Trier - eine Stadt der Superlative

(lifePR) (Trier, ) Gut 2000 Jahre ist Kaiser Augustus jetzt tot. Doch seine Begeisterung für die Trierer Talweite lebt in jedem Trierer weiter. Den antiken Kaiser brachte diese Begeisterung 17 v. Chr. dazu, eine imposante Stadt aus dem Boden zu stampfen. Fast am gleichen Ort, wo er die Gründung von „Augusta Treverorum“ mit dem Bau einer Holzbrücke besiegelte, steht auch heute noch eine antike Brücke. „Römerbrücke“ heißt sie passenderweise und ist nur wenig jünger als die Stadt: Ihre Pfeiler wurden um die Mitte des 2. Jahrhunderts ins Flussbett gebaut. Damit ist die Römerbrücke der älteste Brückenbau nördlich der Alpen und eine von acht UNESCO-Welterbestätten im Trierer Stadtgebiet.

Nirgendwo sonst kann man das UNESCO-Welterbe in so geballter Form erleben – was wiederum nicht nur Kaiser Augustus im 1. Jahrhundert begeisterte, sondern auch den Trierer des 21. Jahrhundert strahlen lässt-. Beim Gang durch die Innenstadt trennen ihn stets nur wenige Schritte von römischer Baukunst, mittelalterlicher Kirchenarchitektur, Renaissance-Fachwerk und barocker Prachtentfaltung. Davon kann ein gebürtiger Trierer nie genug bekommen, und wer ihn in einem der gemütlichen Cafés oder Weinstuben trifft, tut gut daran, ihn in seiner Euphorie zu bestätigen.

Auf seine „Pochta“ ist der Trierer stolz

Bei einer Porz Viez, einem weißen Porzellankrug voll mit dem Trierer Nationalgetränk, dass nur Uneingeweihte als „sauren Apfelwein“, Moselkenner hingegen als „erfrischendes Alltagsgetränk“ titulieren, gilt es nämlich, über das inbrünstige Loben der Stadt das Herz des Moselmetropolen-Bewohners zu erobern, der häufig als etwas verschroben gilt. Doch keine Angst: Beim Viez taut jeder echte Trierer auf. Insbesondere auf seine „Pochta“ ist er stolz. Die Porta Nigra, das nördliche „schwarze Tor“ am Eingang der Fußgängerzone, wurde vor rund 1800 Jahren als Bollwerk gegen den Feind gebaut, vor allem aber auch als prachtvoller Beweis der römischen Stärke im Nordwesten des Reiches. Die Steine selbst waren damals noch weiß und dunkelten im Laufe der Jahrhunderte derart nach, dass die Menschen im Mittelalter begannen, das Tor „Porta Nigra“ zu nennen. Zu dieser Zeit war aus dem Tor allerdings schon eine dreigeschossige Doppelkirche geworden, die dem heiligen Simeon geweiht war, einem Eremiten, der über vier Jahre in der Porta gelebt hatte. Seit Napoleon und der Preußenzeit des 19. Jahrhunderts ist die Porta jedoch wieder ein Stadttor – noch bis in die 1970er Jahre auch mit Autoverkehr durch die komplette heutige Fußgängerzone.

Heute ist es rund um die „Pochta“, wie die Trierer sie nennen, deutlich ruhiger geworden – auch wenn rund 800.000 Übernachtungsgäste und rund 5 Millionen Tagestouristen pro Jahr die Innenstadt vibrieren lassen. Die Besucher zieht es dabei nicht nur zur Porta Nigra, auch wenn das Tor als Wahrzeichen der Stadt gilt. Auch der Dom, älteste Bischofskirche Deutschlands und zugleich eine der ältesten Kirchen der Welt, fasziniert mit seinem Kernbau aus der Mitte des 4. Jahrhunderts, ebenso die Liebfrauenkirche als eine der ältesten gotischen Kirchen Deutschlands. In Staunen versetzt die Besucher auch der ehemalige Thronsaal Kaiser Konstantins, in dem heutzutage ebenfalls Gottesdienst gefeiert wird. Noch im 4. Jahrhundert erstrahlte der riesige Raum – immerhin der größte säulenlose Hallenbau der Antike – in einer unfassbaren Pracht aus Marmor, Porphyr und Mosaiken. Heute beeindruckt die erhabene Schlichtheit der Ziegelmauern, die die unglaublichen Dimensionen fast noch besser erfahrbar werden lassen. Und wer die Möglichkeit hat, sollte sich ein Konzert auf der großen Hauptorgel mit ihren 6006 Pfeifen nicht entgehen lassen.

