"Dynamisch, innovativ, wettbewerbsfähig": Forschungsinitiative 2017/2018

Präsidenten der rheinland-pfälzischen Hochschulen unterzeichnen mit Wissenschaftsminister Konrad Wolf neue Zielvereinbarungen zur Fortsetzung der Forschungsinitiative bis 2018
(v.l.) Wissenschaftsminister Prof. Dr. Konrad Wolf und Hochschulpräsident Prof. Dr. Peter Mudra heute bei der Unterzeichnung der neuen Zielvereinbarungen (Bild: MWWK RLP/ Stefan Sämmer) (lifePR) (Mainz/ Ludwigshafen, ) Heute haben die Präsidenten der rheinland-pfälzischen Hochschulen im Rahmen der Landeshochschulpräsidentenkonferenz mit Wissenschaftsminister Konrad Wolf in Mainz neue Zielvereinbarungen zur Fortsetzung der Forschungsinitiative bis 2018 unterzeichnet.

Durch die Forschungsinitiative werden seit Sommer 2008 die vier staatlichen rheinland-pfälzischen Universitäten und seit Herbst 2010 die sieben staatlichen Fachhochschulen in ihrer Wettbewerbsfähigkeit um Personal, Investitionen und Drittmittel gestärkt. Diese auf Strukturbildung angelegte Strategie des Wissenschaftsministeriums fördert vorhandene Forschungsschwerpunkte der Hochschulen und unterstützt die autonome Profilbildung.

Die Forschungsinitiative hat bis Ende 2016 ein Volumen von über 160 Millionen Euro erreicht. Den Hochschulen stehen 2017 und 2018 dabei jährlich 20 Millionen Euro zusätzlich zur Grundfinanzierung für den Ausbau ihrer profilbildenden Forschungsschwerpunkte und -zentren zur Verfügung. Für die Jahre 2017 und 2018 erhält die Hochschule Ludwigshafen einen Anteil von je 90.000 Euro. „Mit den Mitteln aus dem Programm war die Hochschule in der Lage, die eingeworbenen Drittmittel in den vergangenen Jahren um ein Drittel zu erhöhen", zeigte sich Hochschulpräsident Mudra über die Fortführung der Forschungsinitiative sehr erfreut und hob den Charakter des Programms im Sinne einer Hilfe zur Selbsthilfe nochmals hervor.

Die Gelder fließen an der Hochschule Ludwigshafen dabei v.a. in die drei Forschungsschwerpunkte „Nachhaltige Unternehmensentwicklung", „Employability-Forschung" und „Neuroökonomie und Konsumentenverhalten".

Aktuelle Projekte im Forschungsschwerpunkt „Neuroökonomie und Konsumentenverhalten"

Der von Prof. Dr. Gerhard Raab geleitete Forschungsschwerpunkt beschäftigt sich mit interdisziplinären Projekten an der Schnittstelle von Wirtschaftswissenschaften, Psychologie und Neurowissenschaften. Das Forschungsprojekt „Digitalisierung: Mobile Payment und Konsumentenverhalten" widmet sich der zunehmenden Bedeutung digitalisierter Zahlungssysteme (Mobile Payment) bei gleichzeitig abnehmender Bedeutung von Bargeld als Zahlungsmittel. Dabei untersucht das Team um Prof. Dr. Gerhard Raab den Einfluss dieser digitalisierten Zahlungsformen auf das Kaufverhalten der Verbraucherinnen und Verbraucher – eine Perspektive, die bislang nur wenig erforscht wurde. Dazu gehören die Fragen nach dem Einfluss der Zahlungsform auf die Höhe der getätigten Ausgaben, der Preisbereitschaft, der Fähigkeit zur Selbstkontrolle, der Verschuldungsbereitschaft, des impulsiven Kaufverhaltens und den praktischen Implikationen zur Ableitung von Gestaltungsempfehlungen für bargeldlose bzw. digitale Zahlungssysteme.

In ähnliche Richtung zielt das Forschungsprojekt: „Neurobiofeedback und impulsives Kaufverhalten", das mittels verschiedener experimenteller Untersuchungen das Phänomen der Kaufsucht unter die Lupe nimmt. Dabei werden Verfahren des Biofeedbacks und Neurofeedbacks (z.B. Herzratenvariabilität, Hämoenzephalographie) genutzt, um Trainingskonzepte zur Förderung der Impulskontrolle bei Kaufentscheidungen zu entwickeln und hinsichtlich ihrer Effektivität zu untersuchen.

