Crash-Test für Auto-Aktien

Während Tesla auf der einen Seite des Atlantiks positive Nachrichten produziert, reißen hier die Skandalmeldungen über die deutschen Autokonzerne nicht ab
Jörg Wiechmann (lifePR) (Itzehoe, ) Abgasskandal und Kartellvorwürfe – die Autoindustrie steht am Pranger. Durchaus zu Recht, sagt Jörg Wiechmann, Geschäftsführer im Itzehoer Aktien Club (IAC). Doch die emotional aufgeladene Debatte brauche vor allem eins: Sachlichkeit.

Vor rund zwei Jahren kam der Diesel-Skandal auf, seitdem befänden sich die Aktien von VW, Daimler, BMW und Porsche im Rückwärtsgang, so Wiechmann. Er hält fest: „Wo Gesetze gebrochen und sogar betrogen wurde, müssen Strafen verhängt und Manager zur Verantwortung gezogen werden.“ Doch es handele sich nicht gleich um Betrug, so lange der Gesetzgeber für Autohersteller großzügige Ausnahmen zulasse und die Aufsichtsbehörde deren weiträumige Ausnutzung seit Jahren billige. „Es wird ja auch nicht erwartet, dass Autofahrer freiwillig dort Tempo 70 fahren, wo 100 erlaubt ist.“

Ganz sicher sei es nicht der richtige Weg, den Diesel- oder gar den Verbrennungsmotor komplett zu verbannen und nur noch auf Elektro-Mobilität zu setzen. Denn deren Energie komme aus der Steckdose und damit zum größten Teil aus Kohle und Atomkraft. Um die bundesweit 63 Millionen Autos auf Elektroantrieb umzustellen, brauche es 48 neue Kohlekraftwerke oder 24 neue Atommeiler, rechnet Wiechmann vor. Einzelne Unternehmen könnten das nicht bewältigen, „es kann nur gelingen, wenn die deutsche Autoindustrie an einem Strang zieht“. Fraglich sei, ob die Konzerne dazu angesichts der aktuellen Kartellvorwürfe Lust hätten. Aber die Debatte müsse geführt werden: „Schließlich geht es nicht allein um die Zukunft der Autoindustrie, sondern aufgrund des hohen Stellenwertes der Branche auch um die wirtschaftliche Zukunft Deutschlands.“

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