Eindrücke ober- und unterirdisch

Am Kurfürstlichen Palais mit seiner barocken Prunkfassade vorbei liegt am Ende des Palastgartens ebenfalls ein ehemaliges Bauprojekt Konstantins des Großen: die Kaiserthermen. Das große Rund des Heißwasserbeckens (Caldarium) zeigt auch hier, wie sehr Konstantin der Stadt mit Großbauprojekten den Rang einer beeindruckenden Metropole geben wollte. Eindruck schinden jedoch auch die unterirdischen Besichtigungen, nicht nur der Versorgungstunnel der Kaiserthermen, sondern auch der Keller eines weiteren UNESCO-Welterbes, des Amphitheaters. Erbaut im letzten Drittel des 2. Jahrhunderts, war es Teil der sechs Kilometer langen Stadtmauer und fungierte zugleich als Eingang in die Stadt. Viele der steinernen Einbauten sind heute zwar verloren, doch noch immer lässt sich das düstere Leben von Mensch und Tier bei einer ober- und unterirdischen Besichtigung erahnen.

An der Mosel liegen schließlich steht nicht nur die Moselkranen und die eingangs genannte Römerbrücke, sondern auch die Barbarathermen, einst zweitgrößte Thermenanlage des gesamten Römischen Reiches und heute über einen kostenlosen Besuchersteg zu besichtigen. Und unweigerlich stellt sich die Frage: Wo kam eigentlich das viele Steinmaterial für die Bauten der antiken Stadt her? Ein Spaziergang moselabwärts, vorbei an den mittelalterlichen und neuzeitlichen Moselkranen, führt zum ehemaligen Fischerdorf Zurlauben. Dort kann man nicht nur einen herrlichen, auch kulinarisch ergiebigen Zwischenstopp einlegen, sondern auch die roten Sandsteinfelsen am anderen Moselufer erkennen – eine von vielen Quellen für die „steinreichen“ Römer.

Das alles – und noch viel mehr

Auch unabhängig von den UNESCO-Welterbestätten muss mit Superlativen in Trier nicht gegeizt werden: Im Stadtmuseum Simeonstift steht im Original das älteste Marktkreuz, auf dem Hauptmarkt die älteste Apotheke Deutschlands. Im Museum am Dom wartet das beeindruckendste römische Deckengemälde nördlich der Alpen. Den schalkhaftesten Trierer, immerhin Ur-Urgroßonkel von TV-Moderator Günther Jauch, hat es in den Palastgarten verschlagen: Als Relief schmunzelt im südöstlichen Bereich des Parks Franz Weißebach aus der mittelalterlichen Stadtmauer, der 1925 sein Vermögen der Stadt zum Bau eines Krematoriums vermacht hatte – undenkbar im damals noch immer streng katholischen Trier. Erst nachdem der Stadtrat den Plan in der so genannten „Krematoriumsdebatte“ fünf Jahre lang einstimmig abgelehnt hatte, durfte das Geld zur Anlage des heutigen Palastgartens verwendet werden.

Hinter der Mauer, an der Franz Weißebach süffisant den Vorbeigehenden grüßt, liegt mit dem Rheinischen Landesmuseum schließlich ein Ort ungezählter Highlights, unter anderem eine Kopie des größten römischen Pfeilergrabmals nördlich der Alpen, der Igeler Säule, deren Original ebenfalls UNESCO-Welterbestätte ist und neun Kilometer außerhalb Triers steht. Und noch ein Ausnahmefund beherbergt das Museum: den größten römischen Goldmünzschatz der Welt.

Wer nach all diesen Höhepunkten bei einer Portion „Flieten“ (knusprige Hähnchenflügel) oder „Teerdich“ (Kartoffelstampf mit Sauerkraut) in Zurlauben oder in einem der Weinlokale der Stadt zur Ruhe kommt, kann die Begeisterung eines Kaisers wie Augustus oder eines modernen Trierers leicht nachvollziehen. Und er ahnt, dass abseits der großen Geschichte und der monumentalen Bauwerke, die sich wie an einer Perlenschnur im Stadtgebiet aneinanderreihen, noch viele kleine Geheimnisse und Entdeckungen auf ihn warten. Vorsicht ist nur dann geboten, wenn diese Erkenntnis in Viez aufgewogen werden soll: Dem ungeübten Apfelwein-Verkoster steigt das schnell zu Kopf. Der freundlichen Aufforderung des trierischen Trinknachbarn, „noch aanen ze holen“ („noch einen zu trinken“) könnte dann unter Umständen ein böses Erwachen folgen – wenn das in einer Stadt wie Trier überhaupt möglich ist.

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