Das Forschungsprojekt „Gesund Arbeiten: Aufblühen statt Ausbrennen" fokussiert den dramatischen Anstieg psychischer Erkrankungen in der Arbeitswelt. „Was kann der Einzelne tun, um auch in schwierigen Arbeitsverhältnissen seine Gesundheit zu erhalten? Kann man Menschen durch ein Training dazu befähigen, ihr Wohlbefinden selbst zu managen?" sind dabei Leitfragen des Projekts. Auf Basis der Theorien der sog. Positiven Psychologie und des Selbstmanagements werden Möglichkeiten entwickelt, die das Stresserleben sowie psychosomatische und depressive Beschwerden von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern reduzieren und die Arbeitszufriedenheit steigern. Die Trainingskonzepte werden auf ihre Effektivität und Anwendbarkeit hin untersucht: Qualitative und quantitative Befragungen werden ergänzt durch biopsychologische Verfahren wie die Messung des Stresshormon Cortisol.

Aktuelle Projekte im Forschungsschwerpunkt „Nachhaltige Unternehmensentwicklung"

Der Forschungsschwerpunkt „Nachhaltige Unternehmensentwicklung" unter Leitung von Prof. Dr. Rainer Völker beschäftigt sich mit dem Thema Nachhaltigkeit als einer besonderen Herausforderung für die Unternehmensführung des 21. Jahrhunderts. Dabei geht es im Kern darum, die betrieblichen Aktivitäten so zu koordinieren, dass ökonomische (u.a. Liquidität, Gewinn), ökologische (u.a. Ressourcenschonung) und soziale (u.a. Partizipation) Ziele durch strategisches, prozessual-organisatorisches und führungsbezogenes Management gleichzeitig realisiert werden können. Das Projekt „Nachhaltige Unternehmensführung aus Sicht des TÜV Rheinland" untersucht beispielsweise empirisch die mögliche Reputationssteigerung durch eine Zertifizierung nachhaltiger Unternehmensführung im Industriegüterbereich. Eine andere Studie beschäftigt sich mit der Verbraucherwahrnehmung von Nachhaltigkeitslabels für Textilprodukte.

Aktuelle Projekte im Forschungsschwerpunkt „Employability"

Das Institut für Beschäftigung und Employability IBE unter Leitung von Prof. Dr. Jutta Rump hat in den vergangenen Jahren zahlreiche Forschungsprojekte zu Employability relevanten Fragestellungen erfolgreich auf den Weg gebracht und durchgeführt.

Exemplarisch sei hier die in Kooperation mit der Hays AG entstandene deutschlandweite Online-Befragung zum Thema „Integration von Flüchtlingen in den deutschen Arbeitsmarkt" mit mehr als 350 Teilnehmenden genannt. Im Rahmen dieser Befragung wurden nicht zuletzt die Voraussetzungen untersucht, die auf staatlicher, organisatorischer und individueller Ebene gegeben sein müssen, um die Beschäftigungsfähigkeit von Geflüchteten zu fördern und so eine erfolgreiche Integration voranzutreiben.

Das IBE legt darüber hinaus großen Wert auf den Transfer der Ergebnisse der Employability-Forschung in die betriebliche Praxis, so beispielsweise durch zahlreiche Vortragstätigkeiten und Publikationen, unter anderem eine eigene Herausgeberreihe im Springer-Verlag, in der in Kürze der dritte Band erscheinen wird. Ebenfalls dem Praxistransfer dient die jährliche Veranstaltung „Ludwigshafener Personalgespräche", die 2017 bereits zum 10. Mal mit nahezu 300 Personalverantwortlichen, insbesondere aus kleinen und mittelständischen Unternehmen, durchgeführt wurde.

Kontakt

Hochschule Ludwigshafen am Rhein
Ernst-Boehe-Str.4
D-67059 Ludwigshafen
Elena Wassmann
Hochschule Ludwigshafen am Rhein
Hochschulkommunikation
Janina Kaiser
Forschungs- und Transferreferentin

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