Notinsel: Der Auslöser für das Projekt war der Fall Peggy

Damit Kinder weniger Angst auf ihrem Schulweg haben
Mädchen_Notinsel_Tür (lifePR) (Karlsruhe, ) Als die 9-jährige Peggy Knobloch vor 16 Jahren vermisst wurde, war die Verunsicherung der Menschen in Deutschland sehr groß. Eltern hatten große Angst, ihre Kinder noch alleine auf die Straße zu lassen. Hänsel+Gretel Geschäftsführer Jerome Braun wurde in dieser Zeit mehrfach als Kinderschutzexperte von Medien befragt. Die meist gestellte Frage zielte auf praktische Tipps für Eltern, wie diese ihre Kinder besser schützen können.

Während dieser Interviews ist die Idee der Notinsel entstanden. Jerome Braun riet den Eltern gemeinsam mit ihren Kindern den Schulweg zu planen. Gemeinsam mit ihnen den Schulweg oder den Weg zum Sport oder zu Freunden abzugehen und Zufluchtsorte festzulegen. Wo soll sich ein Kind in Not und Gefahrensituationen hinwenden? Es lag auf der Hand, Geschäfte als Anlaufstellen für Kinder vorzusehen. Schnell war klar, es braucht ein Zeichen, das Kindern signalisiert, wohin sie gehen können. Es war auch klar, dass es keine Privathäuser sein können, sondern öffentliche Geschäfte, Läden, Banken sein müssen.

Wieviel Gefahren sind Kinder heute ausgesetzt?

Auch heute noch erleben Kinder ungemindert, dass der Schulweg zum Gefahrenweg wird. Gefahren durch gleichaltrige und gewaltbereite Jugendliche, durch Diebe, auch Pädokriminelle und die unterschiedlichsten Gruppen bedrohen die Kinder. Mobbing gehört leider immer mehr zum Alltag.

Die Notinsel ist inzwischen über 15 Jahre alt und bald „volljährig“. Die drei Figuren des Notinsel-Signets, das inzwischen an fast 19.000 Geschäften und Läden bundesweit angebracht ist, sagen Kindern: „Wo wir sind, bist Du sicher.“ Die ersten Kinder, die von der Notinsel profitieren konnten, sind heute selbst erwachsen und habe vielleicht selbst schon Kinder.

Es sind die drei Säulen: (1) Kindern Schutzraum in Not- und Gefahrensituationen geben (2) Geschäfte und die Menschen hinter der Theke zu motivieren hinzuschauen und (3) Tätern ein klares Zeichen zu setzen, Gewalt und Übergriffe haben hier keinen Platz, die damals, wie heute, die Mission des Notinsel-Projektes bilden.

Notinsel – ist das Zeichen für den Kinderschutz im öffentlichen Raum in Deutschland. Was in Karlsruhe 2002 mit den ersten Bäckereien, Metzgereien und Friseuren und einer Plakatkampagne begann ist inzwischen mit 230 Standorten das größte Projekt für den Kinderschutz im öffentlichen Raum.

Leider haben Kinder viel zu häufig Angst auf ihrem Schulweg. Häufig sind es aber auch die einfachen Dinge, die Kindern helfen, sicher durch den Alltag zu kommen. Unsere praktischen Tipps für einen sicheren Schulweg und ein besseres Sicherheitsgefühl im Alltag können nicht oft genug wiederholt werden, denn nicht nur Kinder sondern auch Täter „wachsen nach“.

-Kinder sollten am besten in Gruppen zur Schule gehen entlang eines gut geplanten Schulweges.
-Kinder sollen bei einem unguten Bauchgefühl immer darauf vertrauen. Am besten Schutz und Hilfe suchen, nicht nur in Notinseln sondern überall da wo Menschen sind oder Geschäfte (auch ohne Notinsel-Zeichen an der Tür)
-Kinder machen häufig Quatsch mit dem Wort „Hilfe“. Wenn Sie laut „Feuer“ schreien ist die Chance groß, dass Erwachsene aufhorchen.
-Erwachsene haben es nicht nötig und schon gar nicht in Zeiten von Handys und Navigationssystemen, Kinder (z.B. aus dem Auto heraus) nach dem Weg zu fragen. Vermitteln Sie ihren Kindern, dass sie jedem Erwachsenen gegenüber Grenzen setzen und „NEIN“ sagen. Einfach weitergehen oder wegrennen in einer solchen Situation ist keine Unhöflichkeit sondern zeigt Stärke und ist der beste Selbstschutz.

Auf das eigene Bauchgefühl hören, ist der beste Weg, Gefahren zu vermeiden.

Nachhaltigkeit und Ausbau der Notinsel: Die Stiftung Hänsel+Gretel setzt sich dafür ein, dass die Notinsel bundesweit an den bestehenden Standorten weiter nachhaltig umgesetzt wird und neue Partner hinzukommen. In Berlin wurde im Sommer 2017 unter Beteiligung von Anti-Mobbing-Coach Carsten Stahl und Comedian Murat Topal als Botschafter des Projektes in Berlin ein erster Pilotversuch mit 17 Grundschulen gestartet. Die Schulen und die Kinder selbst machen ihren eigenen Schulweg sicher. Die Kinder gehen in Gruppen ihr direktes Schulumfeld ab und machen Geschäfte zu Notinseln.

Kontakt

Stiftung Hänsel+Gretel / Notinsel
Friedrich-Eberle-Str. 4d
D-76227 Karlsruhe
Jerome Braun
Notinsel
Pressesprecher
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