Bewerbungsformen in Zeiten der Digitalisierung

Wie sich neue Formen der Bewerbung gerade für brüchige Lebensläufe eignen
(lifePR) (Berlin, ) Die Videobewerbung ist seit längerem ein Thema bei Bewerberratgebern, in Bewerberforen und -blogs - doch gefühlt hat es noch keine Form der Videobewerbung zum Durchbruch geschafft. Dabei kann diese Art der Bewerbung so viel mehr leisten, als die klassische Bewerbungsmappe. Vor allem für BewerberInnen mit gebrochenen Lebensläufen bietet sie großes Potential. Diese Zielgruppe muss sich bewusst überlegen, wie es gelingen kann, die eigene Person und die eigenen Erfahrungen in den Vordergrund zu stellen - eine Videobewerbung bietet hierfür vielfältige Möglichkeiten.

Viele von uns kennen das - man schreibt sein Motivationsschreiben nach allen Regeln der Kunst und ist dennoch nicht wirklich zufrieden. Wie erklärt man die Lücken im Lebenslauf? Lücken die das Leben eben so geschrieben hat, die man einem Arbeitgeber gegenüber jedoch erst einmal erklären muss. Mehrfache Auszeiten, mal für die eigenen Kinder oder die Pflege von Angehörigen, mal wegen eines Sabbaticals für die eigene Persönlichkeitsentwicklung oder in einer Phase der Neuorientierung - oft kann der Lebenslauf noch so gut geschrieben sein, durch die Arbeitspausen wirkt er trotzdem schnell brüchig.

Aber sagt das schon etwas über die Person, ihre persönlichen oder sozialen Fähigkeiten aus? Videobewerbungen können - wenn sie richtig gemacht sind - die Persönlichkeit, die hinter den scheinbar brüchigen Lebensläufen steht, sichtbar machen und so den Wiedereinstieg ins Berufsleben erleichtern. Zugleich bilden sie eine Brücke zwischen BewerberInnen und den neuesten Wünschen von Unternehmen nach innovativem, entwicklungsbereitem Personal. Gerade hier wird ein Trend unter Personalchefs sichtbar, demnach das Augenmerk vor allem auf die Persönlichkeit und nicht nur auf fachliche Qualifikation gerichtet ist. Das schnöde Rekrutieren von Personal nach Schema X reicht schon lange nicht mehr. Personaler verstehen sich heute als Talent- und Knowledge-Manager und wollen für ihre Unternehmen Talent-Pools mit einer breiten Auswahl an unterschiedlichen Charakteren schaffen,.

Um diesen Trend für sich zu nutzen, können BewerberInnen mit einer strukturierten Videobewerbung den ersten Eindruck positiv beeinflussen, den Blick auf sich richten und damit von formellen Lücken in ihren schriftlichen Unterlagen ablenken. Die Grundidee besteht darin Inhalte eines ersten Vorstellungsgesprächs vorwegzunehmen und diese in kurzen Videosequenzen abzubilden. Damit stellt sich die Frage was diese Inhalte typischerweise sein könnten. Erfahrungsgemäß und dem Sinn nach lässt sich der Inhalt auf die Themen "wer ich bin", "was ich kann", "was ich will" und "was interessiert mich" eingrenzen.

Der Mehrwert der strukturierten Videobewerbungsform gegenüber bisherigen Formaten ist vielfältig. Einerseits gewinnen BewerberInnen zusätzlichen Raum zur Darstellung den ein schriftliches Bewerbungsschreiben nicht bieten kann, andererseits können persönliche Reifung und Erfahrungsgewinn aus Brüchen in den Vordergrund gerückt werden. Durch die vorgegebene Struktur wird für den Betrachter gleichzeitig eine Vergleichbarkeit und Aussagekraft gewährleistet, die den Vorteil hat, dass es nun nicht mehr um die beste Regie bei einem Bewerbervideo-Clip geht oder nur das Äußere zählt. Vielmehr kann sich der Betrachter durch den inhaltlichen Rahmen des Gesprochenen leichter auf die Person selbst konzentrieren. Betrachter werden damit weniger vom Schein der Inszenierung und Aufmachung abgelenkt.

Denkt man das Thema Video-Bewerbungsprozess noch weiter und tiefer, findet man online inzwischen auch schon Bewerbungsplattformen, die den Bewerbungsverlauf sogar umkehren. Dahinter steht ein innovatives Konzept, das den Bewerber mit all seinen persönlichen Stärken, Fähigkeiten und beruflichen Wünschen in den Mittelpunkt stellt.

Diese Angebote verbinden die Videobewerbung mit einem klugen integrierten Matching-System, das unterschiedliche Persönlichkeitstypen mit den entsprechenden Anforderungen der suchenden Unternehmen abstimmt und so hilft den richtigen Bewerber zu finden. Das Prinzip ist ähnlich wie bei Datingportalen.

Das neue Bewerbungsverfahren braucht auch eine spezifischen Stellenausschreibungen mehr. Alleine der Bewerber, so wie er ist, steht im Mittelpunkt. Damit erübrigen sich auch althergebrachte Lebenslauf-Darstellungen. Warum also nicht einmal den Spieß umdrehen und sich von seinem neuen Job finden lassen?

Lisa Groiß ist Gründerin des Berliner Start-ups skillster (www.skillster.net), eine neue Plattform auf der sich Bewerber per Video für Jobs vorstellen können.

Statt langwierig am perfekten Motivationsschreiben zu feilen kann sich jeder in einem 99 Sekunden Video persönlich vorstellen und so anhand seines Persönlichkeitstyps vom zukünftigen Arbeitgeber gefunden werden.

skillster bietet für diese Form der strukturierten Videobewerbung nicht nur die Plattform, sondern erklärt auch Schritt für Schritt wie man die einzelnen Sequenzen behandeln sollte. So gibt es nicht nur Anleitungen und Übungsblätter, sondern auch das Angebot eines persönlichen Coachs.

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