20. Materials Day an der Hochschule Osnabrück: Materialwissenschaften im Fokus des fachlichen Austauschs

Ulrich Meeuw von SLV Hannover, regelmäßiger Teilnehmer des Materials Day (links), leitete am virtuellen Schweißtrainer den Masterstudenten Artöm Michel beim Schweißen an. Die Anlage war eines der Exponate der Fachausstellung, in der Forscher und Praktiker ihre Projekte und Produkte demonstrierten. (Foto: Jan Rüter, Hochschule Osnabrück) (lifePR) (Osnabrück, ) Rund 130 Gäste aus Wissenschaft und Wirtschaft, darunter zahlreiche Kooperationspartner der Hochschule Osnabrück, kamen jetzt zur 20. Fachtagung „Materials Day“ in die Hochschulaula. Renommierte Fachleute aus Deutschland und Thailand informierten Praktiker aus der Industrie, Studierende sowie technik-interessierte Schülerinnen und Schüler über aktuelle Materialkonzepte für zukunftsweisende Produkte. Zu den Veranstaltern zählten neben den VDI-Arbeitskreisen „Werkstofftechnik“ und „Kunststofftechnik“ auch das kürzlich gegründete Technologiezentrum Neue Materialien und Prozesse TECHNOS und das WIP-Kunststoffe Wissens- und Innovationsnetzwerk Polymertechnik.

Innovative Materialien und Werkstofftechnologien ist einer der vier Schwerpunkte der Hochschule Osnabrück in der Forschung. Dieses Feld trägt wesentlich zur überregionalen Wahrnehmung und Profilbildung der Hochschule bei. Prägend dafür sind drei Kernelemente: Erstens eine hervorragende Vernetzung mit Unternehmen und Forschungseinrichtungen regional und weltweit; zweitens Interdisziplinarität und drittens die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses mit derzeit rund einem Dutzend Doktorandinnen und Doktoranden.

All diese Kernelemente kommen auf beeindruckende Weise in einer Veranstaltung zum Vorschein, die nunmehr zum 20. Mal an der Hochschule Osnabrück stattfand: Die Fachtagung „Materials Day“ bringt jedes Semester deutsche und internationale Fachelite in die Stadt an der Hase und informiert Praktiker, Studierende und auch Studieninteressierte über aktuelle Forschungsergebnisse, neue Produkte und Ideen.

Auch diesmal demonstrierte die Tagung eine enorme Vielfalt von Materialkonzepten für Produkte der Zukunft: Nanostrukturierung, chemische Oberflächenanpassung, Komposit-Strukturen, Hybrid-Elastomere und neue Werkstofflösungen für Bienenstöcke. „Unser Ziel war es, den Teilnehmern die Gestaltungsspielräume mit modernen Werkstoffen vor Augen zu führen und Anregungen für neue Produktideen zu geben“, sagt Prof. Dr. Ulrich Krupp, Leiter des Laborbereichs Materialdesign und Werkstoffzuverlässigkeit und zugleich Sprecher des VDI-Arbeitskreises Werkstofftechnik. „Der Materials Day hat neben spannenden Perspektiven auf unterschiedliche Werkstoffgruppen und deren Anwendungen auch wieder einmal einen offenen Rahmen für fachliche Diskussionen geboten“, ergänzt sein Kollege, Prof. Dr. Norbert Vennemann, Leiter des VDI-Arbeitskreises Kunststofftechnik.

Die Jubiläumsauflage der Fachtagung hatte einige Neuigkeiten zu bieten: Neben den beiden VDI-Arbeitskreisen und der Hochschule Osnabrück gehörten zu den Veranstaltern auch das vor wenigen Monaten gegründete Technologiezentrum Neue Materialien und Prozesse TECHNOS sowie das WIP-Kunststoffe Wissens- und Innovationsnetzwerk Polymertechnik.

Neu war auch die begleitende Fachausstellung: Auf rund einem Dutzend Poster präsentierten die Forscherinnen und Forscher des Bereichs „Innovative Materialien und Werkstofftechnologien“ ihre Projekte. Auch Unternehmen, Forschungs- und Bildungseinrichtungen stellten sich in der Hochschulaula den Tagungsteilnehmern vor. Am Stand der Schweißtechnischen Lehr- und Versuchsanstalten SLV aus Hannover konnten sich die Gäste an einem virtuellen Schweißtrainer ausprobieren: An einem Schweißanlagen-Simulator versuchten sie ganz ohne Verletzungsgefahr durch heiße Spritzer eine Naht zu „schweißen“ und konnten am Monitor sofort Ergebnisse ihrer Arbeit sehen. „Wir setzen den Schweißsimulator gern auf Messen und Tagungen ein, um die Jugend auf unseren Beruf aufmerksam zu machen“, erzählt der SLV-Vertreter Ulrich Meeuw. Und tatsächlich war sein Stand ein Publikumsmagnet: Mehrere Studierende ließen sich diese Chance nicht entgehen. Einige beherrschten das Schweißen bereits professionell: Sie hatten zuvor an einem Kurs zum Schweißfachingenieur teilgenommen, den die SLV Hannover und die Hochschule Osnabrück seit rund 20 Jahren gemeinsam anbieten. So bleibt Ulrich Meeuw, der 2009, nach der Lehre zum Werkstoffprüfer im Schiffbau, das Studium der Kunststoff- und Werkstofftechnik in Osnabrück absolvierte, weiterhin mit seiner Alma Mater in Kontakt.

Meeuw kommt regelmäßig zum Materials Day und erinnert sich noch gut an dessen Anfänge: „Auf der ersten Tagung waren rund 40 Gäste da, viele ebenfalls Studenten wie ich - heute sind es mehr als dreimal so viele Teilnehmer. Über die Jahre hat sich der Materials Day zu einem wichtigen Treffpunkt für Fachleute etabliert, wo man über den Tellerrand schauen, mit Experten diskutieren und auch den künftigen Nachwuchs kennenlernen kann“, so der Ingenieur.

Mit ihren Bachelor-Studiengängen Kunststofftechnik und Werkstofftechnik sowie dem Master-Studiengang Angewandte Werkstoffwissenschaften verbindet die Hochschule Osnabrück eine zukunftsweisende Ausbildung mit praxisnaher Forschung in den Bereichen der metallischen Konstruktionswerkstoffe und der Kunststofftechnik. Besonderer Wert liegt dabei auf einem partnerschaftlichen Verhältnis zwischen Studierenden und Lehrenden, aber auch auf einer engen Zusammenarbeit der Hochschule mit Industrieunternehmen. Dieser frühe Austausch der Ingenieurinnen und Ingenieure in der beruflichen Praxis mit Studierenden einerseits und mit technik-interessierten Schülerinnen und Schülern andererseits liegt dem VDI und dem Technologiezentrum Neue Materialien und Prozesse TECHNOS sowie dem WIP-Kunststoffe Wissens- und Innovationsnetzwerk Polymertechnik als neuem Mitveranstalter besonders am Herzen.

Wer sich für das Studium der Materialwissenschaften interessiert, kann sich noch bis zum 15. Juli um einen Studienplatz bewerben: www.hs-osnabrueck.de/bewerbung

Kontakt

Hochschule Osnabrück Deutsches Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP) Geschäftsstelle
Postfach 1040
D-49009 Osnabrück
Lidia Uffmann
Prof. Dr.-Ing. habil. Ulrich Krupp
Laborbereich Materialdesign und Werkstoffzuverläss
Fakultät Ingenieurwissenschaften und Informatik

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