichtag ohne Arbeit. Dadurch veränderte sich die Arbeitslosenquote. Mit 3,9 Prozent liegt sie um 0,3 Prozent höher als im Vormonat.

In den letzten vier Wochen gab es viel Bewegung auf dem Bruchsaler Arbeitsmarkt. Rund 700 Frauen und Männer kamen, um sich neu oder erneut arbeitslos melden; 182 Personen weniger als im Vorjahr. Gut 520 Personen konnten zeitgleich aus der  Arbeitslosigkeit abgemeldet werden.

Positiv entwickelte sich die Arbeitskräftenachfrage. Der örtliche Arbeitgeberservice konnte 220 neue Stellenangebote akquirieren. Das sind 51 Vakanzen mehr als im Vorjahr.

Angebote gibt es für (w/m):

Fachkräfte für Gastronomieservice, Berufskraftfahrer für Güterverkehr/LKW, Fachkräfte für Kraftfahrzeugtechnik, Fachkräfte für Objekt-, Werte- und Personenschutz, Büro- und Sekretariatskräfte, Fachkräfte für Informatik, Reinigungshelfer, Helfer für Lagerwirtschaft,

Fachkräfte für Maschinenbau- und Betriebstechnik, Helfer für Metallbearbeitung

In Ettlingen ist die Arbeitslosigkeit von Dezember auf Januar um 147 auf 1.507 gestiegen. Das waren 45 mehr wie vor einem Jahr.
Die Arbeitslosenquote bewegt sich etwas über Niveau des Vorjahres. Mit aktuell 3,2 Prozent hat Ettlingen weiterhin die niedrigste Quote im Landkreis Karlsruhe. Im Gesamtbezirk liegt sie hinter Bühl und Gaggenau auf Platz drei.
Der Arbeitgeberservice konnte 150 neue Arbeitsplatzangebote aufnehmen. Das derzeitige Gesamtangebot an freien Stellen liegt mit 460 um 15 unter dem Vorjahreswert.

Aktuelle Vakanzen (w/m):

Bediener von Hebeeinrichtungen (Helfer), Fachkräfte für Bauelektrik, Fachkräfte im Verkauf, Fachkräfte für Objekt-, Werte- und Personenschutz, Reinigungshelfer, Fachkräfte für Lagerwirtschaft, Fachkräfte für Maschinenbau- und Betriebstechnik, Altenpfleger (Fachkräfte),  Spezialisten für Pharmazie, Medizinische Fachangestellte

In Waghäusel mussten sich in den letzten Wochen mehr Menschen neu oder wieder arbeitslos melden als im Vormonat. Gleichzeitig gab es weniger Abmeldungen aus der Arbeitslosigkeit.
Aktuell sind 1.155 Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen. 85 mehr als vor einem Monat. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich dadurch um  0,3 Prozent auf 3,4 Prozent; vor einem Jahr lag sie bei 3,5 Prozent.
Die Nachfrage der Arbeitgeber war zu Jahresbeginn etwas höher als im Vormonat. 75 Vakanzen wurden gemeldet.

Unter anderem für (w/m):

Helfer für Metallbearbeitung, Fachkräfte für Lagerwirtschaft, Fachkräfte für Kunststoff- und Kautschukherstellung, Büro- und Sekretariatskräfte, Fachkräfte für Gastronomieservice, Fachkräfte für Spanende Metallbearbeitung, Altenpfleger (Fachkräfte)
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