Update zur Entwicklung der Fahrlehrerzahlen 2017

Datenquelle: Kraftfahrt-Bundesamt, Flensburg 2017 und eigene Berechnung (lifePR) (Berlin, ) Die Zahl der Fahrlehrer geht trotz der allgemein steigenden Beschäftigung bundesweit zurück, der Fahrlehrermangel verschärft sich und das Durchschnittsalter der Fahrlehrerschaft nimmt immer weiter zu. Dies sind die weiterhin bestehenden Herausforderungen vor denen die Fahrschulbranche auch im Jahr 2017 steht.

Auffällig an der Zahl der Personen mit Fahrlehrerlaubnissen ist, dass diese besonders in den neuen Bundesländern zurückgegangen sind. So führt Sachsen die Negativtabelle mit einem Rückgang gegenüber 2009 von 23,4 % an, gefolgt von Mecklenburg-Vorpommern mit 18,8 % und Sachsen-Anhalt mit Thüringen zeigen Werte im 16 %- Bereich. In Westdeutschland zeigt sich das Nachwuchsproblem vor allem in Bremen mit ebenfalls 16 % . Darauf folgen Bayern, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein mit rund 10 % weniger Fahrlehrerlaubnissen im Vergleich zu 2009.

Auch interessant ist, dass in absoluten Zahlen der Rückgang in Bayern mit 972 von insgesamt 4726 weniger Fahrlehrberechtigungen bundesweit im Gegensatz zu 2009 am größten ist. Leider gibt es keinerlei positive Entwicklung zu verzeichnen, den geringsten Verlust hat lediglich Nordrhein-Westfahlen mit „nur“ 1 % im dargestellten Zeitabschnitt.

In der nächsten Grafik lässt sich deutlich erkennen, dass eine Art „Arbeitsmarktlücke“ in der Branche der Fahrlehrberechtigten klafft, welche sich verheerend auszuweiten scheint. Man kann natürlich davon ausgehen, dass gewisse saisonale Schwankungen ganz normal sind. So zum Beispiel öffnet und schließt sich die „Arbeitsmarktlücke“ zwischen Frühjahr und Herbst 2015 und 2016. Die Trendlinien deuten aber darauf hin, dass sich Angebot und Nachfrage von Fahrlehrern stark auseinander entwickeln. Dies wird auch durch die Tatsache unterstützt, dass sich die Lücke im Frühjahr 2017 nicht wie in den vorhergehenden Jahren geschlossen hat. Insgesamt am prekärsten war die Situation für Mitarbeiter suchende Fahrschulen im Oktober 2016, wo wir eine Differenz von 361 weniger arbeitslosen Fahrlehrern als offenen Stellen verzeichnen mussten.

Hierzu sagt Jörg Michael Satz, Präsident von MOVING: „Die Reform die 2018 in Kraft tritt geht in die richtige Richtung, denn weniger starre Zugangsvoraussetzungen und eine Umgestaltung der Ausbildung werden den Beruf attraktiver machen. Dennoch tragen auch Fahrschulen eine Mitverantwortung und könnten sich mit Finanzierungsprogrammen bezüglich der Ausbildung neuer Mitarbeiter als attraktivere Arbeitgeber positionieren, um das Nachwuchsproblem in den Griff zu bekommen.“

Zur allgemeinen Altersstruktur der Fahrlehrer lässt sich sagen, dass das durchschnittliche Alter der Personen mit Fahrlehrerlaubnis gestiegen ist. Lag der Altersdurchschnitt vor 8 Jahren noch bei fast 51 Jahren wurde heute die 53-Jahresmarke schon überschritten. Ebenso kann man sehen, dass männliche Fahrlehrer bedeutend älter sind, als die Gruppe der Fahrlehrerinnen, mit einem Durchschnittswert von 45 Jahren.

Des Weiteren kann man aus dem Schema zur Darstellung der Altersentwicklung entnehmen, dass die Altersgruppe der 18 bis 24 -jährige, sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern am geringsten vertreten sind, was bei einem Mindestalter von 22 Jahren nicht überrascht. Die Gruppe der 45 bis 64 -jährigen Fahrlehrerlaubnishalterinnen hat demgegenüber zwischen 2009 und 2017 besonders stark zugenommen. Auch bei den männlichen Fahrlehrern sieht man einen Anstieg der 55 bis 74 -jährigen, während die Altersgruppen darunter rückläufig sind.

In der Grafik über sozialversicherungspflichtig beschäftigte und geringfügig beschäftigte Fahrlehrer kann man sehen, dass die Zahl der beschäftigten Fahrlehrer im Allgemeinen gestiegen ist. Am Stichtag im September 2016 waren 16.011 Fahrlehrer als Angestellte und 6.824 Fahrlehrer geringfügig beschäftigt. Gegenüber dem Vorjahr ist eine generelle Zunahme um 4 %, oder 945 neuen Fahrlehrern zu verzeichnen, welche sich aus 5,6 % mehr Angestellten und 1,3 % mehr sogenannter Minijobber zusammensetzt.- Der Frauenanteil insgesamt liegt bei 13,5 % und bei den geringfügig Beschäftigten machen die Frauen 9 % aus.

Weitere Informationen finden Sie auf der Seite www.moving-roadsafety.com.

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