„Dachdecker klonen geht noch nicht“

Der Fachkräftemangel steht im Mittelpunkt des 111. Landesverbandstags der Bayerischen Dachdecker in Nürnberg
Von 30. Juni bis 2. Juli 2017 wird Nürnberg zum Mittelpunkt des Dachdeckerhandwerks in Bayern (lifePR) (München, ) „Könnte man Dachdecker klonen, hätten wir keinen Fachkräftemangel und unsere Kunden immer gleich auf Anruf einen Dachdecker auf dem Haus“, erklärt A. Ewald Kreuzer, Landesinnungsmeister der Bayerischen Dachdecker auf dem 111. Landesverbandstag in Nürnberg von 30.6. bis 2.7.2017.

Beides aber wird in absehbarer Zeit ein Wunschdenken der 871 Dachdeckerbetriebe in Bayern (davon 447 Innungs-Fachbetriebe) und deren Kunden bleiben. Seit Jahren ist die Zahl der Auszubildenden in diesem Handwerk rückläufig. Derzeit erlernen 304 Auszubildende (2016: 317) das Dachdeckerhandwerk in Bayern.

Eigenes Wohnheim für Auszubildende im Bau

Wie hoch die Wertschätzung für die „Newcomer“ auf dem Dach ist, kann jeder im überbetrieblichen Aus- und Fortbildungszentrum in Waldkirchen im Landkreis Freyung-Grafenau sehen. Dort entsteht auf dem Gelände des Kompetenzzentrums Dachtechnik Waldkirchen e. V. ein neues Lehrlingswohnheim für jeweils 48 Auszubildende in der Blockbeschulung. Das vom Bund und Freistaat Bayern geförderte 4,2 Mio.-€-Projekt wird 24 Zweibettzimmer mit eigenen Sanitärbereichen nach den neuesten Standards sowie Gemeinschaftsräume und Büros bieten. „Wir investieren damit in die Zukunft unseres Handwerks, so der Ausbildungs- und Hauptgeschäftsleiter des Landesinnungsverbandes des Bayerischen Dachdeckerhandwerks, Dipl.-Ing. (FH) Wolfgang Werner.

App macht Appetit aufs Dachdeckerhandwerk

So „up-to-date“ wie das Fachgewerk für die Dach-, Wand- und Abdichtungstechnik, so die offizielle Definition des Dachdeckerhandwerks, sind auch die Informationsangebote. Mit einer neu entwickelten App für Android und IOS und unter www.DachdeckerDeinBeruf.de können sich Eltern, Lehrer und Schulabgänger über Ausbildung und weitere Berufsperspektiven informieren. Ebenso können Praktikums- und Ausbildungsplätze gezielt regional gesucht werden. Die App ist so angelegt, dass jeder Bewerber binnen kürzester Zeit garantiert eine Rückmeldung erhält.

Mehr Mitarbeiter beschäftigt

Die ausgezeichneten Perspektiven für Fachkräfte im Dachdeckerhandwerk belegen nach Ansicht des stellvertretenden Landesinnungsmeisters und Obermeisters der für diesen Landesverbandstag verantwortlichen Innung für Mittelfranken, Kay Preißinger, auch die steigenden Mitarbeiterzahlen. Im Jahr 2016 verzeichneten die bayerischen Dachdeckerbetriebe mit 4.948 Beschäftigten mehr gewerbliche Mitarbeiter als in den Vorjahren (+ 1% gegenüber 2015). Entsprechend stieg auch die Bruttolohnsumme auf deutlich über 152 Mio. €. „Wir könnten noch mehr Mitarbeiter beschäftigen – wenn es sie nur gäbe“.

Zukunftsorientiert zeigen sich auch die Dachdecker-Meisterschüler in Bayern. 24 (gegenüber 22 in 2015) absolvierten im vergangenen Jahr den Meistervorbereitungskurs im Kompetenzzentrum Dachtechnik Waldkirchen.

Dennoch wird der Nachwuchs- und damit auch Fachkräftemangel auch in der Zukunft für Bauherren spürbar bleiben. Die lange Auftragsliste bei den Betrieben, die durch extreme Wetterereignisse regional und kurzfristig weiter anwächst, wird wohl auch künftig die Geduld von Auftraggebern strapazieren. „Wir arbeiten ab, was wir können. Doch wir haben auch soziale Verantwortung gegenüber unseren Mitarbeitern und deren Familien“, erklärt Landesinnungsmeister A. Ewald Kreuzer. „Grenzenlose Überstunden können und wollen wir auch aufgrund der damit steigenden Unfallgefahr nicht vertreten“.

Nach seiner Einschätzung ist auch der Höhepunkt des Investitions-Booms, der durch Niedrigst- oder sogar Negativzinsen für Guthaben ausgelöst wurde, überschritten. „Zwar ist die Kapitalanlage in eine Immobiliensanierung immer noch eine effektivere Geldanlage als ein Sparbuch oder ein Tagesgeldkonto, doch die immer höheren Anforderungen und gesetzlichen Vorgaben haben die Baupreise deutlich ansteigen lassen – und das bremst die Konjunktur“.

Trotzdem sieht er die Zukunft seines Gewerkes und der Fachkräfte optimistisch: „Gut ausgebildete und permanent weiter geschulte MitarbeiterInnen sind unser wertvollstes Kapital. Und in dieses Kapital investieren wir gerne“. Und – so fügt er hinzu – ist die Auftragsvergabe an hochqualifizierte Handwerksbetriebe noch immer eine sichere Investition für Bauherren.

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